Bilder: Der Branchentreff hat sich 20 Jahre nach seiner Premiere fest als Plattform für aktuelle Fragestellungen, Trends und die Weiterentwicklung der regionalen Immobilienwirtschaft etabliert. Ob Digitalisierung, KI, rechtliche Rahmenbedingungen, politische Impulse oder nachhaltige Stadtentwicklung: Die Branche befindet sich im Wandel, und der Austausch zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik ist wichtiger denn je. Gemeinsam mit dem IVD Region Nord e. V. hat die IHK zu Schwerin am 25. November 2025 den 20. Branchentreff der Immobilienwirtschaft ausgerichtet. Zur Jubiläumsveranstaltung kamen über 70 Teilnehmende – Immobilienmaklerinnen und -makler, Wohnungsverwalter, Architektinnen, Ingenieure sowie Vertreterinnen und Vertreter regionaler Bauunternehmen – in der IHK zusammen. Die halbtägige Veranstaltung bot erneut eine Mischung aus Fachimpulsen, Praxisbeispielen, rechtlichen Updates und viel Raum zum Netzwerken. BAUTURBO, BÜROKRATIEABBAU UND LANDESBAUORDNUNG IHK-Präsident Matthias Belke eröffnete die Veranstaltung und ging in seinem Grußwort auf den politisch angestoßenen „Bau-Turbo“ sowie auf mögliche Vereinfachungen in der Gewerbeordnung ein. Er verwies auf den geplanten Wegfall der Weiterbildungspflicht nach § 34c IIa GewO in Verbindung mit § 15b MaBV – ein Signal für echten Bürokratieabbau. Im Anschluss betonte Peter-Georg Wagner (IVD Region Nord e.V.), dass die Weiterbildung „das Gen des IVD“ sei. Während die Politik über Entpflichtung diskutiere, stünde der Verband weiterhin für Professionalität und Qualifizierung in der Immobilienwirtschaft. Bauminister Christian Pegel knüpfte in seinem politischen Grußwort an und berichtete über die Novellierung der Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern, die ebenfalls zur Beschleunigung von Verfahren beitragen soll. Der Bauturbo werde jedoch nur funktionieren, wenn alle Beteiligten Verwaltung, Planer und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Bernd Nottebaum, Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Schwerin, stellte den Bauturbo anschließend auf kommunaler Ebene dar. Anhand eines Beispiels mit Bebauungsplänen unterschiedlicher Geschosszahlen zeigte er plastisch, wie Planungsrecht Tempo erzeugen kann – oder eben bremst. FACHVORTRÄGE Prof. Philipp Quack stellte die Frage nach der Zukunftsfähigkeit unserer Städte in den Mittelpunkt. Rund 50 Prozent der CO2-Emissionen entstehen im Gebäudesektor – ein Befund, der Handlungsdruck erzeugt. Städte müssten sich künftig stärker auf Umweltgefahren, Terrorrisiken, überlastete Infrastrukturen oder Wassermangel einstellen. Jan-Henrik Leifeld verdeutlichte, wie schnell unternehmerisches Handeln in die Nähe strafrechtlicher Relevanz geraten kann – etwa im Bereich von Geldwäsche. Die zunehmenden Vorgaben in diesem Bereich, verschärfte Verjährungsfristen oder neue Kontrollinstrumente erhöhen die Risiken für Unternehmer deutlich. Dr. Christian Osthus gab einen kompakten Überblick über die ersten Monate der Bundesregierung und deren Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft. Zentrale Themen waren der „Bauturbo“ und „Nachverdichtungsturbo“, die allerdings nur wirken, wenn Kommunen sie aktiv anwenden. Trotz erster Reformen bleibe der Wohnungsbau im Krisenmodus. Christoph Vollmer zeigte den Fortschritt der bundesweiten digitalen Baugenehmigung: In MV sind inzwischen fast alle unteren Bauaufsichtsbehörden angeschlossen, erste hunderte Anträge wurden digital eingereicht. Die digitale Plattform erleichtert die Zusammenarbeit aller Beteiligten und ermöglicht schnellere Prüfprozesse. Künftig sollen Automatisierung, KI-gestützte Vorprüfungen und BIM den Verwaltungsprozess weiter. 20. BRANCHENTREFF DER IMMOBILIENWIRTSCHAFT Zukunftsthemen und klare Impulse IHK ZU SCHWERIN Stefan Gelzer 0385 5103-311 gelzer@schwerin.ihk.de IHK-Präsident Matthias Belke begrüßte die Vertreter der Immobilienwirtschaft auf dem 20. Branchentreff im Ludwig-Bölkow-Haus in Schwerin. 22 Existenzgründungen & Unternehmensförderung Wirtschaftskompass 01 | 02 | 2026
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