Am 24. Februar 2026 haben das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern und die weiteren Baulastträger des Landes den Baukalender 2026 vorgestellt. Für das laufende Jahr sind Investitionen von rund 263 Millionen Euro in Bundes- und Landesstraßen vorgesehen – deutlich mehr als im Vorjahr mit 159,6 Millionen Euro. Von den geplanten Mitteln entfallen: 182,4 Millionen Euro auf Bundesstraßen, davon 45,3 Millionen Euro für Erhaltungsmaßnahmen 80,6 Millionen Euro auf Landesstraßen, davon 46,6 Millionen Euro für Erhalt sowie Um- und Ausbaumaßnahmen Die Maßnahmen reichen vom Substanzerhalt bestehender Strecken über Ortsumgehungen bis hin zum Ausbau von Radwegen. Bauzeiträume einzelner Projekte erstrecken sich teilweise bis 2030. ZAHLREICHE BAUSTELLEN IM GANZEN LAND Der Baukalender dokumentiert die Vorhaben landesweit in einer digitalen Baustellenkarte. Ergänzend stehen auf der Website des Landesamtes detaillierte Präsentationen der einzelnen Straßenbaulastträger zur Verfügung. Die hohe Anzahl paralleler Maßnahmen bedeutet aber auch eine spürbare Belastung für den Wirtschaftsverkehr. Umleitungen, Vollsperrungen und eingeschränkte Erreichbarkeit betreffen die gesamte Wirtschaft und können im Einzelfall erheblich Auswirkungen mit sich bringen. KOORDINIERUNG IST ENTSCHEIDEND Aus Sicht der IHK ist der Erhalt der Verkehrsinfrastruktur notwendig. Ebenso klar ist jedoch: Die Qualität der Abstimmung entscheidet über die tatsächlichen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Bei einer Vielzahl gleichzeitig laufender Projekte kommt es maßgeblich darauf an, Baumaßnahmen verschiedener Baulastträger zeitlich aufeinander abzustimmen, parallele Sperrungen zentraler Verkehrsachsen möglichst zu vermeiden, Umleitungsführungen auch für Schwerlastverkehre praktikabel zu gestalten, Unternehmen frühzeitig und transparent zu informieren. Fehlende Koordinierung kann zu erheblichen Mehrbelastungen führen – etwa durch verlängerte Lieferzeiten, eingeschränkte Kundenfrequenz oder zusätzliche Personalkosten. IHK BRINGT WIRTSCHAFTLICHE BELANGE EIN Die IHK begleitet die Bauaktivitäten kontinuierlich im Austausch mit Verwaltung und Baulastträgern. Ziel ist es, frühzeitig auf kritische Konstellationen hinzuweisen und auf eine bestmögliche Abstimmung hinzuwirken. Unternehmen, die durch konkrete Bauvorhaben betriebliche Einschränkungen erwarten, sind aufgefordert, frühzeitig den Kontakt zur IHK zu suchen. Rückmeldungen aus der Praxis sind entscheidend, um Probleme sichtbar zu machen und Lösungen anzustoßen. FAZIT Der Baukalender MV 2026 zeigt ein hohes Maß an Bautätigkeit im Land. Für die Wirtschaft bedeutet dies einerseits notwendige Modernisierung, andererseits jedoch auch erhebliche organisatorische Herausforderungen. Damit Investitionen nicht zu unnötigen Belastungen für Betriebe führen, bleibt eine konsequente Koordinierung und transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten unverzichtbar. Die IHK wird diesen Prozess weiterhin konstruktiv und auch kritisch begleiten. HOHE ANFORDERUNGEN AN KOORDINIERUNG Baukalender MV 2026 IHK ZU SCHWERIN Hannes Schubert 0385 5103-209 schubert@schwerin.ihk.de Bild: Canva Standortpolitik 11 Wirtschaftskompass 03 | 04 | 2026
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