IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 03/04 2026

Immerhin möchte die Kammer auch anno 2026 wieder 1.250 Ausbildungsverträge unterzeichnen, um damit Zukunftschancen vor der Haustür zu ermöglichen und gleichermaßen dem Fachkräftebedarf entgegenwirken. Zum 19. Mal und damit seit Beginn dieses besonderen Messeformats präsentierte die IHK Ende Februar die Karrierevielfalt in der Region. „Da sind jede Menge Zukunftsberufe dabei, spannende Herausforderungen für interessierte junge Menschen“, so Peter Todt. Insgesamt stellten sich bei der jüngsten Auflage der JUMPIN 82 Unternehmen vor – ein Rekord. Jugendliche und erfreulicherweise viele Eltern informierten sich an den Ständen, die in der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit dicht an dicht gereiht waren.  VON DER MESSE IN DIE AUSBILDUNG – VON DER AUSBILDUNG AUF DIE MESSE Zwei Azubis standen in besonderer Weise für den Erfolg dieses Messeformats: Die eine ist Melissa Altenhof. Ihr Freund Juri, der bei der WEMAG lernt, wies sie 2024 auf die JUMPIN hin. „Ich wollte Industriekauffrau werden. Das ist ein vielseitiger Beruf“, sagt die heute 21-Jährige. Am WEMAG-Stand bekam sie den Tipp, mal beim Kabelhersteller Prysmian nachzufragen. „Das habe ich sofort gemacht, ein Match gelandet und mich noch am gleichen Tag beworben.“ Melissa zog von Bitterfeld nach Schwerin, begann die Ausbildung. Zum zweiten Mal präsentierte sie jetzt ihr Unternehmen in der HdBA. Zum ersten Mal machte das kürzlich Lukas Heine, und zwar für die Räber Elektrotechnik. „Genau vor einem Jahr war ich ebenfalls hier auf der JUMPIN. Ich hatte den Wunsch Elektriker zu werden und eine Kurzbewerbung dabei“, erinnert sich der 16-Jährige aus Schwerin. Selbstbewusst steuerte er den Stand seines heutigen Ausbildungsbetriebes an und fragte, ob es Kapazitäten geben würde. Gab es! „Wir sprachen, ich ließ meine Daten da. Schon am nächsten Tag reagierte das Unternehmen, lud mich ein und legte mir den Vertrag vor. Ich wurde so sehr mit offenen Armen empfangen…“ Lukas schwärmt. Immer noch. „Ich empfinde das als großes Glück. So einfach kann es sein, eine Top-Ausbildung zu bekommen. Die Messe war eine supergute Gelegenheit für meine Entscheidung.“  KAMPF UM DIE BESTEN KÖPFE HÄLT UNVERMINDERT AN „Die große Vielfalt der beruflichen Ausbildung macht es jungen Menschen nicht unbedingt leichter, das Richtige zu finden. Wir können alles bieten – außer Bergbau“, sagt Peter Todt. Er weiß darum, wie wichtig die Initiativen der IHK sind, um den Mitgliedsunternehmen unterstützend zur Seite zu stehen. Denn die haben Nachwuchssorgen und können längst nicht alle auf den vielen Veranstaltungen zur Berufsorientierung unterwegs sein. Bei diesen Events zeigt sich ein Problem. „Uns fehlen nicht die tollen Angebote. Uns fehlen die jungen Menschen!“ bringt es Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur, sehr deutlich auf den Punkt. Rund 100 Jugendliche gelten aktuell noch als unversorgt. Sie haben somit noch keine Ausbildung begonnen oder ein Studium aufgenommen. „Gleichzeitig melden uns die Unternehmen der Region 200 bis 300 unbesetzte Stellen. Dieser Diskrepanz müssen wir uns als Partner am Arbeitsmarkt stellen.“ Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin engagiert sich daher seit Jahren in herausragender Weise. Präsenz bei verschiedensten Formaten der Berufsorientierung, die eigene Lehrstellenbörse, Ausbildungsberatung, Praxislerntage oder Praktikum – es wird jede Menge getan, damit niemand auf dem Weg ins Berufsleben verloren geht. Ein besonderes Projekt sind die Azubi-Botschafter.  AZUBI-BOTSCHAFTER DER IHK SIND GEFRAGTE ANSPRECHPARTNER Ina Schmidt möchte künftig gern im Büro arbeiten. Die 17-Jährige aus Dümmer bei Schwerin weiß, dass Peter Todt, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK zu Schwerin, verweist gern auf die Vielzahl von Entwicklungsmöglichkeiten bei den IHK-angehörigen Unternehmen: „Wir stehen hier für 150 Ausbildungsberufe in mehr als 1.000 Unternehmen Westmecklenburgs – da kann wirklich jeder etwas finden!“.  ERFOLGREICHES MESSEFORMAT LOCKT MEHR ALS 1.000 BESUCHER JUMPIN – Mit Anlauf in den Ausbildungsbetrieb Kaufmännische Berufe, duale Studiengänge und der Bereich IT sind aktuell bei Jugendlichen am meisten nachgefragt. Rica Witt 18  Aus- und Weiterbildung Wirtschaftskompass 03 | 04 | 2026

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