oder dem Fließgewässer ‚Nebel‘ bei Güstrow aufzeigen können, über welches enorme Potenzial die Gewässer für die Deckung des Wärmebedarfs umliegender Gebäude, Städte und Industrieanlagen verfügen. Mit ihrer Masterarbeit, die am Bereich Bauingenieurwesen der Fakultät für Ingenieurwissenschaften von Prof. Dr.-Ing. Bärbel Koppe und Prof. Dr.- Ing. Pascal Brinks betreut worden war, überzeugte sie die Jury ihr einen der begehrten Innovationspreise des Förderkreises der Hochschule Wismar zu verleihen und zwar den mit 750 Euro dotierten der Stufe 2. Auch Carolin Peters hat während ihres Studiums das Deutschlandstipendium erhalten und wurde bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Dazu zählen der Schweriner Innovationspreis 2024, der Preis der Ingenieurkammer MV für die beste Abschlussarbeit 2024 und der Dr.- Werner Petersen-Preis der Technik 2025 der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. MIT DETEKTION VON DEFEKTEN ZUR AUSZEICHNUNG DER STUFE 3 Für ihre herausragende Bachelor-Arbeit im Maschinenbau "Vergleich der Deep Learning Modelle zur Detektion von Defekten während der UKPLaserstrukturierung" erhielt Goomaral Sukhbold B. Eng. den Innovationspreis der Stufe 3 und 500 Euro Preisgeld. Die in der Mongolei geborene Studentin hat in ihrer Arbeit nicht nur ein Deep-Learning-Modell zur Echtzeiterkennung von Defekten während der UltrakurzpulslaserStrukturierung entwickelt, sondern dieses auch entscheidend verbessert. Sie wählte damit bewusst eine theoretisch anspruchsvolle und zugleich hochpraxisrelevante Forschungsaufgabe am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik. Das von ihr angepasste Modell übertrifft bestehende Ansätze deutlich und wird bereits aktiv in Forschungs- und Entwicklungsprozessen eingesetzt. Die Jury würdigt mit dem Preis insbesondere ihren substanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung maschineller Lernverfahren für die industrielle Defektdetektion und den konkreten Innovations- und Praxisnutzen. Auch die hohe ingenieurwissenschaftliche Qualität ihrer Arbeit sowie ihre Mitautorenschaft an einer aktuellen wissenschaftlichen Publikation zu den erzielten Ergebnissen lassen auf weitere Höchstleistungen hoffen. Ihr Betreuer am Bereich Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Prof. Dr. Ing. Thorsten Pawletta, bescheinigte seiner Studentin darüber hinaus, dass sie während der gesamten Projektzeit durch Fachkompetenz, Teamfähigkeit und großes Engagement überzeugte. DER REGION VERBUNDEN UND TRADITIONELL Der herzliche Dank der Vorsitzenden des Förderkreises der Hochschule Wismar e. V., Dr. Meike Quaas, galt allen drei Unterstützern – der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, der Hansestadt Wismar sowie der Mittwochsrunde zu Wismar. Seit 1996 werden jährlich Studierende sowie junge Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Wismar, die mit ihren bisher präsentierten Arbeiten auf weitere Höchstleistungen hoffen lassen, mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Grundlage für die Ehrungen sind Abschluss- und Studienarbeiten, die sich bei der Entwicklung neuer Produkte, Technologien, Dienstleistungskonzepte, Gestaltungsergebnisse oder anderer innovativer Lösungen ausgezeichnet haben. Noch bis zum 1. Oktober 2026 können sich Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Wismar, deren Abschlusszeugnis nicht älter als zwei Jahre ist, für den nächsten Innovationspreis bewerben. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte WIR-Projekt “Physics for Food” ist nach achtjähriger Laufzeit erfolgreich abgeschlossen. Auf einer Abschlussveranstaltung Ende 2025 stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Projektverantwortliche zentrale Erkenntnisse und konkrete Transferansätze vor. Das Projekt wurde von der Hochschule Neubrandenburg und dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie initiiert. Ziel des Verbundes war es, physikalische Verfahren für eine nachhaltige Lebensmittelwertschöpfung zu entwickeln - von der Saatgutbehandlung über Anbausysteme, Lagerung und Verarbeitung bis hin zu Konzepten für moderne Gewächshäuser und umweltfreundliche Wasserkreisläufe. Die vorgestellten Ergebnisse zeigen, wie physikalische Verfahren Qualität sichern, Ressourcen einsparen und neue Wege für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion eröffnen: Plasmabehandlungen reduzierten krankheitsverursachende Erreger auf Saatgut ebenso wirkungsvoll wie chemische Beizen. In Feldversuchen stieg nach der Behandlung der Feldaufgang von Wintergerste um 10 bis 40 Prozent, der Kornertrag erhöhte sich um rund fünf Prozent. Zudem wurde im Oktober 2025 ein am INP entwickeltes Verfahren zur Dekontamination als europäisches Patent erteilt. Es zeigte sich, dass Plasmaverfahren als Baustein im integrierten Pflanzenschutz eingesetzt werden können. Sie tragen dazu bei, Pflanzenwachstum zu fördern und Stress zu reduzieren. Feldstudien belegten Unterschiede im Blattbefall und im Ertrag einzelner Varianten, was Hinweise auf stabile Anwendungen in der Praxis liefert. Darauf aufbauend entstanden ein Förderband, auf dem das Korn direkt mit Plasma behandelt werden kann sowie eine Variante für den Einsatz von plasmabehandelter Luft in Silos. In einem realen Praxisversuch mit einem 30-Tonnen-Getreidesilo konnten die Behandlungsparameter optimiert werden. Für die Behandlung von Ab- und Prozesswasser wurden stationäre und mobile Demonstratoren entwickelt — etwa für die Nutzung in der Lebensmittelindustrie und im landwirtschaftlichen Feld. Die Kombination aus Filtration, Ultraschall, Ozon, UV und Plasma erwies sich als wirkungsvoll zur Reduktion von Schadstoffen und Mikroorganismen. Beispiele stammen aus der Zusammenarbeit mit der Zuckerfabrik Anklam und der Störtebeker Braumanufaktur. Physikalisch erzeugtes Plasma ist chemie- und rückstandsfrei, ressourcenschonend und damit umweltfreundlich. Das Projekt zeigt, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zielgerichtete Innovationen ermöglicht. Gleichzeitig wurde im Bundesland eine starke Kompetenz für physikalische Verfahren in der Land- und Ernährungswirtschaft aufgebaut. Dafür stehen unter anderem zwölf weiterführende Verbundprojekte sowie rund 30 neue regionale und überregionale Kooperationen, die aus dem Bündnis hervorgegangen sind. LEBENSMITTELFORSCHUNG Physik ersetzt Chemie IHK ZU SCHWERIN Henner Willnow 0385 5103-312 willnow@schwerin.ihk.de Innovation & Umwelt 39 Wirtschaftskompass 01 | 02 | 2026
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