IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 05/06 2026

 Diana Möbius, Inhaberin Hotel Zierow IHK ZU SCHWERIN Frank Witt  0385 5103-306 witt@schwerin.ihk.de Fünf Fragen an… Bilder: NACHFOLGEZENTRALE; Hotel Zierow Diana Möbius übernahm im Jahr 2025 auf Vermittlung der NACHFOLGEZENTRALE MV das „Hotel Zierow“ an der Ostsee im Landkreis Nordwestmecklenburg. Was reizt Sie an der Selbstständigkeit und warum haben Sie sich für eine Unternehmensnachfolge entschieden? Die Selbstständigkeit wurde mir von früher Kindheit an durch meine Eltern vorgelebt und so "in die Wiege gelegt". Es motiviert mich, meine eigenen Ideen umzusetzen und den eigenen Erfolg zu gestalten und zu verantworten. Die Entscheidung für eine Unternehmensnachfolge fiel mir leichter als eine komplette Neugründung, weil bereits eine Basis mit Inventar, Kundenstamm und Prozessen vorhanden ist. Dies minimiert das Investitionsvolumen. Dadurch ist für mich auch das Risiko etwas geringer, und man kann auf einer bestehenden Grundlage aufbauen und das Unternehmen optimieren und weiterentwickeln. Wie sind Sie bei der Suche nach dem richtigen Betrieb vorgegangen? Wie lange hat der Suchprozess bis zum Vertragsabschluss ungefähr gedauert? Ein Hotelbetrieb in Strandnähe war meine oberste Prämisse. Ein gastronomischer Betrieb sollte nur ein mögliches Extra sein. Die Wirtschaftlichkeit des bestehenden Betriebes war das oberste Entscheidungskriterium, dann die touristische Attraktivität mit Ausbaupotenzial und Platz zur Selbstverwirklichung. So habe ich viele Betriebe gegeneinander abgewogen und viele vorhandene Kennzahlen ausgewertet. Nach ca. 2,5 Monaten stand es dann schon fest. Wie bzw. wo haben Sie sich informiert, welche Fragen zu berücksichtigen sind, um einen Betrieb zu übernehmen? Daten wie die finanzielle Situation des Unternehmens, historische Daten und Umsatzprognosen sowie zukünftige Marktchancen haben mir geholfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Als studierte Betriebswirtschafterin und Hotelmanagerin wusste ich worauf es ankommt. Hinzu kommt meine Erfahrung als selbstständige Gastronomin und das es nicht meine erste Betriebsübernahme war. Waren dann noch Fragen offen stand mir meine Firmenkundenbetreuung der Hausbank hilfreich zur Seite. Ein etabliertes Unternehmen profitiert von eingespielten betrieblichen Prozessen. Wie ist es Ihnen gelungen, dieses spezifische Wissen zu übertragen und weiterhin zu nutzen? Ein wichtiger Schritt war eine intensive Übergangsphase mit dem Eigentümer. In dieser Zeit konnte ich viele Abläufe kennenlernen und verstehen. Zudem war es wichtig alle Arbeitsprozesse selbst zu durchlaufen um zu entscheiden ob man sie übernehmen, verbessern oder ersetzen muss. Was war die größte Herausforderung nach der Übernahme und wie gehen Sie damit um? Eine Betriebsübernahme ist häufig mit hohen Kosten verbunden. Es musste in neue Ausstattung investiert werden und ich habe das geschlossene Restaurant neu renoviert und wiedereröffnet. Deshalb ist es wichtig, die Finanzen gut zu planen und die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens im Blick zu behalten. Als Nachfolger möchte man oft neue Ideen umsetzen. Gleichzeitig funktionieren viele bestehende Prozesse aber bereits gut. Die Herausforderung besteht darin, sinnvolle Verbesserungen einzuführen, ohne das Unternehmen zu stark zu verändern oder zu schnell zu hoch zu belasten. Mein Fazit: Natürlich erlebt man nach einer Übernahme immer mal wieder böse Überraschungen mit welchen man nicht gerechnet hat. Aber Alles in Allem wurde mein Mut belohnt und ich kann stolz sagen, dass ich mich selbst verwirklichen kann und es mich jeden Tag glücklich macht meinen Betrieb zu führen, weiterzuentwickeln und mit allen Facetten zu erleben. Dafür danke ich aber auch meinem tollen Team, welches sich unglaublich gut eingespielt und entwickelt hat. 20  Titelthema Wirtschaftskompass 05 | 06 | 2026

RkJQdWJsaXNoZXIy MTkyOTU0Ng==