IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 07/08 2026

Magazin der IHK zu Schwerin 07 | 08 | 2026 INFRASTRUKTUR IM WANDEL Susanne Rakel Prokuristin, Spedition Lehmkuhl GmbH & Co. KG Landtagswahl 2026 11 Industriedialog 34 KI-Innovationspark vorgestellt 40 WIKO Wirtschaftskompass Westmecklenburg

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Bilder: „… die Verbindung fällt aus!“ Das Ziel der zehnmonatigen Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin sollte ein sichtbarer Beleg dafür sein, dass Deutschland seine Infrastruktur wieder im Griff hat. Nur wenige Wochen nach der Wiedereröffnung zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Ausfälle, Verspätungen und Störungen prägen weiterhin den Alltag. „… die Verbindung fällt aus!“ Täglich kommt es zu Zugausfällen und erheblichen Verspätungen in beide Richtungen. Anschlüsse werden verpasst, Reiseketten brechen auseinander, Planbarkeit geht verloren. Was als modernisierte Hauptachse gedacht war, wirkt im Betrieb weiterhin wie ein System im Dauerstress statt im stabilen Regelbetrieb. Besonders irritierend bleibt, dass selbst grundlegende Stabilität im Betrieb weiterhin nicht gegeben ist. Wenn nach ersten stärkeren Wetterlagen erneut Oberleitungen ausfallen oder Strecken blockiert werden, entsteht der Eindruck, dass die Widerstandsfähigkeit bei der Sanierung nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Infrastruktur muss nicht nur modern, sondern auch belastbar sein. Hinzu kommen Mängel an wichtigen Bahnhöfen und Knotenpunkten: Defekte Aufzüge, nicht funktionierende Sanitäranlagen - das sind keine Randthemen, sondern Teil der täglichen Realität eines Verkehrsträgers mit zentraler Bedeutung für die Wirtschaft. Für Unternehmen und Beschäftigte ist das mehr als ein operatives Ärgernis. Verlässliche Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für Lieferketten, Arbeitswege und Investitionsentscheidungen. Wo sie fehlt, entsteht schleichend Vertrauensverlust – mit spürbaren Folgen für den Standort. Gleichzeitig steht die Schiene vor einem möglichen strukturellen Wandel: Neue Anbieter wollen in den Fernverkehrsmarkt eintreten. Mehr Wettbewerb kann ein wichtiger Impuls sein – für bessere Angebote und mehr Dynamik. Entscheidend ist, dass daraus kein Rückzug aus der Fläche oder eine Ausdünnung des Angebots entsteht. Gerade deshalb ist die Reaktion der Deutschen Bahn genau zu beobachten. Erste Signale, weniger rentable Verbindungen infrage zu stellen, sind kritisch zu sehen. Die Politik ist gefordert, klare Leitplanken zu setzen: Ein funktionierendes Fernverkehrsnetz ist Teil der Daseinsvorsorge. Und doch gibt es einen wichtigen Lichtblick: Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz ist ein klares Signal gesetzt worden. Erstmals wird anerkannt, dass Infrastruktur Grundlage wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ist. Der Fortschritt liegt in der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren – ein zentraler Hebel, den die Wirtschaft seit langem fordert. Entscheidend wird nun sein, dass diesem Anspruch konsequentes Handeln folgt. Deutschland braucht keine neuen Erkenntnisse über die Bedeutung der Infrastruktur mehr, sondern sichtbare Fortschritte in der Umsetzung. Die Strecke Hamburg–Berlin zeigt exemplarisch, wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Realität noch ist. Gerade deshalb ist das Gesetz kein Endpunkt, sondern ein Anfang – mit der klaren Erwartung, dass es jetzt spürbar vorangeht. Matthias Belke Präsident der IHK zu Schwerin Mit dem InfrastrukturZukunftsgesetz ist ein klares Signal gesetzt worden. Erstmals wird anerkannt, dass Infrastruktur Grundlage wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ist. Rubrik  1 Bild: info@paperheroes.de IHK Direkt 0385 5103 111 Der schnelle Weg zur IHK. Editorial Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

 STANDORTPOLITIK 11 Landtagswahl 2026 12 Wahlforum der IHKs 13 Positionen Die Linke 14 Positionen der AfD 15 Positionen der CDU 16 Positionen des BSW 17 Positionen Die Grünen 18 Positionen der FDP 19 Positionen der SPD 20 Teamgeist auf dem Wasser und an Land 22 Brücken bauen zwischen den Generationen  TITELTHEMA 24 Welt im Wandel ruft nach neuen Ideen 25 Mehr Tempo bei der Planung 26 Intensiver Austausch 26 Lückenschluss erst 2032 28 Im Interview mit Torsten Nehls 29 Hafenentwicklung und kritische Infrastruktur 30 Italo kommt auf deutschem Schienennetz 30 ODEG investiert 31 30 Millionen für Schweriner Straßenbahnnetz 32 Schieneninfrastruktur  EXISTENZGRÜNDUNG & UNTERNEHMENSFÖRDERUNG 34 Industriedialog 34 Neu in der IHK zu Schwerin 35 Menschen, Ideen und Innovation 36 Ernährungswirtschaft ist alamiert 36 Wissenschaft und Wirtschaft gezielt vernetzen 37 Rainer macht den Sake-Deal klar 38 Nachfolger suchen Unternehmen 39 Erfolgreiche Übergaben 40 IHK-Unternehmenswerkstatt 40 KI-Innovationspark vorgestellt  INTERNATIONAL 42 Forderungen in Afrika aktiv managen 42 Mehr Planungssicherheit für Unternehmen 44 Förderungen von Ausfuhrgeschäften  RECHT & STEUERN 45 Krisenfall Cyberangriff 46 Bundeslagebild Cybercrime 2025 48 Öffentliche Aufträge 42  FORDERUNGEN IN AFRIKA AKTIV MANAGEN Afrika bietet exportorientierten Unternehmen enormes Wachstumspotenzial: Steigende Nachfrage, wachsende Industrien und die zunehmende Integration in den Welthandel schaffen attraktive Chancen. Gleichzeitig stellt das Forderungsmanagement deutlich höhere Anforderungen als in etablierten Märkten. Inhalt 2  Inhalt Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

20  TEAMGEIST AUF DEM WASSER UND AN LAND Das Vereinswesen lebt vom Engagement zahlreicher Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihrerseits diese Arbeit massiv unterstützen. Ob im sportlichen, kulturellen oder karitativen Bereich, ohne die Wirtschaft ist Vieles einfach nicht möglich.  BUNDESLAGEBILD CYBERCRIME 2025 Cyberkriminalität bleibt eine erhebliche Bedrohung für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen. Besonders Ransomware, Datenerpressung, DDoSAngriffe und der missbräuchliche Einsatz künstlicher Intelligenz prägen die aktuelle Lage.  FÖRDERUNGEN VON AUSFUHRGESCHÄFTEN Bis dato wurde die Förderungswürdigkeit eines Ausfuhrgeschäfts, für das eine Exportkreditgarantie beantragt wurde, in erster Linie am Warenursprung festgemacht. Diesen Ansatz hat der Bund im vergangenen Jahr um flex&cover erweitert. 44 46 Inhalt  3 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bilder: Die ELLCIE Industries GmbH zeigt eindrucksvoll, wie regionale Unternehmen ihre technologische Kompetenz kontinuierlich weiterentwickeln und auf neue Anwendungsfelder übertragen. Das Unternehmen hat sich über viele Jahre mit der Entwicklung und Fertigung hochspezialisierter Elektronenmikroskope einen Namen gemacht. Die Systeme finden ihre Anwendung in Forschung, Industrie sowie in sicherheitsrelevanten Bereichen und ermöglichen Analysen im Mikro- und Nanobereich. Bei einem Besuch der IHK zu Schwerin vor Ort wurde deutlich, wie viel Ingenieurskunst und Spezialwissen hinter den Produkten steckt. Gleichzeitig zeigte sich, dass ELLCIE den Blick nicht nur auf etablierte Geschäftsfelder richtet, sondern aktiv neue Herausforderungen aufgreift.  