Wirtschaftspolitische Positionen 2026 der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin

4 I Wirtschaftspolitische Positionen 2026 4 Arbeitskräfte gewinnen und halten. Die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften erfordert ganzheitliche Rahmenbedingungen, die Arbeiten, Leben und Familie gleichermaßen berücksichtigen. Flexibles und modernes Arbeiten braucht eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sowie praxisnahe arbeitsrechtliche Regelungen, die betriebliche Realität und individuelle Bedürfnisse in Einklang bringen. Öffentliche Fachkräfteförderung ist zu bündeln, strategisch zu steuern und eng mit der Wirtschaft abzustimmen, um Wirkung zu entfalten und Doppelstrukturen zu vermeiden. Internationale Fachkräfte müssen durch verlässliche, schnelle Verfahren und eine gelebte Willkommenskultur nachhaltig integriert werden. Ein abgestimmtes Fachkräfte- und Standortmarketing erhöht die Sichtbarkeit Mecklenburg-Vorpommerns als attraktiven Arbeits- und Lebensmittelpunkt. Ergänzend sind eine leistungsfähige Alltagsinfrastruktur sowie betriebliche Gesundheitsförderung zentrale Faktoren, um Fachkräfte langfristig zu binden und Beschäftigungsfähigkeit zu sichern. Energie wettbewerbsfähig und verlässlich gestalten Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz können nur dann erfolgreich sein, wenn sie partnerschaftlich mit der Wirtschaft, technologieoffen und marktwirtschaftlich tragfähig gestaltet werden. Forschung, technischer Fortschritt und Innovation sind zentrale Hebel, um Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit und regionale Wertschöpfung zu sichern. Eine smarte, resiliente Energieinfrastruktur mit leistungsfähigen Netzen, Speichern, intelligenter Steuerung und Sektorenkopplung ist Grundvoraussetzung für Versorgungssicherheit und Investitionen. Mecklenburg-Vorpommern muss seine Stärken beim Ausbau erneuerbarer Energien und beim Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft konsequent nutzen und weiterentwickeln. Wettbewerbsfähige Strompreise und eine faire bundesweite Verteilung der Netzausbaukosten sind dabei entscheidende Standortfaktoren. Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft sind als strategische Zukunftsfelder zu stärken, um Resilienz zu erhöhen, Rohstoffe in der Region zu halten und neue Wertschöpfung zu erschließen. Der ländliche Raum spielt dabei eine Schlüsselrolle und ist durch nachhaltige Nutzung von Landschaft, Wasser und Ressourcen gezielt weiterzuentwickeln. 5

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