IHK ZU SCHWERIN Klaus Uwe Scheifler 0385 5103-301 scheifler@schwerin.ihk.de und auch auf Japan können und sollten wir lernen: Konsequente und zielgerichtete Verabredung des Ziels mit dann folgender Umsetzung. Aus der Ölkrise in den 70er Jahren den Schluss gezogen unabhängiger zu werde. Mit den vielen Gebäudewärmepumpen, der frühzeitigen Erhebung eines Pauschalbetrages auf fossile Heizungsanlagen und dem kontinuierlichen Ausbau der erneuerbaren Energien und des Fernwärmenetzes ist Dänemark Vorreiter und nicht zuletzt großer Exporteur von Grünstrom. Mit der Umsetzung des Projektes Energieinsel Bornholm soll dann auch grüner Wasserstoff nach Deutschland geliefert werden. Derzeitiger Schlusspunkt ist wohl das Kraftwerk in Esbjerg zur geothermischen Nutzung der Nordsee und Versorgung der Stadt Esbjerg mit Wärme. Dänemark hat aus der Ölkrise zentrale Schlussfolgerungen gezogen – und konsequent umgesetzt. Es gab keinerlei staatliche Subventionen, um aus der Krise gestärkt hervorzugehen. Und auch Japan hatte aus dem AKW-Unfall den Schluss gezogen zur Nutzung von Wasserstoff – ungefährlich, günstig herstellbar. Zudem wurde die Elektromobilität deutlich vorangebracht, die Hamburger Partnerstadt Hafenstadt Kobe setzt Wasserstoff in zahlreichen Ebenen erfolgreich ein. KONSEQUENTE POLITISCHE AUSRICHTUNG Wer aber in solchen Situationen wie aktuell nicht in die Zukunft investiert, in lohnende weil notwendige Geschäfte, wird mit den alten Geschäften und den alten Standards wohl eher auf der Strecke bleiben. Was wir brauchen ist ein Stück weit Mut und Zuversicht ohne einengende oder gar „bevormundende“ Regularien als Handlungsmaximen. Der dänische Pragmatismus und die japanische Konsequenz zeigen zugleich unser Dilemma auf. Die notwendigen Rahmenbedingungen werden, kaum verabschiedet, wieder kassiert oder verändert. Dänemark hat auch nicht gradgenau die Temperaturen vorgeben wollen, nicht minutengenau geplant und geregelt. Wirtschaft braucht Verlässlichkeit für Investitionen. Investments in erneuerbare Energien sind Long-term Investments, überdauern oft mehrere Legislaturperioden. Politisch gewollte Veränderungen sind hinderlich, zukunftsweisend zu investieren: Für den Errichter, für die Zulieferbetriebe und nicht zuletzt für die Kapitalgeber. Die Vergangenheit der Entwicklung nach Wirtschaftskrisen hatte aber gezeigt: Die Wirtschaftspartner hatten und haben Wege gefunden, aus den Krisen gestärkt hervorzugehen. Für die Umsetzung aller Investitionen – mikroökonomisch wie auch makroökonomisch, der Entscheidung der Heizungsart im Keller, der Antriebsart beim PKW oder LKW oder großvolumige EEG-Anlagen, Speicher oder Elektrolyseure – es braucht einen verlässlichen politischen Rückhalt mit belastbaren Regularien, von der Raumplanung und den Landes- sowie Bundesgesetzen. Jeder Regierungsteil kann und muss seinen Beitrag erbringen, jetzt und morgen Zukunft zu gestalten. Die aktuellen Geschehnisse im arabischen Raum führen uns klar vor Augen, die Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern muss so schnell wie möglich reduziert werden. Existenzgründung & Unternehmensförderung 25 Wirtschaftskompass 05 | 06 | 2026
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