und Schatten eng beieinander. So begrüßt die Wirtschaft die geplante Abschaffung der Belegausgabepflicht. Allerdings gehen die Pläne bei der dringend notwendigen Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung nicht weit genug. Das ‚neue Deutschlandtempo‘ darf sich nicht nur auf Vorhaben beschränken, die aus dem Sondervermögen Infrastruktur finanziert werden. Hier bleibt der Koalitionsvertrag noch zu vage. Auch die Genehmigungsfiktion sollte als Grundsatz fest verankert werden. Kritisch ist der angesetzte Zeitrahmen für die Unternehmenssteuerreform zu sehen – diese ab 2028 umzusetzen, ist viel zu spät. Nachhaltige Ansätze zur dringend notwendigen Begrenzung der Kosten und Beiträge in den sozialen Sicherungssystemen vermisst die Wirtschaft. Auch die einfachere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und bessere Integration sind wichtige Bestandteile zur Sicherung von Arbeits- und Fachkräften für die Wirtschaft. Investitionsstau auflösen Die Idee zur Einrichtung eines Deutschlandfonds, um die öffentlichen und privaten Investitionen zu bündeln und damit innovative Zukunftsbranchen zu befördern, begrüßt die IHK zu Schwerin ausdrücklich. Dazu gehören umfassende Investitionen in Bildung, Kitas und Schulen genauso dazu wie eine konsequente Digitalisierung. Gerade der Infrastrukturausbau ist enorm wichtig angesichts des jahrelangen Investitionsstaus. Das Bekenntnis zum Ausbau der Häfen und deren Hinterland-Anbindung sowie zur nationalen Hafenstrategie als gesamtstaatliche Aufgabe nützen unserem Land. Konjunkturdaten weiterhin im Grippemodus Die wirtschaftliche Lage in Westmecklenburg bleibt auch im Herbst 2025 angespannt. Von einer nachhaltigen Erholung kann keine Rede sein – der regionale Konjunkturmotor läuft weiter auf Sparflamme. Der aktuelle IHKKonjunkturindex liegt mit 91,6 Punkten erneut deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 109 Punkten. Damit verharrt die regionale Wirtschaft bereits im dritten Jahr in Folge im negativen Bereich des Index. Besonders kritisch beurteilen die Unternehmen die Erhöhung des Mindestlohns: Rund die Hälfte der Betriebe sieht darin eine zusätzliche Kostenbelastung, die in vielen Fällen zu Preissteigerungen führen dürfte. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel für ein Drittel der Betriebe ein drängendes Problem. Reformzeit Die Unternehmen brauchen endlich eine Politik, die nicht bremst, sondern anschiebt. Bürokratie, hohe Kosten und fehlende Investitionsimpulse lähmen den Standort. Deutschland braucht eine Zeit der Reformen, denn jede Art von Entlastung der Wirtschaft ist dabei eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Sonst wird die regionale Wirtschaft den erhofften Aufschwung weiter vertagen müssen! Lisa Haus Hauptgeschäftsführerin Matthias Belke Präsident 3 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
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