NEUE LÖSUNGEN FÜR AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN Ein Beispiel dafür sind die CONTERBASE-Stationen. Mit diesem Konzept beschäftigt sich das Unternehmen mit Lösungen für den Bereich Krisenvorsorge und Bevölke-  ELLCIE INDUSTRIES GMBH Vom Elektronenmikroskop zum Bevölkerungsschutz Man sagt, die Lübecker verstehen etwas von Marzipan. Ab dem 15. Juli kommt nun noch eine weitere Spezialität hinzu: außergewöhnlicher Genuss. Mit der Eröffnung ihres neuen Fachgeschäfts in der Beckergrube 20 schlägt „Die Genusswelt“ ein neues Kapitel ihrer Unternehmensgeschichte auf. Erstmals verlässt das Schweriner Familienunternehmen die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns und eröffnet seinen ersten Standort in Schleswig-Holstein. Auf rund 100 Quadratmetern erwartet Besucher eine Welt aus über 1.500 ausgesuchten Spezialitäten – von hochwertigen Essigen und Ölen über Gewürze, Schokoladen und Feinkost bis hin zu Weinen, Spirituosen und außergewöhnlichen Geschenkideen. Doch Produkte allein machen die Genusswelt nicht aus. Das Konzept setzt konsequent auf persönliches Erleben. Nahezu alles darf probiert werden. Gäste werden beraten, erhalten Rezeptideen, Anwendungstipps und kleine Genussgeschichten. Einkaufen wird damit wieder zu dem, was es eigentlich sein sollte: ein Erlebnis. Betreiber des neuen Standortes ist Matthias Schmurr, der sich mit der Eröffnung einen lang gehegten Traum erfüllt. „Ich wollte nie einfach nur Produkte verkaufen. Ich möchte Menschen begeistern, überraschen und ihnen ein Lächeln mit nach Hause geben. Genau dafür steht die Genusswelt. Ich freue mich riesig darauf, unsere Gäste in Lübeck willkommen zu heißen.“ Für Unternehmensgründer Wencke und Thomas Witte markiert die Eröffnung einen besonderen Meilenstein. „Natürlich macht es uns ein wenig stolz, dass wir Mecklenburg-Vorpommern nun erstmals verlassen“, sagt Geschäftsführer Thomas Witte mit einem Augenzwinkern. „Aber keine Sorge – wir bleiben unserem Norden treu. Wir sind lediglich ein paar Kilometer weiter die Ostsee entlanggezogen. Lübeck passt hervorragend zu unserer Philosophie. Die Stadt verbindet Geschichte, Kultur, Tourismus und Lebensfreude. Genau dort fühlen wir uns mit unserem Konzept zuhause. Wir möchten zeigen, dass stationärer Einzelhandel dann erfolgreich sein kann, wenn er Menschen begeistert und nicht nur Regale füllt.“ Auch Wencke Witte sieht den neuen Standort als wichtigen Schritt für die weitere Entwicklung des Unternehmens. „Wir suchen keine beliebigen Standorte, sondern besondere Menschen. Matthias bringt Leidenschaft, Herzlichkeit und Unternehmergeist mit. Genau diese Gastgebermentalität macht unsere Marke aus.“ Die Beckergrube entwickelt sich zunehmend zu einer lebendigen Flaniermeile in der Lübecker Altstadt. Mit ihrer Mischung aus Kultur, Gastronomie und Einzelhandel bietet sie ideale Voraussetzungen für das Konzept der Genusswelt. Mit dem Standort Lübeck setzt die Genusswelt ihren Wachstumskurs konsequent fort. Nach mehreren erfolgreichen Standorten in Mecklenburg-Vorpommern ist die Hansestadt der erste Schritt über die Landesgrenzen hinaus – weitere sollen folgen.  DIE GENUSSWELT Erste Filiale außerhalb MVs  XXXXXX IHK ZU SCHWERIN Dr. Dorothee Wetzig  0385 5103-307 wetzig@schwerin.ihk.de Bild: Die Genusswelt 4  Wirtschaftsregion Westmecklenburg Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bilder: IHK; nordreport/Jens Büttner Mit der geplanten Fusion von Arla Foods und der DMK Group ist ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zu einem Zusammenschluss von 11.200 Landwirtinnen und Landwirten in sieben Ländern erreicht. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, in Größe und Widerstandsfähigkeit der europäischen Lebensmittelproduktion zu investieren, die Ernährungssicherheit zu stärken sowie eine wachsende Weltbevölkerung zu versorgen. Die Fusion trat am 1. Juni 2026 in Kraft. Die Fusion baut auf einer langjährigen, bewährten Partnerschaft, gemeinsamen Werten und sich ergänzenden Stärken auf. Es ist ein Zusammenschluss von 11.200 Landwirten in sieben europäischen Ländern und 28.800 Mitarbeitenden weltweit. Gemeinsam werden sie daran arbeiten, in einer Zeit geopolitischer und wirtschaftlicher Umbrüche zu einer guten Auswahl an Lebensmitteln und zur Ernährungssicherheit in Europa beizutragen. Dabei teilen sie das Engagement, Lösungen mitzugestalten und zu skalieren, die widerstandsfähigere Lebensmittelsysteme unterstützen. Die Basis hierfür ist betriebliche Stabilität und eine robuste Genossenschaft, die eine zuverlässige Lebensmittelversorgung und eine stabile Grundlage für ihre Landwirte gewährleistet. Durch die Fusion entsteht unter dem Namen Arla ein gemeinsamer Milchpool von jährlich 19,4 Milliarden Kilogramm sowie ein Pro-forma-Umsatz von mehr als 20 Milliarden Euro. Das Werk von Arla Foods in Upahl, Landkreis Nordwestmecklenburg, ist ein bedeutender Milchproduzent in Nordwestmecklenburg und stellt viele regionale Milchprodukte her. Der Standort verarbeitet große Mengen Milch und liefert Produkte wie Quark, Joghurt, Trinkmilch und Skyr für Deutschland und andere europäische Länder, was ihn zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Region macht. Arla verfolgt ambitionierte Nachhaltigkeitsziele, etwa die Reduktion von CO2-Emissionen und den Ausbau von Ökostromnutzung.  FUSION IN DER ERNÄHRUNGSWIRTSCHAFT Arla Foods und DMK Group Arla Foods: Umsatz: 15,1 Mrd. EUR Eigentümer: 7.300 Mitarbeitende: 22.000 Milchmenge: 14,3 Mrd. kg DMK Group: Umsatz: 5,3 Mrd. EUR Eigentümer: 3.900 Mitarbeitende: 6.800 Milchmenge: 5,1 Mrd. kg rungsschutz. Angesichts zunehmender Anforderungen an die Resilienz von Kommunen und kritischen Infrastrukturen gewinnt dieses Themenfeld an Bedeutung. Die Stationen sind für Einsatzszenarien konzipiert, in denen eine verlässliche Infrastruktur für Kommunikation, Information oder Energieversorgung benötigt wird. Denkbare Einsatzbereiche reichen von Großveranstaltungen bis hin zu außergewöhnlichen Schadenslagen. Damit greift ELLCIE ein Thema auf, das viele Kommunen und Organisationen aktuell beschäftigt. Wirtschaftsregion Westmecklenburg  5 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Die praxisnahe Ausbildung junger Fachkräfte erhält einen neuen Impuls: Ypsomed hat dem Regionalen Beruflichen Bildungszentrum für Technik der Landeshauptstadt Schwerin eine moderne Spritzgussmaschine übergeben, die kürzlich feierlich eingeweiht wurde. Damit