IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 01/02 2026

Bild: nordreport Die A 14-Nordverlängerung gilt als eines der größten Infrastrukturprojekte in Ostdeutschland: Seit dem Beschluss des Bundestags im Jahr 2004 wird die Autobahn zwischen den Kreuzungen Magdeburg und Schwerin schrittweise geschlossen. Die Gesamttrasse erstreckt sich über rund 155 Kilometer durch SachsenAnhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und umfasst zehn Anschlussstellen sowie zusätzliche Rast- und Parkanlagen.  AKTUELLER BAUFORTSCHRITT 2025 war ein herausforderndes Jahr für das Projekt. Die nachträgliche Verabschiedung des Bundeshaushalts verzögerte den Bau, führte aber nicht zu einem Baustopp. Technische Schwierigkeiten zwangen zudem zur Verschiebung der ursprünglich für Ende 2025 geplanten Freigabe des Abschnitts zwischen Lüderitz und Stendal. Derzeit laufen umfangreiche Arbeiten auf mehreren Abschnitten: Zwischen Lüderitz und Stendal (Süd) wird seit Oktober 2025 die Betondecke eingebaut; weitere Strecken werden bei Seehausen-Nord, Wittenberge sowie zwischen Dahlenwarsleben, Wolmirstedt und Osterburg gebaut. Die lang erwartete länderübergreifende Elbbrücke bei Wittenberge ist weit fortgeschritten.  VERKEHRSFREIGABEN UND ZEITPLAN Bereits heute ist ein Teil der A 14 befahrbar: Der Abschnitt Wolmirstedt–Colbitz wurde 2014 freigegeben, weitere Abschnitte bis Lüderitz folgten 2020 und 2023. Für Frühjahr/Sommer 2026 ist die Freigabe des Streckenstücks von Lüderitz bis zur Anschlussstelle Stendal (B188) geplant. Ein weiterer Meilenstein ist die Inbetriebnahme eines Abschnitts inklusive Elbbrücke bei Seehausen-Nord/Wittenberge, wobei zunächst eine Richtungsfahrbahn ab Sommer 2026 genutzt werden soll und die zweite voraussichtlich 2027 folgt. Parallel laufen bauvorbereitende Maßnahmen für den Teil von Stendal-Mitte bis Osterburg; hier soll der Autobahndamm im Speckgraben vorgeschüttet werden, um spätere Verzögerungen zu minimieren. Zudem wurden die Mittel für die beiden noch fehlenden Abschnitte Osterburg–Seehausen-Nord und Wittenberge–Karstädt vom Bund bewilligt, sie befinden sich in der Bauvorbereitung.  AUSBLICK 2026 UND HERAUSFORDERUNGEN Für 2026 stehen die Fertigstellung der Betondecke zwischen Lüderitz und Stendal, der Bau der Uchtebrücke nördlich von Stendal sowie der Abschluss der Elbbrücken- und Streckenarbeiten im Fokus. Ob der geplante Gesamtabschluss bis 2030 realistisch ist, hängt maßgeblich von der Vergabe und dem Bau der letzten Abschnitte ab.  AUTOBAHNZUBRINGER FÜR DEN INDUSTRIEPARK SCHWERIN Parallel zur Nordverlängerung gewinnt in Schwerin ein strategisch wichtiger Autobahnzubringer zwischen dem Industriepark Schwerin und der A 14 an Dynamik. Die Landeshauptstadt hat im November 2025 den Beschluss zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens gefasst, was den Übergang in die detaillierte Planungsphase markiert. Ziel ist eine leistungsfähige Verbindung, die den Schwerlast- und Pendlerverkehr direkt auf die Autobahn leitet und Lärm- sowie Schadstoffbelastungen in den innerstädtischen Wohngebieten reduziert. Die neue Verbindung wird als entscheidender Standortvorteil für den Industriepark gesehen, da sie die logistischen Bedingungen für ansässige Unternehmen verbessert und die Attraktivität für Neuansiedlungen steigert. Dadurch sollen Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen langfristig gesichert werden. Die Finanzierung steht auf einem soliden Fundament: Durch hohe Förderquoten von Land, Bund, Landkreis und Autobahn GmbH wird der städtische Eigenanteil geringgehalten. Im gesamten Planungsprozess wurde dem Schutz von Natur und Umwelt hohe Priorität eingeräumt. Die favorisierte Trassenführung nutzt vorhandene Infrastrukturen, um Eingriffe zu minimieren, und sieht umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vor, darunter Aufforstungen auf dreifacher Fläche als Kompensation für Eingriffe in Waldgebiete.  STAND UND AUSBLICK FÜR 2026 A 14-Nordverlängerung IHK ZU SCHWERIN Hannes Schubert  0385 5103-209 schubert@schwerin.ihk.de Bilder: Standortpolitik  7 Wirtschaftskompass 01 | 02 | 2026

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