Wirtschaftspolitische Erwartungen Vor diesem konjunkturellen Hintergrund richtet die Wirtschaft klare Erwartungen an die Bundesregierung. Zentrale Forderungen sind mehr Verlässlichkeit, spürbare Kostenentlastungen und ein entschlossener Bürokratieabbau. Ohne strukturelle Reformen droht dem Wirtschaftsstandort dauerhaft Substanzverlust. Insbesondere bei Genehmigungs- und Planungsverfahren erwarten die Unternehmen deutlich mehr Tempo. Am Arbeits- und Ausbildungsmarkt bleibt der Fachkräftemangel trotz leichter Entspannung eine der größten Herausforderungen. Zwar stabilisierte sich die duale Ausbildung, dennoch blieben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Wirtschaft fordert eine praxisnahe Berufsbildungspolitik, moderne Berufsschulen sowie eine Zuwanderungspolitik, die in der betrieblichen Realität funktioniert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energiepolitik. Hohe Energiepreise, steigende Netzentgelte und lange Planungsverfahren wirken weiterhin als Standorthemmnis. Die Unternehmen erwarten wirtschaftlich tragfähige Netzausbaulösungen, eine Senkung der Stromsteuer, verlässliche Entlastungen für alle Betriebe sowie deutlich schnellere Infrastrukturverfahren. In der Außenwirtschaft sehen viele Unternehmen trotz globaler Unsicherheiten Wachstumspotenziale. Gleichzeitig hemmen Bürokratie und komplexe Regelwerke die internationale Geschäftstätigkeit. Gefordert werden bessere Unterstützungsangebote und eine stärkere Koordinierung der Außenwirtschaftspolitik. Insgesamt erwarten die Unternehmen einen sachorientierten Schulterschluss von Politik und Wirtschaft. 2026 muss aus Sicht der Wirtschaft ein Jahr klarer Entscheidungen, verlässlicher Rahmenbedingungen und aktiver Standortpolitik werden. Ohne diesen Kurswechsel droht Mecklenburg-Vorpommern weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Landesverkehrskonferenz MV 2025 Am 22. Mai 2025 trafen sich rund 150 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zur Landesverkehrskonferenz Mecklenburg‑Vorpommern im Van der Valk Resort Linstow. Die Veranstaltung wurde von den drei Industrie‑ und Handelskammern des Landes gemeinsam mit dem Landesverband des Verkehrsgewerbes MV e. V. ausgerichtet und stand unter dem Leitmotiv „Infrastruktur – Verkehr – Mobilität: verlässlich und planbar gestalten.“ Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Übergabe des gemeinsamen verkehrspolitischen Positionspapiers an die Landesregierung, in dem die IHKs ihre Forderungen zur Stärkung der verkehrlichen Rahmenbedingungen in Mecklenburg‑Vorpommern darlegen. Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank sowie Dr. René Firgt, Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr MV, dankten den IHKs für die Impulse und betonten die Fortsetzung der engen und konstruktiven Zusammenarbeit. Das verkehrspolitische Papier der IHKs thematisierte mehrere Schwerpunkte, die bei der Konferenz intensiv diskutiert wurden: 1. Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur 2. Schienenverkehr – Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit 3. Transport‑ und Logistikwirtschaft 4. Baustellenkommunikation als Erfolgsfaktor Die IHK zu Schwerin wird diese verkehrspolitischen Forderungen auch im laufenden Dialog mit Entscheidungsträgern begleiten und weiterentwickeln – im Interesse der Mitgliedsunternehmen und der regionalen Wirtschaft. Übergabe der verkehrspolitischen Positionen der IHKs in MV durch die IHK-Präsidenten Matthias Belke, Schwerin, und Krister Hennige, Neubrandenburg, an Dr. René Firgt, Landesamt für Straßenbau und Verkehr MV. Bilder: IHK; IHK/info@paperheroes.de 23 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
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