Die Redaktion sprach mit dem neuen Geschäftsführer der Seehafen Wismar GmbH. Torsten Nehls übernahm am 1. Juli 2026 die Geschäftsführung des Seehafens Wismar und kehrt damit nach seiner Tätigkeit im Hamburger Hafen in seine Heimat zurück. Er legt großen Wert auf die enge Verbindung zwischen Hafen, Stadt und Region und möchte den Standort strategisch weiterentwickeln. Im Fokus stehen Zukunftsthemen wie „Green Port“, Resilienz und Digitalisierung. Gleichzeitig sollen bestehende Geschäftsfelder gestärkt und neue erschlossen werden – ohne Personalabbau. Im Gespräch geht es um aktuelle Entwicklungen, strategische Schwerpunkte und die Zukunft des Standorts in einer sich wandelnden Logistikwelt. Hallo Herr Nehls, wie entwickelt sich der Seehafen Wismar im operativen Geschäft? Der Seehafen Wismar entwickelt sich kontinuierlich zu einem leistungsfähigen und vielseitigen Logistikstandort an der Ostsee. Mit stabilen Umschlagszahlen und einer breiten Güterstruktur – von Massengütern über Stückgut bis hin zu Projektladungen – zeigt sich der Hafen auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld robust und anpassungsfähig. Insbesondere der Umschlag von Holzprodukten, Flüssiggütern, Stahlprodukten und Schüttgütern aller Art prägt aktuell das Profil des Standorts. Wo setzen Sie derzeit die wichtigsten strategischen Impulse für die Weiterentwicklung des Hafens? Ein zentraler Fokus liegt derzeit auf der Weiterentwicklung der „grünen Infrastruktur“ sowie der gezielten Erweiterung unserer Dienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Investitionen in alternative Energiegewinnung wie PV-Anlagen und Windtechnologien. Der weiteren Nutzung des eigenen 5G-Campus-Netzes, dem Ausbau der digitalen Prozesse und die Optimierung logistischer Abläufe. Parallel dazu arbeiten wir an der Erschließung und Vermarktung zusätzlicher Terminal- und Logistikflächen, um neuen Kunden attraktive Ansiedlungsmöglichkeiten bieten zu können. Was macht den Standort Wismar im Wettbewerb mit anderen Häfen besonders stark? Der Seehafen Wismar punktet mit klaren Standortvorteilen: kurze Wege, eine enge Verzahnung von Hafen, Schiene und Straße sowie ausreichend verfügbare Flächen für individuelle Logistiklösungen. Gerade für Unternehmen, die flexible und effiziente Lieferketten benötigen, bietet der Standort hervorragende Voraussetzungen. Welche Chancen sehen Sie für den Hafen in den kommenden Jahren? Mit Blick auf die kommenden Jahre sehen wir gute Wachstumschancen – insbesondere im Bereich der Energiewende, bei projektbezogenen Großverladungen sowie im Ausbau nachhaltiger Logistikkonzepte. Unser Ziel ist es, den Seehafen Wismar als verlässlichen Partner für Industrie und Handel weiter zu stärken und seine Rolle als wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region auszubauen. Zum Abschluss: Sie sind neu in der Geschäftsführung – welche Rolle spielt der Austausch mit der regionalen Wirtschaft für Ihre Arbeit? Als neuer Geschäftsführer freue ich mich darauf, gemeinsam mit unserem engagierten Team die Weiterentwicklung des Hafens aktiv zu gestalten und neue Impulse zu setzen. Der persönliche Austausch – wie zuletzt im Rahmen des Besuchs des IHK-Verkehrsausschusses – ist dabei für uns ein wichtiger Baustein, um die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft noch besser zu verstehen und in unsere Arbeit einfließen zu lassen. SEEHAFEN WISMAR – DYNAMISCHER LOGISTIKSTANDORT MIT ZUKUNFTSPERSPEKTIVE Im Interview… Torsten Nehls, Geschäftsführer der Seehafen Wismar GmbH Bild: info@paperheroes.de IHK ZU SCHWERIN Hannes Schubert 0385 5103-209 schubert@schwerin.ihk.de 28 Titelthema Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026
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