wird es den Auszubildenden künftig möglich sein, industrielle Kunststoffverarbeitung direkt an einer realitätsnahen Anlage zu erlernen und zu vertiefen. Insbesondere im Ausbildungsberuf „Technologe/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik“, der seit 2025 in dem Regionalen Beruflichen Bildungszentrum angeboten wird, eröffnet die Maschine vielfältige Lernmöglichkeiten: Von der Einrichtung und Parametrierung der Anlage über die Werkstoffkunde und Werkzeugtechnik bis hin zur Qualitätssicherung und nachhaltigen Prozessführung. Auch digitale Kompetenzen werden gestärkt, etwa durch die Erfassung und Auswertung von Prozessdaten sowie die Dokumentation nach betrieblichen Standards. Darüber hinaus kommt die Spritzgussmaschine auch in der Berufsvorbereitung zum Einsatz. Hier dient sie der praxisnahen Berufsorientierung und vermittelt grundlegende Fertigkeiten – von der sicheren Maschinenbedienung bis hin zu einfachen Produktionsabläufen und Qualitätskontrollen. „Die Kooperation zwischen Berufsschulen und Unternehmen vor Ort unterstreicht die Bedeutung einer engen Verzahnung von Bildung und Wirtschaft. Sie schafft optimale Voraussetzungen, um junge Menschen gezielt auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten und dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken,“ so Manuela Gabriel, Leiterin des Fachdienstes Schulen der Landeshauptstadt. „Wir danken der Firma Ypsomed für ihr hohes lokales Engagement und freuen uns auch weiterhin auf eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit.“ „Mit der Übergabe der Spritzgussmaschine möchten wir einen Beitrag zur Ausbildung zukünftiger Fachkräfte leisten und jungen Menschen einen realistischen Einblick in modernste Produktionsprozesse ermöglichen“, erklärt Ralph Fasler, Vice President Manufacturing von Ypsomed. „Die ENGEL e-mac 50/50 steht exemplarisch für die Technologien, die auch in unserer eigenen Produktion zum Einsatz kommen – präzise, effizient und zukunftsorientiert.“ „Die heutige Einweihung ist ein deutlicher Beweis dafür, dass eine moderne Berufsausbildung lebt und auf wirtschaftliche Veränderungen reagiert. Die Ausbildung ist im Regionalen Beruflichen Bildungszentrum für Technik der Landeshauptstadt Schwerin gut aufgehoben und stärkt das Profil der Berufsschule. Sie ist ein klares Zeichen dafür, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungsunternehmen, dem Schulträger und der IHK zu exzellenten Rahmenbedingungen für die duale Berufsausbildung führt“, betonte Matthis Belke, Präsident der IHK zu Schwerin.  YPSOMED FÖRDERT AUSBILDUNG Spritzguss- maschine eingeweiht  Gemeinsam ein besonderer Meilenstein bei ReformKontor: Geschäftsführer Carsten Greve und Betriebsleiter Enrico Künstler nehmen von Peter Todt (v.r.n.l.) die Ehrenurkunde der IHK zum Schwerin zum 30. Jubiläum am Standort Zarrentin entgegen.  Ausbildung für die Kunststoffverarbeitung: Ralph Fasler, Vice President Manufacturing von Ypsomed übergab im beisein der Bildungsministerin MVs, Simone Oldenburg (2.v.l.), eine moderne Spritzgussmaschine an das Regionale Berufliche Bildungszentrum für Technik der Landeshauptstadt Schwerin. IHK-Präsident, Matthias Belke (r.) und die Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Schwerin, Lisa Haus würdigten dieses Engagement als außerordentlich positiven Beitrag für die Duale Ausbildung. Bilder: IHK; ReformKontor 6  Wirtschaftsregion Westmecklenburg Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Die IHK zu Schwerin hat ein neues Format für Jugendliche entwickelt, das am 3. Juni 2026 erstmalig am Zippendorfer Strand in Schwerin gestartet ist. Damit steht Schülern, Auszubildenden und Unternehmen eine weitere attraktive Plattform zur Berufsorientierung zur Verfügung. „Meet me at the beach“ hieß es an diesem Tag! Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen aus der NielsStensen-Schule sowie Auszubildende aus insgesamt 11 Unternehmen waren aufgerufen, vielfältige Aufgaben zu lösen und in einem Wettbewerb die Besten zu ermitteln. Hier wurden Teamwork, Schnelligkeit und Präzision, Kommunikationsfähigkeit, Kreativität und geistige Fähigkeiten gefordert. Insgesamt sorgten 7 Wettbewerbe für viel Spaß und Unterhaltung. Am Ende wurden die Sieger prämiert. Möglich war diese neu entwickelte Veranstaltung zur Berufsorientierung vor allem durch das finanzielle und personelle Engagement der teilnehmenden Unternehmen. Vor Ort nutzten alle die Chance, Kontakte zu knüpfen oder auch Informationen über Schülerpraktikas und Ausbildungsmöglichkeiten auszutauschen. Die Analyse der Veranstaltung hat vor allem positive Ergebnisse gebracht. Die IHK zu Schwerin, die sich herzlich bei den beteiligten Unternehmen für deren Engagement bedankte, wird dieses Format auch im kommenden Jahr veranstalten.  NEUES IHK-FORMAT ZUR BERUFSORIENTIERUNG Meet me at the beach Bilder: IHK/Drachevsky IHK ZU SCHWERIN Rica Witt  0385 5103-421 r.witt@schwerin.ihk.de Wirtschaftsregion Westmecklenburg  7 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

XXX Verbrechen hat einen Geschmack: Sauer! Zumindest im literarischen Debüt des Plauers Thorsten Falk vom gleichnamigem Seehotel. Der Küchenchef kocht nicht nur, sondern verarbeitet Unmengen kreativer Zutaten in ansprechender Lektüre. Dabei bedient er alle Ansprüche, die ein Krimi braucht: Es gibt einen Mord, der das vertraute Miteinander der Kleinstadt ordentlich ins Wanken geraten lässt. Es gibt Abgründe, dubiose Geschäfte, Geheimnisse und Betrug. Und es gibt eine Hommage an die Schönheit des Seestädtchens, an einen Ort, der für die Familie des gebürtigen Hessens ein Stück Heimat geworden ist. Das Schreiben ging dem Hotelfachwirt mit Schwerpunkt Marketing schon immer gut von der Hand. Lange Zeit publizierte der gelernte Koch einen gut gehenden Blog. Als Influencer das Metier professionalisierten, fand der Familienvater eine neue Passion. Er hielt seine Gedanken in kleinen Essays fest. „Irgendwann habe ich dann eine Geschichte darum entwickelt. Und die war gar nicht so übel“, schmunzelt er über das Entstehen seines Erstlings. „Ganz ehrlich: Das war kein Plan! Aber ich liebe Krimis und bediene das Genre nicht mörderisch und blutig und mit vielen Leichen, sondern softer. Cosy crime eben.