Wirtschaftspolitische Positionen 2026 der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin

39 Wirtschaftspolitische Positionen 2026 I Faire Handelsbedingungen und Wettbewerbsfähigkeit aktiv vertreten Außenwirtschaftsförderung für KMU zielgerichtet weiterentwickeln EU-Binnenmarkt vollenden und wirksam durchsetzen Internationale Markterschließung strategisch und KMU-orientiert ausrichten Mecklenburg-Vorpommern muss seine politischen Einflussmöglichkeiten auf Bundes- und EU-Ebene konsequent im Interesse der regionalen Wirtschaft nutzen. Die Landesregierung soll sich aktiv für eine faire, regelbasierte Handels- und Investitionspolitik einsetzen, die freien Wettbewerb schützt und ein global möglichst einheitliches Level Playing Field gewährleistet. Steigende bürokratische Anforderungen und wettbewerbsverzerrende Regulierungen sind gegenüber Bund und EU frühzeitig und deutlich zu adressieren. Ziel ist ein verlässlicher, innovationsfreundlicher Ordnungsrahmen, der Investitionen erleichtert, internationale Wettbewerbsfähigkeit sichert und den Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern faire Marktchancen eröffnet. Außenwirtschaftliche Förderprogramme sind konsequent auf kleine und mittlere Unternehmen auszurichten. Antragsverfahren müssen einfach, transparent und niedrigschwellig gestaltet und bürokratische Hürden deutlich reduziert werden. Die Förderinstrumente sind stärker auf junge Unternehmen und Dienstleistungsunternehmen zuzuschneiden, um Markteintritt und internationale Geschäftsanbahnung wirksam zu unterstützen. Digitale und hybride Formate sind systematisch zu berücksichtigen. Die Messeförderung des Landes ist weiter zu flexibilisieren und an die veränderten Anforderungen internationaler Marktbearbeitung anzupassen. Der EU-Binnenmarkt ist der wichtigste Absatzmarkt für Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern und ein zentraler Wohlstandsfaktor. Er ist konsequent zu bewahren und weiterzuentwickeln. Die Harmonisierung von Verfahren und Regelungen – etwa bei elektronischer Rechnungsstellung und digitalen Meldepflichten – muss beschleunigt werden. Die Grundfreiheiten des Warenverkehrs und der Personenfreizügigkeit sind vollständig umzusetzen. Bestehende bürokratische Hürden und nationale Sonderregelungen sind offensiv abzubauen. Die Vorteile des Binnenmarktes sind gegenüber Wirtschaft und Öffentlichkeit stärker zu kommunizieren. Das Land muss die internationale Markterschließung strategisch, langfristig und in enger Abstimmung mit der Wirtschaft begleiten. Ziel ist es, bestehende Marktpositionen zu sichern, neue Märkte zu erschließen und belastbare internationale Partnerschaften aufzubauen – auch unter veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen. Außenwirtschaftliche Instrumente wie Messebeteiligungen, Unternehmer- und Delegationsreisen, Wirtschaftstage sowie bilaterale Projekte sind gezielt weiterzuentwickeln und systematisch um digitale und hybride Formate zu ergänzen. Alle Maßnahmen sind bedarfsorientiert finanziell zu hinterlegen und konsequent auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen auszurichten. Die Aktivitäten des Landes sind eng mit Wirtschaft, Kammern und Verbänden zu verzahnen. Bestehende Netzwerke, insbesondere das weltweite Netz der Auslandshandelskammern, sind aktiv einzubinden. Grundlage hierfür ist eine klar strukturierte, langfristige Außenwirtschaftsstrategie für Mecklenburg-Vorpommern. 80 82 83 81

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