IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 07/08 2026

Bilder: Cyberangriffe gehören längst zu den zentralen Risiken für Unternehmen. Sie treffen nicht nur große Konzerne oder kritische Infrastrukturen, sondern zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen. Wie schnell aus einem IT-Sicherheitsvorfall eine echte Unternehmenskrise werden kann, zeigte der Workshop „Krisensimulation: Cyberangriff“, den die IHK zu Schwerin am 12. Juni 2026 im Ludwig-Bölkow-Haus durchgeführt hat. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der mata solutions gmbh und dem Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern statt. Ziel war es, Unternehmen nicht nur theoretisch für Cybergefahren zu sensibilisieren, sondern typische Entscheidungs- und Handlungssituationen im Krisenfall praktisch erlebbar zu machen.  CYBERSECURITY IST FÜHRUNGSAUFGABE Bereits in ihrer Begrüßung machte die Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Schwerin, Lisa Haus, deutlich, dass Cybersecurity heute nicht mehr allein als technisches Thema verstanden werden kann. Ein Cyberangriff betrifft regelmäßig das gesamte Unternehmen: Geschäftsführung, IT, Kommunikation, Personal, Recht, Datenschutz, Produktion und Vertrieb müssen im Ernstfall schnell und abgestimmt handeln. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Frage, ob ein Angriff verhindert werden kann, sondern auch, wie gut ein Unternehmen vorbereitet ist, wenn es tatsächlich zu einem Vorfall kommt.  KRISENSTAB UNTER REALISTISCHEN BEDINGUNGEN Anschließend wurden die Teilnehmenden unmittelbar in ein realistisches Szenario eingebunden. In Kleingruppen übernahmen sie die Rolle der Unternehmensführung der Stadtwerke der fiktiven Stadt Füncken und agierten als Krisenstab. Ausgangspunkt war ein konkreter Cyberangriff auf den Betrieb. Schritt für Schritt mussten die Gruppen die Lage bewerten, Zuständigkeiten klären, Prioritäten setzen und Entscheidungen treffen. Dabei zeigte sich schnell, wie herausfordernd eine solche Situation sein kann. Informationen lagen nur unvollständig vor, technische Fragen mussten mit organisatorischen und kommunikativen Entscheidungen verbunden werden, und zugleich standen Fragen der Schadensbegrenzung, der Einbindung externer Unterstützung sowie der internen und externen Kommunikation im Raum. Auch der richtige Zeitpunkt für die Kontaktaufnahme mit Behörden und Strafverfolgungsstellen wurde diskutiert.  VORBEREITUNG ENTSCHEIDET IM ERNSTFALL Gerade diese praktische Herangehensweise machte den besonderen Wert des Workshops aus. Die Teilnehmenden konnten nachvollziehen, wie dynamisch sich ein Cybervorfall entwickeln kann und wie wichtig vorbereitete Abläufe, klare Zuständigkeiten und eine ruhige Entscheidungsstruktur sind. Deutlich wurde auch: In einer echten Krise gibt es selten perfekte Informationen oder einfache Lösungen. Umso wichtiger ist es, handlungsfähig zu bleiben und die nächsten Schritte strukturiert festzulegen. Die fachliche Begleitung durch die mata solutions gmbh und das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern ermöglichte dabei einen praxisnahen Blick aus unterschiedlichen Perspektiven. Während die mata solutions gmbh insbesondere die technische und organisatorische Seite der Krisenbewältigung einbrachte, ergänzte das Landeskriminalamt die kriminalpolizeiliche Sicht auf Cyberangriffe, Ermittlungsansätze und Meldewege.  AUSTAUSCH UND REFLEXION Im Anschluss an die Simulation hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, das Erlebte gemeinsam zu reflektieren und sich bei einem Imbiss auszutauschen. Die Rückmeldungen zeigten, dass die realitätsnahe Übung viele konkrete Impulse für die eigene betriebliche Vorbereitung gegeben hat. Die IHK zu Schwerin wird das Thema Cybersecurity auch künftig aufgreifen und Unternehmen weiter für Prävention, Krisenmanagement und den richtigen Umgang mit IT-Sicherheitsvorfällen sensibilisieren.  ERNSTFALL IM IHK-WORKSHOP ERLEBT Krisenfall Cyberangriff IHK ZU SCHWERIN Thilo Krüger  0385 5103-514 krueger@schwerin.ihk.de Recht & Steuern  45 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026

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