Bilder: Rubrik 1 Spritpreise fressen Wirtschaft auf Bild: info@paperheroes.de IHK Direkt 0385 5103 111 Der schnelle Weg zur IHK. Die Preise an den Tanksäulen sorgen für eine Mischung aus Unverständnis, Wut und Ohnmacht. Bis in die 2,30er Euro für den Liter Diesel: Wahnsinn! Für viele Unternehmen stellt dies eine weitere schwere Belastung dar, denn ohne Mobilität geht bei den meisten kaum etwas. Jegliche Art von Waren müssen zum großen Teil über die Straße geliefert werden. Geschäftskunden nutzen häufig das Auto. Aber nicht nur an den Tanksäulen zeigen sich die Probleme für die Wirtschaft. Das kunststoffverarbeitende Gewerbe erfährt gerade einen immensen Preisschock. Bis zu 40 Prozent mehr weist der Kunststoffindex mittlerweile aus. Diese Tatsache trifft die Branche hart und stellt ihre Wettbewerbsfähigkeit in Frage. Bis vor wenigen Wochen kostete der Liter Diesel an den deutschen Tankstellen noch um die 1,70 Euro. Jetzt also 60 Cent mehr. Das ist eine Preissteigerung von 35 Prozent innerhalb von drei Wochen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Besteuerung eines Liters Diesel einen erheblichen Teil dieses Preises ausmacht. 90 bis 95 Cent je Liter Diesel fließen durch die CO2- und Energiesteuer sowie durch die Mehrwertsteuer in die Staatskasse. So mutiert der Preisanstieg quasi zum Konjunkturprogramm für den Staatshaushalt! Ja, natürlich ist allen bewusst, dass es im Nahen Osten einen schwerwiegenden Konflikt gibt. Öl und dessen Transportwege werden als effiziente Waffen eingesetzt, die schwere Auswirkungen auf den gesamten Weltmarkt haben. Trotzdem oder gerade deswegen muss es erlaubt sein, diese Preispolitik zu hinterfragen. Hier geht es nicht nur um die üblichen Marktmechanismen, sondern um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Spätestens nach der Befragung der Vertreter der Mineralölkonzerne durch die Bundesregierung, die nicht in der Lage waren, ihre Preisgestaltung hinreichend zu erklären, muss die Bundesregierung jetzt handeln! Die IHK zu Schwerin hat bereits sehr frühzeitig entsprechende Forderungen an die Landes- und Bundespolitik kommuniziert und empfohlen, dass der Staat in einer geopolitisch angespannten Lage kurzfristig gegensteuern muss. Eine temporäre Aussetzung der CO2 -Abgabe und eine befristete Senkung der Mineralölsteuer auf Kraftstoffe sind schnell umsetzbare Maßnahmen, die unmittelbar bei den Unternehmen ankommen. Mobilität darf gerade in Krisenzeiten nicht zum Luxus werden. Deshalb braucht es jetzt entschlossenes und zügiges Handeln, um die Wirtschaft wirksam zu entlasten. Der Blick in benachbarte Staaten zeigt, dass hier bereits gehandelt wird. Ein wichtiges Argument dafür, auch für die deutsche Wirtschaft gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Ob die nun beschlossenen Maßnahmen dabei ausreichen, muss die Praxis zeigen. Den Tankstellen maximal eine einmalige Erhöhung des Preises am Tag zu erlauben und den Mineralölkonzernen mit kartellrechtlichen Schritten zu drohen, wird nach Auffassung vieler Experten voraussichtlich nicht zu sinkenden Preisen führen. Die Politik muss also sehr genau diese Entwicklung verfolgen und umgehend reagieren. Es geht um nicht weniger als den Erhalt von tausenden Unternehmen und Arbeitsplätzen. Matthias Belke Präsident der IHK zu Schwerin Mobilität darf gerade in Krisenzeiten nicht zum Luxus werden. Deshalb braucht es jetzt entschlossenes und zügiges Handeln, um die Wirtschaft wirksam zu entlasten. Editorial Wirtschaftskompass 03 | 04 | 2026
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