CYBERANGRIFFE BLEIBEN ERNSTES RISIKO FÜR UNTERNEHMEN Bundeslagebild Cybercrime 2025 Das Bundeskriminalamt (BKA) hat das Bundeslagebild Cybercrime 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen: Cyberkriminalität bleibt eine erhebliche Bedrohung für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen. Besonders Ransomware, Datenerpressung, DDoS-Angriffe und der missbräuchliche Einsatz künstlicher Intelligenz prägen die aktuelle Lage. Die Bedrohung durch Cybercrime bleibt in Deutschland auf hohem Niveau. Das Bundeskriminalamt weist für das Jahr 2025 insgesamt 333.922 Cybercrime-Delikte aus. Dabei übersteigen die sogenannten Auslandstaten mit 207.888 Fällen die Inlandstaten mit 126.034 Fällen deutlich. Das zeigt: Cyberangriffe wirken häufig in Deutschland, die Täter agieren aber vielfach aus dem Ausland oder ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Zugleich ist weiterhin von einem hohen Dunkelfeld auszugehen, da nicht alle Vorfälle angezeigt oder erkannt werden. Für Unternehmen ist die Botschaft klar: Cyberangriffe sind kein abstraktes IT-Thema, sondern ein reales Geschäftsrisiko. Ein erfolgreicher Angriff kann Betriebsabläufe unterbrechen, Daten gefährden, Lieferketten beeinträchtigen und erhebliche finanzielle sowie rechtliche Folgen auslösen. RANSOMWARE TRIFFT VOR ALLEM UNTERNEHMEN Eine der zentralen Bedrohungen bleibt Ransomware. Dabei werden IT-Systeme oder Daten verschlüsselt. Häufig kommt hinzu, dass zuvor Daten entwendet werden und die Täter mit deren Veröffentlichung drohen, sogenannte „Double Extortion“. 2025 wurden bundesweit 1.041 Ransomware-Angriffe angezeigt, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben des BKA richteten sich rund 96 Prozent der Angriffe gegen Unternehmen, Organisationen und Institutionen. Etwa 90 Prozent der Angriffe betrafen kleine und mittlere Unternehmen. Rund 76 Prozent der Ransomware-Angriffe konnten dem Modus „Double Extortion“ zugeordnet werden. Zwar zahlten nach den vorliegenden Angaben nur sieben Prozent der Geschädigten Lösegeld. Wer zahlte, zahlte jedoch im Durchschnitt deutlich mehr als im Vorjahr. Die im Rahmen der Erhebung festgestellte Gesamtsumme der in Deutschland gezahlten Lösegelder lag bei rund 15,5 Millionen US-Dollar. Für die betriebliche Praxis bedeutet das: Entscheidend ist nicht nur, Angriffe möglichst zu verhindern. Unternehmen müssen auch darauf vorbereitet sein, nach einem Vorfall schnell wieder arbeitsfähig zu werden. DDOS-ANGRIFFE UND HACKTIVISMUS NEHMEN ZU Auch Überlastungsangriffe, sogenannte DDoS-Angriffe, haben weiter zugenommen. 2025 wurden im Netz der Deutschen Telekom AG 36.706 DDoS-Angriffe gemessen, ein Anstieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Durchschnittlich wurden mehr als 3.000 Angriffe pro Monat registriert. Solche Angriffe können Webseiten, Online-Shops, Kundenportale oder digitale Dienste zeitweise unerreichbar machen. Besonders betroffen waren nach dem Lagebild unter anderem Behörden, öffentliche Verwaltungen, Verkehrsunternehmen und Logistikdienstleister. Für Unternehmen können solche Ausfälle schnell zu Umsatzverlusten, Reputationsschäden und Störungen in Kunden- oder Lieferbeziehungen führen. Hinzu kommt eine deutliche Zunahme hacktivistischer Aktivitäten. Das BKA verzeichnete mehr als 700 Angriffsankündigungen und -meldungen gegen Ziele in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 224 Prozent. Bild: AdobeStock 46 Recht & Steuern Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026
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