Bild: Staatskanzlei fahren sowie Erfahrungsberichte regionaler Unternehmen, die bereits im Umfeld der Verteidigungsindustrie tätig sind. Ergänzt wurden die Vorträge durch eine Podiumsdiskussion mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung — ein Forum für Meinungsbildung und strategisches Networking. RESILIENZ STÄRKEN Dabei ging es nicht nur um neue Geschäftsfelder — auch das Thema Resilienz war essenziell. Wie können Unternehmen Krisen, wie volatile Energiepreise, Lieferkettenrisiken oder wachsende Cybergefahren, strategisch begegnen? Herr Belke warnte davor, wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit als selbstverständlich hinzunehmen. Vielmehr sei es notwendig, auf Widerstandsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum zu setzen — etwa durch stabile Produktionsketten, Investitionen in Digitalisierung oder durch gezielte Absicherung gegen externe Risiken. ZUGANG ZU ÖFFENTLICHEN AUFTRÄGEN Lars Wiedemann, Geschäftsführer der Auftragsberatungsstelle MV, erläuterte, mit welchen Werkzeugen Unternehmen sich den Zugang zu öffentlichen Aufträgen erleichtern können. Präqualifizierung und Bieterverzeichnisse reduzierten die Bürokratie, machten Lieferanten auffindbar für Vergabestellen und erhöhten die Chancen auch bei beschränkten Ausschreibungen, Verhandlungsvergaben und freihändigen Vergaben. Zudem brach Herr Wiedemann eine Lanze für das Vergaberecht: Auch in der bisherigen Form sei eine Stärkung der lokalen Wirtschaft vergaberechtskonform möglich. KMU und Start-ups blieben bei einer Erhöhung der Schwellenwerte außen vor. UNTERNEHMER BERICHTEN Exemplarisch für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Mecklenburg- Vorpommern stellten Nico Danneberg, Geschäftsführer der General Dynamics European Land Systems - FWW GmbH, Malte Witowski, Geschäftsführer der Friesland Kabel GmbH sowie Nando Mattana, Geschäftsführer der Division 4 der NOLTE Services Group, die Geschäftsfelder ihrer Unternehmen vor. Sie berichteten authentisch über Herausforderungen z.B. bei Rahmenverträgen mit öffentlichen Auftraggebern oder bei der Stärkung der eigenen Resilienz. REGE DISKUSSION Der Industriekongress wurde ausdrücklich dafür gewürdigt, diese Themen offen zu adressieren und dabei den Anspruch zu formulieren, dass möglichst regionale Unternehmen und KMU von Verteidigungs- und Zivilschutzinvestitionen profitieren sollen. Trotz fortgeschrittener Zeit verlief die Podiumsdiskussion rege. Mehrere Beiträge betonten, dass Vergabe- und Beschleunigungsverfahren mittelstandsfreundlich ausgestaltet werden müssen, da zu große Losgrößen und komplexe Rahmenverträge KMU vom Zugang ausschließen können. Einigkeit bestand darüber, dass Dialogformate zwischen Politik, Verwaltung, Industrie, Handel und Handwerk – etwa über IHKs und Verbände – entscheidend sind, um Unternehmen frühzeitig auf Anforderungen vorzubereiten und wirtschaftliche Stärke dauerhaft in den Regionen zu verankern. Die Fachvorträge von Marc Helmig, Abteilungsleiter Mittelstand des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) e.V.; Alexander Jung, Ministerialrat und Referatsleiter im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg); Benjamin Baykal, Leiter des Referats Verteidigungspolitik, Kooperation mit der Bundeswehr der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und Rainer Sacher, Leitender Direktor Marinearsenal sind in Form von Präsentationen auf Anfrage in der IHK zu Schwerin erhältlich. Der Industriekongress 2025 hat gezeigt: Unsere Industrie ist vielseitig und schafft Arbeitsplätze. Ob Schiffe aus Wismar, Medizinprodukte aus Schwerin oder Lebensmittel aus LudwigslustParchim – unsere Unternehmen beweisen: In Mecklenburg-Vorpommern steckt Können, Ideenreichtum und Fortschritt. Regierung, Wirtschaft und Gewerkschaften haben sich im Zukunftsbündnis MV auf ein gemeinsames Industriekonzept für Mecklenburg-Vorpommern verständigt, das wir jetzt auch gemeinsam umsetzen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die industrielle Basis des Landes verbreitern und Arbeitsplätze schaffen und sichern. Ich bin den IHKs in MV sehr dankbar für die Ausrichtung des Industriekongresses 2025. Er hat neue Perspektiven aufgezeigt. Wir alle wünschen uns eine friedlichere Welt. Aber wenn Deutschland aufgrund der Zeitenwende mehr in seine Sicherheit investieren muss, dann sollten die Aufträge auch im Land bleiben – und alle Regionen Deutschlands davon profitieren. 2026 ist es ein wichtiges Jahr für Mecklenburg-Vorpommern. Lassen Sie uns gemeinsam dafür eintreten, dass Mecklenburg-Vorpommern ein modernes und weltoffenes Bundesland bleibt. Denn das ist die Voraussetzung für Wachstum, Arbeitsplätze und die Gewinnung von Fachkräften. Manuela Schwesig Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern Existenzgründungen & Unternehmensförderung 25 Wirtschaftskompass 01 | 02 | 2026
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