“ Und obwohl seine Mutter, fachkundig in der Verlagswelt, ihm aus der Buchstadt Frankfurt wenig Hoffnung auf ein Angebot machte, schaffte es der Küchenchef, sein Werk zu verlegen. Im Frühjahr dieses Jahres erschien „Sauer“. Seither kommt es schon mal vor, dass Besucher der Seestadt mit dem Buch in der Hand die Locations finden wollen, an denen die Handlung ihren Lauf nimmt. „Es ist beileibe kein leichtes Unterfangen, nicht jemanden auf die Füße zu treten. Ich möchte hier ja niemanden verärgern“, sagt Thorsten Falk und gibt offen zu, ein wenig Orientierung beim TV-Format „Nord bei Nordwest“ und dem darin vorkommenden fiktiven Ostsee-Städtchen Schwanitz gefunden zu haben. Zufall? Immerhin wohnt Hinnerk Schönemann, der just in diesem norddeutschen Krimi ermittelt, nur einen Steinwurf entfernt – am Plauer See. Von diesem besonderen Lokalkolorit wünschen sich Leser und Gäste noch viel mehr. In seinem nächsten Krimi möchte sich Thorsten Falk daher dieser Herausforderung stellen. „Süß“ soll noch in diesem Jahr zu haben sein. Auf jeden Fall bietet das Schreiben dem Freizeit-Autoren eine willkommene Abwechslung. Er bringt vieles unter einen Hut, macht tatsächlich viele Dinge gleichzeitig und liebt Abwechslung. Als Familienvater und Unternehmer zählt Verantwortungsbewusstsein. „Schreiben kann ich, was ich will. Beim Schreiben ist dieser Druck nicht da, da kann ich mich entfalten. Da bin ich der Fisch, dem der Wurm schmecken muss“, sagt er und lacht mit Blick auf die Binsenweisheit, in der es ja auch noch einen Angler gibt, der sich um den Fisch bemüht… Diese Rolle nimmt er ein, um mit seiner Frau, die das 80 Zimmer zählende Hotel führt, Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Im Sommer kommen klassisch die Familienreisenden. Sehr viele Gäste gehören zur wichtigsten Zielgruppe 55+, die Natur genießen, wandern, Rad fahren, am See entspannen… Tagungen, Führungskräfte-Events und Meetings tragen werktags zu einer insgesamt guten Auslastung bei, sodass die 42 Mitarbeitenden, darunter Azubis aus Indien, reichlich zu tun haben. Thorsten Falk ist gern in Plau am See zu Hause. Als Unternehmer hat er jedoch ein paar Schwierigkeiten mit dem touristisch ansprechenden Ort: Hotelgäste kommen am Bahnhof an schauen ins Leere. Die Südbahn verkehrt im Zwei-Stundentakt, Busse fahren, aber meist zu einer anderen Zeit. Taxis gibt es auch. Oft fungieren diese als Krankentransporte. Der Rufbus ist den Hotelgästen nicht bekannt. Zu Fuß ist der Weg bis zur TopLage am See zu weit und mit Koffer keineswegs komfortabel. Auch Mitarbeitende aus Fernost (wie Vietnam oder aktuell Indien) staunen über eine Infrastruktur, die sie so nicht erwartet hätten… „Ein normaler Standard geht anders!“ sagt Thorsten Falk und wendet sich wieder dem zu, was er selbst in der Hand hat und deutlich besser macht: Kulinarik und Literatur! Barbara Arndt  COSY CRIME VOM PLAUER SEE Unternehmer, Koch und Autor  Thorsten Falk betreibt das Seehotel Plau am See und ist "nebenbei" leidenschaftlicher Krimi-Autor. Bild: Barbara Arndt 8  Wirtschaftsregion Westmecklenburg Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bilder: Jens Büttner / dpa Picture-Alliance; NetzwerkKinder Die Metropolregion Hamburg geht einen neuen Schritt zur Förderung von Innovationen: Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen wollen zum 1. Januar 2027 eine gemeinsame Innovationsagentur gründen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde im Rahmen der Ludwigsluster Gespräche im Schloss Ludwigslust unterzeichnet. Ziel der neuen Einrichtung ist es, die Innovationskraft der gesamten Region zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Akteuren auszubauen. Damit reagieren die Länder auch auf eine Empfehlung der OECD, die bereits 2019 eine gemeinsame Innovationsagentur für die Metropolregion Hamburg vorgeschlagen hatte.  MEHR UNTERSTÜTZUNG FÜR KLEINE UND MITTLERE UNTERNEHMEN Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eröffnet die Agentur neue Chancen. Sie soll den Zugang zu Fachwissen, Technologien und Kooperationspartnern erleichtern sowie bei der Entwicklung innovativer Projekte unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einwerbung und Beantragung von Fördermitteln des Bundes und der Europäischen Union. Durch die bessere Vernetzung bestehender Kompetenzen sollen Ideen schneller in marktfähige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle überführt werden. Unternehmen erhalten damit einen zentralen Ansprechpartner für Innovationsvorhaben und den Wissenstransfer innerhalb der Region.  LÄNDERÜBER- GREIFENDE INITIATIVE Die Innovationsagentur wird mit einem jährlichen Budget von rund 1,5 Millionen Euro ausgestattet, das von den vier beteiligten Bundesländern getragen wird. Nach Angaben der Metropolregion Hamburg handelt es sich um ein in Deutschland bislang einzigartiges länderübergreifendes Modell. Der Hauptsitz der Agentur soll in Hamburg entstehen, ergänzt durch regionale Standorte in den beteiligten Ländern. So sollen Unternehmen vor Ort direkten Zugang zu den Angeboten erhalten. Wie können Kinder bereits im frühen Alter für einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit Konsum sensibilisiert werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich sechs pädagogische Fachkräfte aus sechs Kindertagesstätten und Horten verschiedener Träger im Rahmen der Fortbildung „Konsum umdenken – entdecken, spielen, selber machen“ des Netzwerks der Stiftung Kinder forschen in der Landeshauptstadt Schwerin. Die Veranstaltung fand im Stadthaus Schwerin statt und wurde von Carole Ferch vom phanTECHNIKUM Wismar durchgeführt. Dank der finanziellen Unterstützung der IHK Schwerin konnte die Fortbildung für alle Teilnehmenden kostenfrei angeboten werden. Im Mittelpunkt der Fortbildung stand das Thema Spielzeug und die Bedeutung des Spielens für die Entwicklung von Kindern. Gemeinsam betrachteten die Teilnehmenden, welche Werte Kinder beim Spielen entwickeln, mit welchen Materialien sie sich beschäftigen und welche Rolle nachhaltiger Konsum dabei spielt. Dabei wurden Fragen aufgegriffen wie: Welche Spielsachen lassen sich selbst herstellen? Wie können Alltagsmaterialien kreativ weiterverwendet werden? Und welche Gespräche über Konsum, Ressourcen und Nachhaltigkeit können daraus mit Kindern entstehen? Neben praxisnahen Anregungen für den pädagogischen Alltag setzten sich die Fachkräfte auch mit ihrer eigenen Haltung zu nachhaltigem Konsum auseinander. Ziel war es, neue Impulse für die Bildungsarbeit zu gewinnen und Kinder dabei zu begleiten, ihre Umwelt neugierig, kreativ und verantwortungsvoll zu entdecken. Die Fortbildung ist Teil des Angebots der Stiftung Kinder forschen, die pädagogische Fachkräfte dabei unterstützt, Kinder beim Forschen und Entdecken von Zukunftsthemen zu begleiten. Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung spielen dabei eine wichtige Rolle. Das Netzwerk der Stiftung Kinder forschen in der Landeshauptstadt Schwerin bedankt sich bei der IHK Schwerin für die Unterstützung und bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement. Netzwerk Kinder forschen  LUDWIGSLUSTER GESPRÄCHE Neue Innovationsagentur Wirtschaftsregion Westmecklenburg  9 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bilder: Rund 40 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen beim IHK-Klöntörn in Wismar am 7. April 2026 zusammen, um über das zu sprechen, was die regionale Wirtschaft aktuell bewegt. Im Mittelpunkt standen diesmal besonders viele lokale Themen, aber auch die Digitalisierung der Verwaltung. Zum Auftakt setzten IHK-Präsident Matthias Belke und IHK-Hauptgeschäftsführerin Lisa Haus sowie Wismars Senator René Domke Impulse zur aktuellen wirtschaftspolitischen Lage. Domke kündigte an, städtische Investitionen künftig durch ein Investitionscontrolling besser zu planen. Unternehmen könnten so mehr Planungssicherheit erhalten. Präsident Belke machte in seinem Impuls deutlich: Trotz vieler Reformankündigungen kommen auf Unternehmen und Verbraucher von Minijob über Plasteabgabe bis Tabaksteuererhöhung neue Belastungen zu. Die Bürokratie kostet Deutschland nach Berechnungen bis zu 146 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung pro Jahr. Gleichzeitig verliert das verarbeitende Gewerbe derzeit rund 15.000 Arbeitsplätze pro Monat. Viele Wortbeiträge drehten sich um die Digitalisierung der Verwaltung. Zwar werden immer mehr Anträge digital angeboten, weiterhin müssen aber auch analoge Angebote erhalten werden. Kritisch wurde der anhaltende Stellenaufwuchs, die unterschiedlichen Software-Lösungen und die tatsächliche Digitalisierung der Arbeitsprozesse in der Verwaltung hinterfragt. Eine Chance bietet hier nun der angekündigte Umstieg des Landes auf Open-Source-Lösungen. Die Marktmacht des Landes könnte auch kommunalen Verwaltungen helfen, einheitlich und nachhaltig auf Open Source umzusteigen. Die Reformpläne bei Minijobs sorgen weiter für Verunsicherung. Gerade Tourismus, Handel, Gastronomie und viele kleinere Betriebe sind auf flexible Beschäftigungsformen angewiesen. Auch für Studenten, Rentner oder Menschen in Übergangsphasen sind Minijobs oft eine wichtige Möglichkeit, Einkommen zu erzielen. Die IHK wird sich deshalb weiterhin mit Nachdruck für Anpassungen im Sinne der Wirtschaft bei der Politik einsetzen. Ob Öffnungszeiten, TKMS-Werft, Wirtschaftsförderung, Verkehrsleitsystem oder Wärmeplanung: Beim Klöntörn kamen viele lokale Themen auf den Tisch. Wir nehmen diese Anliegen nun mit, bündeln sie und bringen diese mit Nachdruck gegenüber Politik und Verwaltung ein. Denn genau dafür ist der Klöntörn da: zuhören, einordnen, weitergeben und Lösungen voranbringen.  KLÖNTÖRN WISMAR Viele Themen, klare Worte Bilder: IHK 10  Wirtschaftsregion Westmecklenburg Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bilder: Unternehmen sehen sich dabei oft mit unsicheren politischen Rahmenbedingungen konfrontiert. Gerade in dieser Phase kommt der Landespolitik eine besondere Verantwortung zu: Sie muss verlässliche Leitplanken setzen, Investitionen ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig sichern. Die IHKs in MV haben große Erwartungen an die Politikerinnen und Politiker, die Rahmenbedingungen in diesem Sinne zu gestalten. Deshalb haben wir unsere Perspektiven in gezielten Wahlforderungen zusammengefasst, die Teil des politischen Diskurses werden sollen.  ZENTRALE ZUKUNFTSTHEMEN IM FOKUS Im Mittelpunkt unserer Forderungen stehen zentrale Zukunftsthemen für MV: Der konsequente Bürokratieabbau und eine moderne, digitale Verwaltung, schnellere und planbare Genehmigungsverfahren, wettbewerbsfähige Energiepreise und der Ausbau der Energieinfrastruktur, leistungsfähige Verkehrs- und Mobilitätsangebote sowie eine verlässliche Infrastruktur insgesamt. Dabei geht es uns nicht um Einzelinteressen, sondern um tragfähige Rahmenbedingungen für Unternehmen aller Branchen und Größen im Land. Ebenso entscheidend sind die Sicherung von Fachkräften und eine starke berufliche Bildung, die Förderung von Innovation, Industrie und Digitalisierung sowie klare Strategien für Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften, die wirtschaftliche Realität und Machbarkeit berücksichtigen.  WIRTSCHAFT ALS GLEICHBERECHTIGTE PARTNERIN DER POLITIK Damit diese Herausforderungen erfolgreich bewältigt werden können, braucht es ein neues Verständnis im Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft. Unternehmen benötigen mehr Handlungsspielräume und die Möglichkeit, ihre Expertise aktiv einzubringen. Es geht darum, Wirtschaft als gleichberechtigte Partnerin zu begreifen und sie stärker in die Entwicklung tragfähiger Lösungen einzubeziehen. Politische Entscheidungen, Verwaltungsabläufe und Genehmigungsprozesse müssen sich an der Geschwindigkeit und den realen Bedingungen wirtschaftlichen Handelns orientieren. Planungs- und Umsetzungszeiten gilt es, zu verkürzen, um Unternehmen Verlässlichkeit zu geben. Gleichzeitig kommt es darauf an, klare und praxistaugliche Regelungen zu schaffen, unnötige Hürden abzubauen und so die unternehmerische Tätigkeit zu erleichtern.  ANGEBOT ZUM DIALOG Das Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die mehr als 25.000 IHKMitgliedsunternehmen im Land nachhaltig zu verbessern und Orientierung zu geben: für politische Entscheidungsträger, für Parteien im Wahlkampf und für die Öffentlichkeit. Gleichzeitig verstehen wir unsere Forderungen als Angebot zum Dialog. Wir wollen den Austausch zwischen Wirtschaft und Politik stärken, Zielkonflikte offen benennen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Die Landtagswahl 2026 ist mehr als ein politischer Termin – sie ist eine Richtungsentscheidung für die Zukunft Mecklenburg- Vorpommerns als Wirtschafts- und Lebensstandort.  PLATTFORM FÜR PERSPEKTIVEN DER PARTEIEN UND DER UNTERNEHMEN Unsere Forderungen sind auch die Grundlage für diese Ausgabe des IHK-Magazins. Anhand unserer Forderungen benennen die aktuell im Landtag vertretenen Parteien ihre wirtschaftspolitischen Prioritäten und geplanten Maßnahmen für die kommende Legislaturperiode. Die Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern fällt in eine Zeit tiefgreifender wirtschaftlicher, technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen. Landtagswahl 2026 Die Wahlforderungen der IHKs in MV finden Sie hier: www.ihk.de/schwerin/wahlforderungen Standortpolitik  11 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Wie wollen die Spitzenkandidaten zur MV-Landtagswahl die Wirtschaft voranbringen? Darum ging es am 29. Juni 2026 beim Wahlforum der IHKs in MV in der IHK zu Schwerin. Ein Vierteljahr vor der Landtagswahl hatten Unternehmerinnen und Unternehmer die Gelegenheit, sich einen unmittelbaren Eindruck von den wirtschaftspolitischen Positionen der Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten zu verschaffen. Zugleich bot das Forum den IHKs die Möglichkeit, zentrale Anliegen der Wirtschaft deutlich zu platzieren. Moderiert von der mehrfachen RUFER-Preisträgerin Silke Hasselmann, stellten sich Torsten Koplin (Die Linke), Enrico Schult (AfD), Daniel Peters (CDU), Sabine Firnhaber (BSW), Claudia Müller (Bündnis 90/Die Grünen), Jessica Mendle (FDP) und Manuela Schwesig (SPD) den Fragen der Wirtschaft. Im Fokus