Fünf Fragen an… IHK ZU SCHWERIN Frank Witt 0385 5103-306 witt@schwerin.ihk.de Bild: NACHFOLGEZENTRALE Philipp Hübler übernahm im Jahr 2024 auf Vermittlung der NACHFOLGEZENTRALE MV die GfG-Group Floor Grid GmbH (Entwicklung und Fertigung von Sauberlaufzonen) in Boizenburg. Was reizt Sie an der Selbstständigkeit und warum haben Sie sich für eine Unternehmensnachfolge entschieden? Was ich an der Selbstständigkeit besonders schätze, ist die unmittelbare Wirksamkeit des eigenen Handelns. Am Ende des Tages sieht man konkret, was man erreicht hat. Gleichzeitig bieten sich große Gestaltungsmöglichkeiten, die eigenen Ideen einzubringen und umzusetzen – wenngleich, dies fast immer im engen Austausch mit meinem Team erfolgt, denn die besten Lösungen entstehen gemeinsam. Die Entscheidung für die Unternehmensnachfolge und gegen eine Neugründung hatte vor allem mit meinem Hintergrund im Vertrieb zu tun. Für mich war der Handel naheliegend, und die Weiterentwicklung eines bestehenden Unternehmens mit Historie und gewachsenem Kundenstamm erschien mir deutlich vielversprechender, als in der heutigen Zeit bei null zu starten. Wie sind Sie bei der Suche nach dem richtigen Betrieb vorgegangen? Wie lange hat der Suchprozess bis zum Vertragsabschluss ungefähr gedauert? Ich habe immer mal wieder nach passenden Möglichkeiten gesucht, insbesondere über Plattformen wie nexxt-change, um mir einen Überblick und Anregungen zu verschaffen. Die konkrete Kontaktanbahnung lief dann über die NACHFOLGEZENTRALE MV. Von diesem ersten Kontakt bis zur finalen Umsetzung hat der gesamte Prozess rund eineinhalb Jahre gedauert. Wie bzw. wo haben Sie sich informiert, welche Fragen zu berücksichtigen sind, um einen Betrieb zu übernehmen? In der Umsetzungsphase wurde ich von einem M&ABerater begleitet, der mich bei allen Fragestellungen innerhalb des gesamten Prozesses unterstützt hat. Das war insbesondere bei der Erstellung des initialen Businessplans und in den ersten Gesprächen mit den Banken sehr wertvoll. Dass diesbezüglich die Möglichkeit bestand, einen Teil der betriebswirtschaftlichen Beratung fördern zu lassen, war für diese wichtige und richtige Entscheidung – im wahrsten Sinne des Wortes – sehr förderlich. Ein etabliertes Unternehmen profitiert von eingespielten betrieblichen Prozessen. Wie ist es Ihnen gelungen, dieses spezifische Wissen zu übertragen und weiterhin zu nutzen? Das war tatsächlich gar nicht so schwierig. Ich habe meinen Mitarbeitenden von Anfang an viele Fragen gestellt und ihnen klar vermittelt, dass sie die Experten in ihrem jeweiligen Bereich sind. So konnte ich die bestehenden Prozesse Schritt für Schritt verstehen. Gleichzeitig haben wir gemeinsam immer wieder Punkte identifiziert, an denen Veränderungen sinnvoll sein könnten. Was war die größte Herausforderung nach der Übernahme und wie gehen Sie damit um? Die größte Herausforderung war für mich das Cashflow-Management. Da ich aus einem anderen Bereich kam, musste ich zunächst ein Gefühl für saisonale Schwankungen entwickeln. Gleichzeitig ist die Situation als Selbstständiger eine andere als im Angestelltenverhältnis: Man trifft die finalen Entscheidungen selbst – und muss sie auch verantworten. Gerade wenn man beispielsweise den Lagerbestand einmal zu optimistisch aufgebaut hat, gibt es niemanden, der einem vorgibt, wie die laufenden Rechnungen zu bezahlen sind. Diese Verantwortung – gegenüber Partnern, Lieferanten, aber insbesondere auch den eigenen Mitarbeitern, hat meinen Blick für Planung und Liquidität enorm geschärft. Phillipp Hübler, Geschäftsführer GfG-Group Floor Grid GmbH Titelthema 23 Wirtschaftskompass 05 | 06 | 2026
RkJQdWJsaXNoZXIy MTkyOTU0Ng==