Bild: IHK/Drachevsky nehmens zeigt: In nahezu jedem ICE findet sich heute ein EMH-Stromzähler. Bei Zählern für den Verbrauch über 100.000 Kilowattstunden, liegt der Marktanteil bei über 50 Prozent, ebenso bei Zählern für E-Ladesäulen. Damit ist das Unternehmen ein echter Hidden Champion. Und auch im Haushaltsbereich kommt die EMH auf über 20 Prozent. Doch das Produktportfolio endet bei weitem nicht bei Stromzählern, die in Haushalten, Offshore-Windparks oder Industrieanlagen zum Einsatz kommen. In Gallin werden zudem vor allem Smart Meter Gateways gebaut. Diese verbinden die Messtechnik, um den Energieverbrauch abzurechnen, mit der Fähigkeit als Plattform für dynamische Tarife zu dienen, um die Netze intelligent auszulasten. Damit lassen sich autarke Energiemanagementlösungen aufbauen, um den Eigenstromverbrauch zum Beispiel für die PV-Anlage oder die Wärmepumpe zu optimieren. Für die Smart Meter Gateways ist die EMH heute einer von nur fünf in Deutschland zugelassenen Herstellern. Heuell bringt es dabei auf den Punkt: „Wir machen die Energiewende möglich und bezahlbar. Dies gelingt nur, wenn man verhindern kann, dass die Netze überlastet werden. Und das geht unter anderem auch dadurch, dass man dem Kunden Anreize gibt, Energie dann zu verbrauchen oder einzuspeisen, wenn es für ihn auch finanziell reizvoll ist.“ Hinsichtlich des Produktportfolios ist er sich zudem sicher: „Unser größtes Asset ist, dass wir alles in einer Hand haben: Wir entwickeln die Produkte, fertigen sie nahezu ausschließlich vor Ort, haben den Vertrieb. Deswegen können wir auch so schnell reagieren. Wenn ein Kunde einen Wunsch hat, können wir das sofort umsetzen.“ WACHSTUMSKURS UND ÜBERREGIONALE AUFMERKSAMKEIT Heuell sieht dabei gerade in den Produktionskapazitäten einen großen Vorteil und verweist auf die große Fertigungstiefe am Standort, die eine extrem große Flexibilität ermöglicht, wenn der Kunde bestimmte Wünsche hat. Damit konnte das Unternehmen zum Beispiel auch die Corona-Zeit gut überstehen. Das zeigt sich nicht zuletzt auch am Umsatz, der sich nach Auskunft von Heuell und Kämpf in den letzten fünf Jahren verdoppelt hat. Und beim Wachstumskurs soll es bleiben, wie beide betonen, Denn das Unternehmen hat in jüngster Zeit viel in Effizienz investiert und die erste Roboterzelle aufgebaut. Diese Entwicklung bleibt nicht unbeobachtet. 2024 würdigte das Ostdeutsche Wirtschaftsforum die EMH metering als herausragendes Unternehmen mit dem Wirtschaftspreis „VORSPRUNG“. Geschäftsführer Heuell ist darauf stolz: „Wir haben uns sehr gefreut, weil es eben ein Preis für Innovation ist. Wir investieren 8 bis 9 Prozent des Umsatzes in Innovation, das ist gerade für diese Region sehr ungewöhnlich. Das machen wir, weil wir das als unsere Kernkompetenz sehen und uns damit durchsetzen können. Und der Preis tut einfach unserer Seele sehr gut, weil es ein ostdeutscher Preis ist. Ehrlich gesagt wäre er auch nur halb so interessant, wenn es ein gesamtdeutscher Preis wäre.“ HERAUSFORDERUNGEN AM STANDORT Auch Christopher Kämpf sieht die Entwicklung des Unternehmens sehr positiv und verweist auf die Entwicklungsmöglichkeiten, denn das Firmengelände im Businesspark bietet noch ausreichend Platz: „Die Fertigung und Logistik könnten bezogen auf die Fläche noch gespiegelt werden und auch der Verwaltungsbereich könnte noch wachsen.“ Aktuell erweitert EMH seine Kapazitäten durch den Bau einer neuen Produktionshalle – um die steigende Nachfrage zu bedienen. Gleichzeitig erwähnt er aber auch die Herausforderungen am Standort: „Wir liegen zwar direkt an der Landesgrenze und die meisten unserer Mitarbeiter kommen aus Mecklenburg-Vorpommern. Wir haben aber auch Kolleginnen und Kollegen aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Das macht es manchmal gar nicht so einfach, gerade in der Kooperation des operativen Geschäfts, zum Beispiel bei der Urlaubsplanung zu den Sommerferien. Denn wir arbeiten in der Regel durchgängig im Drei-Schicht-Betrieb.“ Zusammen mit Heuell wünscht er sich zudem eine bessere ÖPNV-Anbindung: „Bei uns kommen alle Mitarbeiter mit dem Auto. Und sie kommen aus allen Himmelsrichtungen, sodass es für uns schwierig ist, Shuttle oder Fahrgemeinschaften einzurichten“. Dabei wirbt das Unternehmen um neue Mitarbeiter, ohne dass diese sich schon bis ins Detail mit den Produkten auskennen müssen, wie Kämpf betont: „Wir sind in einem Spezialsektor unterwegs, verfügen über bestimmte Kenntnisse, die nur bei uns im Haus erlebbar und auch erlernbar sind. Daher bilden wir die Leute hier in der Regel noch einmal gezielt aus, selbst wenn sie eine passende Berufsqualifikation mitbringen.“ Direktor Produktion Christopher Kämpf Titelthema 17 Wirtschaftskompass 01 | 02 | 2026
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