standen unter anderem Bürokratieabbau, Energiepreise, Entlastungen für Unternehmen sowie die Herausforderungen einzelner Branchen wie der Logistik. Besonders lebhaft wurde es zum Schluss bei der Frage, welche Formen der Zusammenarbeit zwischen den Parteien nach der Wahl denkbar sind. Deutlich wurde: Alle Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten haben bereits Unternehmen im Land besucht, einige bringen selbst unternehmerische Erfahrung mit. Bei einzelnen Themen gab es breite Übereinstimmung – etwa bei der Frage verkaufsoffener Sonntage. Gleichzeitig zeigte die Diskussion, dass fehlendes Vertrauen zwischen einigen Parteien die künftige Regierungsbildung maßgeblich beeinflussen könnte. Umso wichtiger ist aus Sicht der Wirtschaft, was die IHK-Präsidenten Matthias Belke und Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der IHK zu Rostock sowie Vizepräsidentin Nicole Düwell, IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, betonten. Angesichts der großen Herausforderungen und der notwendigen komplexen Lösungen braucht Mecklenburg-Vorpommern eine konstruktive Zusammenarbeit der Parteien. Nur so können Land und Wirtschaft vorankommen. Als politisch neutrale Organisationen haben die IHKs in MV gemeinsame Wahlforderungen formuliert, als Impuls für die wirtschaftspolitische Debatte im Vorfeld der Landtagswahl 2026.  SPITZENKANDIDATEN ZUR LANDTAGSWAHL IN MV Wahlforum der IHKs Bilder: IHK/Drachevsky 12  Standortpolitik Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bild: Die Linke  FACHKRÄFTESICHERUNG Ob Handwerk, maritime Industrie oder Tourismus, in unserer Wirtschaft packen die Menschen mit Leidenschaft an. Die Linke unterstützt das, zum Beispiel durch die Sicherung des Arbeits- und Fachkräftenachwuchses. Die Berufsorientierung im Land wurde grundlegend neu aufgestellt, um den Übergang von der Schule in die Ausbildung zu verbessern und junge Menschen gezielt auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Studieren an unseren Universitäten und Fachhochschulen ist immer eine gute Idee. Und für diejenigen, die als selbständige Unternehmer im Handwerk arbeiten, wollen wir die Meisterausbildung schrittweise kostenfrei stellen.  VERKEHR UND MOBILITÄT Die Erreichbarkeit von Arbeits- und Ausbildungsplätzen ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft. Unsere Mobilitätsoffensive hilft dabei, mehr Angebote durch Busse und Bahnen zu schaffen und bietet mit dem Deutschland- und dem AzubiTicket attraktive Tarife. Auch für den Tourismus sind gute Verkehrsanbindungen wichtig. Damit schon Kinder und Jugendliche unser Land lieben lernen, müssen sie Übernachtungsstätten auch erreichen können. Wir wissen, wer in jungen Jahren von seinem Zuhause begeistert war, kehrt später gern und dauerhaft zurück. Investitionen in den Kinder- und Jugendtourismus sind daher richtig und notwendig.  MARITIME WIRTSCHAFT Die maritime Industrie ist das industrielle Herz unseres Landes. Werften und Zulieferer wollen wir auch zukünftig unterstützen. Dabei legen wir den Fokus auf den zivilen Schiffbau. Konverter- und Munitionsbergungsplattformen sowie die Umrüstung der Antriebe von Binnenschiffen bieten großes Potential. Hohe Energiekosten sind hingegen problematisch. Daher setzen wir uns für einen Energiekostendeckel ein, der mehr Planungssicherheit schafft.  UNTERNEHMENSNACHFOLGE Bei der Unternehmensnachfolge sollen neue Formate, bewährte Hilfsangebote ergänzen. Steht kein Nachfolger bereit, sollen Belegschaften ein privilegiertes Vorkaufsrecht erhalten. Mittels staatlichem Beteiligungsfonds wird der Übergang in Mitarbeitergenossenschaften gefördert.  BÜROKRATIEABBAU In Sachen Bürokratie gibt es Handlungsbedarf. Wir fordern ein Moratorium für Berichtspflichten bis Ende 2027. Unsere Betriebe brauchen eine Atempause. Mit dem Once-Only-Prinzip sorgen wir dafür, dass Daten nur noch ein einziges Mal an Behörden übermittelt werden müssen. Digitalisierung muss echte Entlastung bringen und darf keinen neuen Aufwand schaffen. Linke Wirtschaftspolitik zollt Unternehmen und Beschäftigten Respekt für ihre Leistungen. Sie setzt auf Innovation und will für Entlastungen sorgen.  Simone Oldenburg, Spitzenkandidatin Die Linke-MV Fachkräftesicherung Ob Handwerk, maritime Industrie oder Tourismus, in unserer Wirtschaft packen die Menschen mit Leidenschaft an. Die Linke unterstützt das, zum Beispiel durch die Sicherung des Arbeits- und Fachkräftenachwuchses. Maritime Wirtschaft Die maritime Industrie ist d res Landes. Werften und Zuli künftig unterstützen. Dabei le zivilen Schiffbau. KonverterLandtagswahl 2026 LANDTAGSWAHL 2026 Standortpolitik  13 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bild: AfD  STÄRKUNG DER MINT-FÄCHER Technologie und Innovation brauchen starke Grundlagen. Wir wollen die MINT-Fächer an Schulen und Hochschulen stärken und unterrichtlich absichern, um Fachkräfte zu sichern, Innovationskraft zu erhalten und den Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu machen.  FÖRDERUNG VON FORSCHUNG UND INNOVATION Innovationskraft entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Wir setzen uns für eine gezielte Förderung von Forschung und Entwicklung, starke Hochschul-Wirtschaftskooperationen und schnellen Technologietransfer in die Unternehmen ein.  BERUFLICHE BILDUNG & FACHKRÄFTESICHERUNG Berufliche Bildung ist gleichwertig zum Studium. Moderne, wohnortnah erreichbare Berufsschulen sind unverzichtbar. Fahrtkosten fördern wir stärker. Auszubildende in Engpassberufen erhalten Zuschüsse, Meisterausbildungskosten übernehmen wir zu 90 Prozent.  BÜROKRATIEABBAU & BESCHLEUNIGUNG VON GENEHMIGUNGSVERFAHREN Bürokratie kostet Zeit und Geld. Wir wollen überflüssige Vorschriften abbauen und verankern. Jede neue Regel muss eine bestehende ersetzen. Genehmigungsverfahren müssen schneller werden, mit verbindlichen Fristen und erweiterter Bauvorlageberechtigung.  VERLÄSSLICHE UND PREISWERTE ENERGIEVERSORGUNG Hohe Energiepreise gefährden die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe. Wir setzen uns für Technologieoffenheit, Rückkehr zur Kernkraft, Abbau staatlicher Preisbestandteile und eine Energiepolitik ein, die Versorgungssicherheit vor Ideologie stellt.  DIGITALISIERUNG DER WIRTSCHAFT Digitalisierung ist Wettbewerbsfaktor. Wir wollen den Breitbandausbau vollenden und Unternehmen bei der digitalen Transformation durch gezielte Beratungs- und Förderangebote unterstützen. Digitale Verwaltung muss endlich Realität werden.  FÖRDERPROGRAMME UND FINANZIERUNGSZUGANG Gute Ideen scheitern nicht an Konzepten, sondern an Kapital. Wir wollen Förderprogramme entbürokratisieren und den Zugang zu Landeskreditprogrammen für kleine und mittlere Unternehmen spürbar erleichtern.  