IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 03/04 2026

Bilder: KI wird für viele Unternehmen nicht dort relevant, wo alles perfekt geplant ist, sondern dort, wo im Alltag Zeit, Erreichbarkeit und Entscheidungskraft fehlen. Wer mutig anfängt, heute schon den ersten Schritt macht und statt auf den perfekten Plan zu warten - trotz Unsicherheit - beginnt KI im Arbeitsalltag zu nutzen, schafft sofort Entlastung - und baut heute bereits intern genau die Kompetenzen auf, die morgen wettbewerbsentscheidend sein werden. Anna Rüde  KI ZWISCHEN POTENZIAL UND REALITÄT Hauptrednerin Anna Rüde hatte eine klare Mission: Lust auf KI machen. Ihre Botschaft war deshalb, mit KI einfach loszulaufen, auszuprobieren und so das Potential für den unternehmerischen Alltag zu entdecken. Für sie geht es dabei vor allem um den Menschen, der diese Tools nutzt. Eine Person könne mit richtig eingesetzten KI-Tools wie ein kleines Unternehmen agieren. Beispiele der Voice-to-text-Nutzung bei der Erstellung von Berichten unterstrichen ihre Aussagen. Die KI sieht Anna Rüde wie einen Arbeitskollegen, der keinen Urlaub macht und auch nicht krank wird. Kritischere Töne gab es dann in der anschließenden Podiumsdiskussion. Wie besonders kleine und mittlere Unternehmen KI konkret einsetzen können, diskutierten Christopher Bossow, Geschäftsführer, KMG Klinik Boizenburg; Anna Graf, Innovation Lead Emerging Tech, Arvato Systeme; Holger Blüthmann, Digital Architect & Geschäftsführer; click solutions GmbH und Anna Rüde, KI Strategie Expertin, moderiert von Hauptgeschäftsführerin Lisa Haus. Dabei wurde deutlich: Trotz aller Euphorie, das Thema Datensicherheit ist und bleibt zentral bei der Frage, was wie wo an KI-Tools in Unternehmen eingesetzt wird, wie besonders Anna Graf betonte. Auch über die tatsächlichen Kosten von KI-Agenten dürfe man sich keinen Illusionen hingeben. Zwar seien die aktuellen Kosten, was die Lizenzen angeht, noch sehr gering, die wirklichen Kosten für den Betrieb lägen aber eher bei 1.500 bis 2.000 Euro pro Monat. Wie lange also die Preise niedrig bleiben ist fraglich. Sie bewertete den KI-Act sehr positiv, da er klare Regeln vorgebe. Wer auf dieser Grundlage erfolgreich KI-Produkte in Deutschland entwickelt, dem gelinge es damit auch weltweit. So entlasten die KMG Klinik Boizenburg ihr rares Fachpersonal etwa bei der Kodierung von Fällen. Doch das ist kostenintensiv, denn für die notwendigen Schnittstellen werden erhebliche Summen durch die Anbieter aufgerufen. Auch beim Thema KI können Unternehmen und Organisation sehr von einem konstruktiven und offenen Austausch profitieren. So gibt es bei der Wismarer Digital-Agentur click solutions ein regelmäßiges Format, bei dem sich Beschäftigte über Erfolge und Probleme im Umgang mit KI-Tools austauschen können. 16  Titelthema Wirtschaftskompass 03 | 04 | 2026

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