IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 01/02 2026

Bild: pixabay_businessman-3105873 Digitale Medien, neue Technologien und komplexe Vernetzung prägen die Arbeitswelt zunehmend. Wie lassen sich diese Entwicklungen strukturiert angehen und aktiv gestalten? Mit den passenden Methoden!  WARUM PROZESSMANAGEMENT? In einer dynamischen Welt benötigen KMU ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, um auf technologische und soziale Entwicklungen zu reagieren. Digitalisierung und KI werden dabei als Patentrezept gesehen, mit dem Tempo Schritt zu halten. Im Arbeitsalltag zeigt sich jedoch, neue Softwareprodukte oder Automatisierung einzelner Arbeitsschritte allein bringen kaum Mehrwert. Entscheidend sind Lösungen, die zu den spezifischen Anforderungen des Unternehmens passen und Prozesse ganzheitlich betrachten. KMU können sich keine Experimente leisten, Abläufe müssen funktionieren, von Bestellung über Produktion bis zu Vertrieb und Personalwesen. Wie lassen sich bewährte Prozesse so weiterentwickeln, dass sie auch zukünftig funktionieren? Durch methodische Unterstützung in Form von Prozessmanagement.  WAS IST PROZESSMANAGEMENT? Prozessmanagement bedeutet, Abläufe im Unternehmen bewusst zu planen, zu steuern und kontinuierlich zu verbessern. Mit der standardisierten Notation BPMN 2.0 lassen sich Prozesse modellieren und somit für alle Beteiligten klar und verständlich abbilden. Ziel ist nicht, starre Regeln aufzustellen, sondern klare Strukturen zu schaffen, die Orientierung geben. So wird Doppelarbeit vermieden, werden Fehlerquellen minimiert und Ressourcen optimal eingesetzt.  WIE MIT PROZESSMANAGEMENT STARTEN? Es finden sich zahlreiche Artikel und Anwendungsbeispiele zu Prozessmanagement. Entscheidend ist, aus dem großen „Methodenkoffer“ die für Ihr Unternehmen passenden Werkzeuge und Maßnahmen auszuwählen, sei es zur Verbesserung bestehender Prozesse, zur Neukonzeption oder zur Dokumentation bewährter Prozesse. Anhand dieser Fragen kann ein entsprechendes Projekt ausgerichtet werden: Prozesse identifizieren und dokumentieren: Welche Abläufe sollen betrachtet werden? Wer sind beteiligte Personen, was die genutzten IT-Systeme? Wie lässt sich der aktuelle Prozess modellieren? Analyse und Konzeption: Wo gibt es im aktuellen Prozess Mehraufwand, Verzug oder unklare Zuständigkeiten? Wie würde ein verbesserter Prozess aussehen? Umsetzung: Wie den veränderten Prozess in die Praxis übertragen? Und dabei eine hohe Akzeptanz erreichen? Kontinuierliche Veränderung: Wie lässt sich Prozessoptimierung nicht als einmaliges Projekt sondern als selbstverständliche Denkweise etablieren?  FAZIT: PROZESSMANAGEMENT FÜR ERFOLGREICHEN WANDEL Für KMU ist Prozessmanagement kein Luxus, sondern Prämisse. Es schafft die Balance zwischen Struktur und Flexibilität, die in Zeiten des Wandels entscheidend ist. Klare Prozesse ermöglichen eine schnelle Reaktion auf Veränderungen und sichern gleichzeitig die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitenden. In MV finden Unternehmen in den Digitalisierungslotsen des Digitalen MV eine erste Anlaufstelle, um Fragen zu Prozessmanagement in Digitalisierungsprojekten zu stellen. Unternehmen werden dabei unterstützt, ihren gewünschten Zielzustand nach dem Projekt zu definieren sowie zentrale Hindernisse auf dem Weg analysiert. Für eine weiterführende Beratung stehen Dienstleister zu Prozessmanagement zur Verfügung, auch in unserer Region. Die IHK zu Schwerin bietet aktuell einen Beratungssprechtag Prozess- und Change Management an. In individuellen 1:1-Gesprächen sprechen Sie mit unserer Expertin zu Analyse und erste Schritte der Umsetzung.  VERÄNDERUNGEN GESTALTEN Arbeitswelt im Wandel IHK ZU SCHWERIN Dr. Dorothee Wetzig  0385 5103-307 wetzig@schwerin.ihk.de Existenzgründungen & Unternehmensförderung  31 Wirtschaftskompass 01 | 02 | 2026

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