ERHALT UND AUSBAU DER VERKEHRSINFRASTRUKTUR Funktionierende Infrastruktur ist Standortvoraussetzung. Wir setzen uns für die Fertigstellung der Autobahn A 20, den Ausbau der Bahnstrecken nach Berlin, die Modernisierung der Häfen Rostock und Wismar sowie den Abbau des Sanierungsstaus im Straßennetz ein.  STÄRKUNG DER INDUSTRIEBETRIEBE Industrie schafft Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wohlstand. Wir setzen uns für aktive Ansiedlungspolitik, wettbewerbsfähige Standortfaktoren und den Erhalt bestehender Industriekapazitäten ein. Deindustrialisierung ist keine Option, sondern eine Bedrohung.  SICHERHEIT & VERTEIDIGUNG ALS WIRTSCHAFTLICHE CHANCE Steigende Verteidigungsausgaben sind nicht nur sicherheitspolitische Notwendigkeit, sondern wirtschaftliche Chance. MV verfügt mit seiner maritimen Industrie über gewachsene Stärken, die wir gezielt für Rüstungs- und Sicherheitsaufträge positionieren wollen.  AUSBAU DER MARITIMEN WIRTSCHAFT Mecklenburg-Vorpommern ist ein Küstenland mit maritimer Tradition. Wir setzen uns für den Ausbau der Hafen- und Werftstandorte, die Stärkung der maritimen Industrie und optimale Bedingungen für Schifffahrt und Meerestechnik ein. Unternehmerische Freiheit, Wertschätzung & verlässliche Rahmenbedingungen Unternehmerischer Mut verdient Respekt, keine Misstrauenskultur. Wir stehen für wirtschaftliche Freiheit, fairen Wettbewerb und Berechenbarkeit. Wer investiert, braucht Verlässlichkeit. Der Staat soll ermöglichen, nicht bevormunden. tschaft werbsfaktor. Wir wollen den n und Unternehmen bei der durch gezielte Beratungs- und zen. Digitale Verwaltung muss Finanzierungszugang ht an Konzepten, sondern an rprogramme entbürokratisieLandeskreditprogrammen für nehmen spürbar erleichtern. Verkehrsinfrastruktur uktur ist Standortvoraussetie Fertigstellung der A 20, den nach Berlin, die Modernisiend Wismar sowie den Abbau aßennetz ein. betriebe höpfung, Arbeitsplätze und s für aktive Ansiedlungspolindortfaktoren und den Erhalt azitäten ein. Deindustrialisiedern eine Bedrohung. ung als wirtschaftliche sgaben sind nicht nur sicherkeit, sondern wirtschaftliche iner maritimen Industrie über r gezielt für Rüstungs- und SiLeif-Erik Holm, Spitzenkandidat der AfD MV  Leif-Erik Holm, Spitzenkandidat der AfD MV LANDTAGSWAHL 2026 14  Standortpolitik Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bild: CDU  DER STAAT DARF WACHSTUM NICHT AUSBREMSEN Mecklenburg-Vorpommern hat enormes Potenzial. Gute Fachkräfte, starke mittelständische Betriebe, attraktive Hochschulstandorte und Platz für neue Industrie. Was oft fehlt, sind nicht Ideen oder Leistungsbereitschaft, sondern politische Rahmenbedingungen, die ein Wachstum tatsächlich ermöglichen. Viele Unternehmen erleben heute eher einen Staat, der bremst statt ermöglicht. Genehmigungen dauern zu lange, Förderprogramme ändern sich ständig und neue Vorschriften kommen schneller hinzu, als alte verschwinden. Selbst zusätzliche Feiertage werden beschlossen, während viele Betriebe längst unter Fachkräftemangel, hohen Energiekosten und wachsender Unsicherheit leiden. Manche Unternehmer brauchen inzwischen mehr Geduld für Anträge als Mut für Investitionen. Genau hier muss Politik ansetzen. Wirtschaft braucht wieder Luft zum Arbeiten. Politik muss Rahmenbedingungen definieren, in der eine soziale Marktwirtschaft möglich ist, aber keine Steuerung für ein eigenes ideologisches Wirtschaftssystem, die Staatsquote muss deutlich nach unten korrigiert werden. Wir schlagen für den Anfang der Legislaturperiode ein Effizienzgesetz vor, wonach alle bestehenden Berichts - und Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten bis zum 31. Dezember 2027 auslaufen. Jede Beibehaltung einer Pflicht muss durch ein Fachgesetz gesondert geregelt werden. Dadurch erreichen wir eine Beweislastumkehr. Nicht der Abbau der Bürokratie muss begründet werden, sondern ihr Fortbestand. Deshalb setzen wir auf schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit. Gesetze sollen künftig stärker darauf geprüft werden, welche Folgen sie für Wachstum, Mittelstand und Arbeitsplätze haben. Was Investitionen unnötig erschwert, gehört abgeschafft. Verwaltungsverfahren müssen digitaler, einfacher und verbindlicher werden. Wer investieren will, braucht Tempo statt endloser Behördenschleifen.  WETTBEWERBSFÄHIGKEIT STATT SYMBOLPOLITIK Gerade Handwerk, Mittelstand und Industrie brauchen wieder bessere Bedingungen. Dazu gehören wettbewerbsfähige Energiepreise, moderne Infrastruktur und eine Verwaltung, die Probleme löst, statt neue zu schaffen. Deshalb wollen wir Bürger und Unternehmen bei den Stromkosten entlasten und insbesondere das produzierende Gewerbe stärken. Wirtschaftliche Stärke entsteht nicht durch Symbolpolitik, sondern durch gute Standortbedingungen, verlässliche Energieversorgung und Investitionen.  OHNE FACHKRÄFTE KEIN WACHSTUM Viele Betriebe finden schon heute keine Nachfolger oder Auszubildenden mehr. Deshalb wollen wir die berufliche Bildung stärken: mit modernen Berufsschulen, mehr Praxisbezug, einer kostenfreien Meisterausbildung und einer Azubi-Prämie für Engpassberufe. Gerade im ländlichen Raum machen konkrete Entlastungen wie das Azubi-Ticket oder der Führerscheinzuschuss oft einen echten Unterschied. Berufliche und akademische Bildung dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Mecklenburg-Vorpommern braucht beides. Auch die Anerkennung ausländischer Berufs- und Bildungsabschlüsse muss schneller und unbürokratischer werden. Wer qualifiziert ist und arbeiten will, darf nicht monatelang auf Entscheidungen warten. Unternehmen brauchen hier endlich verlässliche Unterstützung statt neuer Hürden. Wer Fachkräfte im Land halten will, muss Familien Eigentum wieder stärker ermöglichen. Deshalb setzen wir auf das MV-Baukindergeld, bessere Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau und mehr Planungssicherheit für Bauherren. Eigentum darf nicht wieder zum Luxus werden.  ZUKUNFT ENTSTEHT NICHT VON ALLEIN Mecklenburg-Vorpommern muss attraktiver für Innovationen und neue Technologien werden. Forschung, Startups und Ausgründungen wollen wir stärker fördern und Hochschulen enger mit Unternehmen vernetzen. Die Notwendigkeit einer höheren Risikokapitalausstattung muss seitens des Landes geprüft werden. Gerade bei Digitalisierung, KI, Wasserstoff und neuen Industrieansiedlungen liegen große Chancen für unser Land. MV braucht keinen Staat, der alles besser weiß. Sondern bessere Bedingungen für die Menschen, die jeden Tag Verantwortung übernehmen, Arbeitsplätze schaffen und dieses Land voranbringen.  Daniel Peters, Spitzenkandidat der CDU MV LANDTAGSWAHL 2026 Standortpolitik  15 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bild: BSW  Peter Schabbel, Spitzenkandidat BSW  VERPFLICHTUNG ZU FRIEDEN, SOZIALER GERECHTIGKEIT UND DEMOKRATISCHEN FREIHEITSRECHTEN Wir bekennen uns zu den Grundwerten des Friedens, sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Vernunft und der unveräußerlichen Freiheitsrechte eines jeden Menschen. In einer zunehmend polarisierten Gesellschaft setzen wir uns dafür ein, dass wir als Gemeinschaft friedlich und kompromissbereit miteinander im Gespräch bleiben und unterschiedliche Meinungen respektvoll aushalten können.  