Bilder: Barbara Arndt Seit 23 Jahren ist Marjon Wolthuis Gastgeberin auf Schloss Basthorst. Inzwischen als Hoteldirektorin. Sie liebt in dem anmutigen Ambiente einen Platz besonders: den in der Veranda mit Blick durch den Schlossgarten hin zum Glambecksee. Tatsächlich war es die fast unberührte Natur, die einen erheblichen Teil der Entscheidung ausgemacht hat, hier in der Hotellerie Fuß zu fassen. „Ich wollte schon immer in diese Branche. Als kleines Mädchen habe ich von einem Schloss in Frankreich geträumt, mit Lavendel-Feldern soweit das Auge reicht“, sagt die gebürtige Niederländerin. Der Traum vom Schloss ging mit Basthorst in Erfüllung. Statt Lavendel erfreut sich Marjon Wolthuis an leuchtend gelben RapsFeldern, die in der näheren Umgebung gerade auch bis zum Horizont reichen. Überhaupt spielt Natur eine große Rolle für die 49-Jährige, die einen verantwortungsvollen Job und eine große Familie mit vier Kindern auf die Reihe kriegt. Yoga im Garten hilft bei der Entspannung, aber auch ein klares Mindset: Die Hoteldirektorin sucht Hilfe, wenn sie diese braucht. Sie kann Aufgaben delegieren und gibt auch gern Erfahrungen weiter im Rahmen großer Netzwerke, in denen sich Unternehmerinnen darin unterstützen, starke Frauen zu sein. Als Marjon Wolthuis im Februar 2002 mit ihrem damaligen Partner das erste Mal nach Basthorst kam, ahnte sie nicht, was sie am Morgen beim Aufziehen der Gardinen erwarten würde. „Es war ein echter Wow-Effekt, absolut großartig. Der Businessplan war schnell gemacht, weil viel Potenzial zu sehen war. WINSTONgolf entstand gerade. Wellness und Co. konnten später dazukommen“, erinnert sie sich. Frankreich oder Mecklenburg? Diese Frage stand nicht mehr im Raum. Schritt für Schritt stellte sich Marjon Wolthuis den Herausforderungen, die Geschichte des 200-jährigen denkmalgeschützten Hauses fortzuschreiben und gleichzeitig den Gästen stets etwas Besonderes zu geben. „Das Besondere kann man hier durchaus finden, am Ende der Straße, wo nichts mehr kommt außer Ruhe und Entspannung, Wellness und Genuss und natürlich die unverwechselbar schöne Natur.“ Die Gastgeberin pflegt einen hohen Anspruch. Alles muss stimmig sein. Und das erweist sich zuweilen als gar nicht so einfach. „Gäste kommen mit immer höheren Ansprüchen. Sie wünschen sich stets den neuesten Stand bei allem, was sie umgibt.“ Deshalb bekommen 15 der rund 100 Gästezimmer pro Jahr neuen Schick. Die Mitarbeitenden erhalten nicht nur Wertschätzung für ihre so wichtige Arbeit. Es gibt besondere Arbeitszeiten für Mütter oder ein Wohnheim für Auszubildende. Seit einiger Zeit gehören auch Sprachkurse dazu, denn längst zählen Menschen aus Ukraine, Polen, Litauen und Rumänien zum Team. „Der größte Teil der 65 Stammkräfte kommt aber aus der Region“, sagt die Hoteldirektorin, die ihr Re- cruitingteam auf alle regionalen Berufsmessen schickt, sich selbst in Arbeitskreisen engagiert und offen ist für die Belange aller hier Tätigen. Vielleicht ist gerade das auch der Schlüssel zum Erfolg, dass ein großer Pool aus Selbstständigen und Aushilfen, die allesamt mal auf Schloss Basthorst mitgewirkt haben, immer zur Stelle ist, wenn helfende Hände gebraucht werden. „Es ist toll, auf diese Menschen zurückgreifen zu können. Ein stabiles Führungskräfte-Team erweist sich für Mitarbeitende und Stammgäste als gute Basis. Das gibt Sicherheit, ich selbst kann gut darauf aufbauen.“ Aufbauen möchte Marjon Wolthuis gern noch mehr. Sie verfolgt kontinuierlich Pläne, das Fundament des Hauses – nämlich Produkt und Dienstleistungen – qualitativ noch besser zu machen. Dazu gehört, noch mehr auf Wünsche der Gäste einzugehen, Komfort als Erlebnis zu gestalten. „Wir haben ein sehr gutes Produkt, aber das i-Tüpfelchen darf immer noch ein bisschen dicker werden. Immerhin geht es um die wertvollen Momente, die man sich für sich selbst nimmt. Es geht um das Genießen. Genau das ist der Luxus unserer Zeit.“ Barbara Arndt STARKE FRAUEN Einen Lieblingsort gefunden 10 Standortpolitik Wirtschaftskompass 05 | 06 | 2026
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