IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 05/06 2026

XXX Schlimmer geht immer, wer hätte noch im Oktober letzten Jahres beim 12. Energieforum gedacht, dass wir uns wieder einmal in Deutschland mit einer geopolitischen Herausforderung auseinandersetzen müssen. Neue Konflikte und daraus resultierenden Knappheiten und eingeschränkte Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energien bestimmen die Tagesmeldungen. In sehr kurzen Abständen wurden uns die Abhängigkeiten vor Augen geführt: Die Zerstörung der Gasleitungen in der Ostsee, der schnelle Bau von LNG-Terminals im Norden Deutschlands und die Vereinbarung von LNG-Lieferungen aus den VAE, die aktuellen Geschehnisse am Persischen Golf, die angedrohte Schließung der Ölzufuhr zur PCK-Raffinerie in Schwedt, all dies zeigt die hohe Abhängigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland von der Lieferung fossiler Energien. Der nahezu Dauerkrisenmodus der bundesdeutschen Wirtschaft schien überwunden mit einem zaghaften Aufschwung zum Jahreswechsel. Die aktuelle Realität holt uns jedoch wieder ein. Die finanziellen Handlungsspielräume der Wirtschaft und auch der öffentlichen Hand sind zunehmend eingeengt. Der nahezu Dauerkrisenmodus seit 2020 zehrt an der Liquidität. Das hemmt notwendige oder gar wünschenswerte weil zukunftsorientierte Investments auf vielen Ebenen. Reduzierte Ertragslagen sind kein gutes Argument zur Finanzierung von Vorhaben. Oder gerade doch? Zeigen sich klar erkennbare und belastbare Zukunftschancen, dann ergeben sich für viele Marktteilnehmer Invest- und Absatzchancen! Wann, wenn nicht jetzt, müssen zukunftsweisende Entscheidungen gefällt werden mit einer belastbaren Umsetzung zur Reduzierung der Abhängigkeiten. Die Defossilisierung und der Übergang von einer fossilen Wirtschaft und Gesellschaft hin zu erneuerbaren Energien war und ist in einer breiten Diskussion. Diskussionen zur Findung des volkswirtschaftlich gangbarsten Weges ist sicherlich richtig, darf aber nicht zu einem heute so und morgen wieder anders führen. Die Wirtschaft braucht belastbare und klar definierte Rahmenbedingungen und keine Kehrtwendungen oder sonstigen fast schon disruptiven Veränderungen.  VON ANDEREN LERNEN! Ein zaghafter positiver Ausblick könnte alle Marktteilnehmer und politisch Verantwortliche ermutigen: Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland sind wir aus nahezu jeder Krise gestärkt hervorgegangen, mit neuen Entwicklungen, Verfahren und Innovationen gelang es dem „Ingenieuroland Deutschland“, erfolgreich wieder „durchzustarten“. Krisen waren und sind Herausforderungen, die es gilt anzunehmen, um aus dem Konjunkturtal herauszukommen. Die Frage der Energieversorgung, die Dämpfung der Preisanstiege waren und sind aktuell die zentralen Herausforderungen: Unabhängiger machen von den Verwerfungen im internationalen Weltgeschehen um die fossilen Energieträger. Im Bereich der Energieversorgung zeigen sich offenkundige Chancen für eine Zukunftsentwicklung. Mit Blick auf unseren Nachbarn Dänemark  WANN, WENN NICHT JETZT? Energiewende forcieren  Letztendlich dreht sich alles um Verlässlichkeit und auch Bezahlbarkeit: Die Staatskanzlei MV lud Vertreter aus der Wirtschaft, Kammern, Verbänden sowie der Sozialpartner zu einem Energiegipfel Mitte April 2026. In Richtung Bundesregierung sind so entsprechende Forderungen abgestimmt und zusammengefasst worden, um die Senkung der Energiepreise umgehend und merklich zu erreichen. Es geht nicht mehr allein um die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen sondern auch um deren Überleben. Bilder: Staatskanzlei MV 24  Existenzgründung & Unternehmensförderung Wirtschaftskompass 05 | 06 | 2026

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