VERANTWORTUNG FÜR EINE KLARE UND BÜRGERNAHE KOMMUNIKATION Wir legen großen Wert auf eine klare, verständliche Sprache, die sich von politischem „Sprech“ und leeren Worthülsen abhebt. In unserer Partei vereinen sich Menschen mit unterschiedlichsten beruflichen und persönlichen Erfahrungen. Diese Vielfalt schätzen wir und sehen sie als Chance, neue Perspektiven einzubringen. Wir streben eine Kultur des respektvollen Austauschs an, in der Streit und Meinungsverschiedenheit nicht nur toleriert, sondern als Bereicherung empfunden werden.  ENGAGEMENT FÜR VERANTWORTUNGSBEWUSSTE POLITIK OHNE LEERE VERSPRECHUNGEN Ein großes Problem in der aktuellen Politik ist der Widerspruch zwischen großen, nicht umsetzbaren Versprechungen und der oft enttäuschten Erwartungshaltung der Bevölkerung. Wir bewahren Haltung und bleiben unseren Prinzipien treu. Unsere Partei wird sich für die Umsetzung realistischer, kleiner, aber konsequenter Schritte einsetzen, die den Menschen und dem Land M-V zugutekommen.  EINLADUNG ZUR AKTIVEN TEILNAHME UND KRITISCHEN BEGLEITUNG Wir laden alle Menschen ein, unsere Arbeit kritisch zu begleiten und aktiv zu unterstützen. Nur im offenen Dialog können wir gemeinsam die besten Lösungen für die Zukunft unseres Landes finden. Wir sind davon überzeugt, dass es die Verantwortung jedes Einzelnen ist, sich aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen und zur Gestaltung unserer Gesellschaft beizutragen.  EINSATZ FÜR DEN ERHALT DES FRIEDENS UND EINER NACHHALTIGEN ZUKUNFT Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen, die Förderung der sozialen Gerechtigkeit und der Erhalt des Friedens sind für uns unverzichtbare politische Ziele. Dabei setzen wir uns ein für eine solide Wirtschaft, die nicht nur kurzfristige Gewinne im Blick hat, sondern langfristige Wohlstandsperspektiven für alle schafft und Arbeitsplätze sichert.  ANERKENNUNG DER LEBENSLEISTUNG EINES JEDEN MENSCHEN Wir anerkennen die Lebensleistung jedes Einzelnen als einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Jeder Mensch verdient es, mit Respekt und Wertschätzung behandelt zu werden. Diese Anerkennung ist für uns nicht nur eine ethische Verpflichtung, sondern auch ein zentraler Bestandteil einer gerechten Gesellschaft. Sie bildet die Grundlage für ein solidarisches Miteinander, in dem jeder Mensch sich in seiner Würde und seinen Fähigkeiten anerkannt fühlt. BSW – den Menschen ganz nah. Als BSW Landesverband machen wir uns stark für die Belange und Bedürfnisse der Menschen, die hier leben und die wir vertreten. Auszüge aus der folgenden Resolution stellen unser Selbstverständnis dar und beschreiben die Ziele, die wir in den kommenden Jahren erreichen wollen. LANDTAGSWAHL 2026 16  Standortpolitik Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

Bild: Bündnis 90 UNTERNEHMERTUM  Umweltschutz sichert Lebensqualität und Arbeitsplätze  Mit Erneuerbaren Energien günstigen Strom sichern  Landesstrategie für Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft  Gute und serviceorientierte digitale Verwaltung BILDUNGSPOLITIK  bessere Ausstattung der Berufsschulen  Angemessene Klassengrößen durch länderübergreifende Beschulung  mehr kostenfreie schulische Ausbildungsangebote für Mangelberufe  günstiges Deutschlandticket und Ausbau von bezahlbarem Wohnraum für Azubis FACHKRÄFTE  Serviceorientierte Welcome Center in jedem Landkreis – auch für Rückkehrer  Vernetzung Schule-Unternehmen stärken  sicherer Aufenthaltsstatus während der Ausbildung  Ausländische Qualifikationen schneller anerkennen, Nachqualifikation unterstützen BÜROKRATIEABBAU  Genehmigungsbehörden modernisieren und personell stärken  Einführung von Praxischecks für Landesgesetze, um Bürokratie zu vermeiden  Planungssicherheit durch schnelle Förderentscheidungen  Bauen mit vereinfachten Standards erleichtern und so Kosten senken ENERGIE UND UMWELT  Wind- und Solarenergie schneller vorantreiben  mit norddeutschen Bundesländern abgestimmte Wasserstoff-Landesstrategie  Netz-, Speicher-, Wind- und Solarausbau aufeinander abstimmen, zum Beispiel durch Matching-Plattform für gemeinsame Nutzung von Netzanschlusspunkten VERKEHR UND MOBILITÄT  Landesverkehrsplan, der Bus und Bahn im ganzen Land miteinander verzahnt, damit alle auch ohne Auto bezahlbar von A nach B kommen  sichere, alltagstaugliche Wege für Kinder, Familien und Pendler  mehr Radschnellwege INDUSTRIE  Landesstrategie für Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft  beschleunigte Genehmigungen bei Ertüchtigung, Ausbau, Modernisierung und Schiffsrecycling für Werften  Ausbau Hafeninfrastruktur, Hinterlandanbindungen per Bahn für Tourismus und Güterverkehr TECHNOLOGIE UND INNOVATION  stärkere Innovationsförderung für ansässige Unternehmen  regionale Innovationscluster, unter anderem für Bioökonomie  Ausgründungen aus Hochschulen, unter anderem durch Beteiligungsfonds und Scale-up-Programme unterstützen  Reallabore und Modellregionen, um Innovationen zu erproben STANDORTENTWICKLUNG (RAUMENTWICKLUNG)  Dialog und Beteiligung stärken  Landesförderprogramm für sozialökologische Gründungen, Unternehmensnachfolgen und nachhaltigen Umbau bestehender Betriebe  Kommunen, Vereine und Unternehmen bei Beantragung von EU-Fördermitteln besser begleiten und höhere Kofinanzierung RECHTSTHEMEN  landesweite Open-Source-Strategie und Innovationsfonds für digitale Souveränität mit freier Software  IT-Sicherheit auf allen Ebenen der Verwaltung durch gute Ausstattung für IT-Sicherheitsgesetz, Notfallübungen und Schulungsprogramme  praxisnaher Datenschutz INTERNATIONALES  Mit Euroregion Pomerania Kooperationen von Kommunen, Hochschulen und Unternehmen ausbauen  Metropolregion Stettin als Wirtschafts-, Arbeits- und Naturraum weiterentwickeln  Ausbau länderübergreifender Verkehrsverbindungen TOURISMUS  Ganzjahresangebote unterstützen, um Saison zu verlängern und Akzeptanz bei Einheimischen durch Angebote für alle zu stärken  Bindung von Förderung an ökologische und sozialökonomische Kriterien  ÖPNV und Radwegenetz ausbauen HANDEL, INNENSTÄDTE UND ORTSZENTREN  Programm „Neuer Schwung für alte Orte“, um Dorfkerne zu beleben  Dorffeste und lokale Begegnungsformate fördern  gute Anbindungen mit Mobilitätsstationen, Regio- und Rufbussen, auch dort, wo regulärer Linienverkehr nicht wirtschaftlich ist  Anpassung gegen Hitze  Claudia Müller, Spitzenkandidatin der Grünen LANDTAGSWAHL 2026 Standortpolitik  17 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

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