Bild: BMLEH Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat bei seinem Besuch in Tokio gemeinsam mit seinem japanischen Amtskollegen Norikazu Suzuki eine Erklärung unterzeichnet, die den Austausch von Agrar- und Lebensmittelprodukten deutlich ausbauen soll. Im Mittelpunkt steht ein Deal, von dem beide Seiten profitieren wollen: Deutschland setzt auf mehr Rotwein-Exporte nach Japan, während Japan den Verkauf von Sake und Reis nach Deutschland ankurbeln möchte. Der Besuch in Tokio war die erste Station von Rainers Asienreise – und gleich zum Auftakt wurden wirtschaftliche Weichen gestellt. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungsbereich vertiefen und sich angesichts internationaler Krisen enger abstimmen. Denn steigende Lebensmittelpreise, unsichere Lieferketten und die Folgen des Klimawandels setzen beide Volkswirtschaften zunehmend unter Druck. Besonders wichtig ist aus deutscher Sicht der Export von Schweinefleisch. Beide Minister vereinbarten, den wissenschaftlichen Austausch im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest weiter zu beschleunigen. Ziel ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit künftig auch wärmebehandeltes deutsches Schweinefleisch nach Japan geliefert werden kann - Experten beider Länder arbeiten dazu bereits eng zusammen. Doch die Reise drehte sich nicht nur um Handel. Am zweiten Tag informierte sich der Minister über das japanische Krisenvorsorge- und Notfallmanagement. Das Inselreich gilt wegen seiner Erfahrungen mit Erdbeben, Tsunamis und anderen Naturkatastrophen als Vorreiter bei der Vorbereitung auf Krisen und der Sicherung der Lebensmittelversorgung. Außerdem besucht der Minister das „Microalgae Lab“ der japanischen CHITOSE Group. Dort steht ein Zukunftsthema im Mittelpunkt: Mikroalgen. Sie gelten weltweit als Hoffnungsträger für nachhaltige Lebensmittel, Futtermittel, biobasierte Rohstoffe und sogar klimafreundliche Energieträger. Mit innovativen Projekten wollen Wissenschaft und Wirtschaft die Bioökonomie der Zukunft vorantreiben. Begleitet wird der Minister während seiner Asienreise nach Japan und China von einer großen Wirtschaftsdelegation. Materialien. Prof. Dr. Grüner von der Universität Hamburg demonstrierte eindrucksvoll, wie Grundlagenforschung den Sprung in die industrielle Anwendung schaffen kann. Eine neu entwickelte Röntgenfluoreszenz-Bildgebung macht es künftig möglich, Immunzellen oder mRNA-basierte Nanopartikel außerhalb großer Forschungsanlagen sichtbar zu machen – mit großem Potenzial für Pharma- und Medizintechnikunternehmen. Wie Digitalisierung die Gesundheitsversorgung verändern kann, zeigte Prof. Dr. Christoph Hornberger von der Hochschule Wismar. Ihr kamerabasiertes Monitoring-System erfasst Vitalparameter und Bewegungsabläufe kontaktlos und datenschutzfreundlich. Anwendungen reichen von Ambient Assisted Living über Telemedizin bis hin zu innovativen Pflegekonzepten. Einen weiteren Schwerpunkt setzte Dr. Volker Weißmann vom Institut für Polymer- und Produktionstechnologien (IPT). Das Institut entwickelt gemeinsam mit Unternehmen patientenindividualisierte Medizinprodukte und verbindet Materialentwicklung, additive Fertigung und Produktionsverfahren zu praxisnahen Lösungen für die Medizintechnik. NEUER ANLAUF FÜR MEHR HANDEL ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND JAPAN Rainer macht den Sake-Deal klar Geopolitische Spannungen, der Druck auf die Lieferketten, unsichere Märkte und der Klimawandel sind Herausforderungen, denen sich Japan und Deutschland stellen müssen. Umso wichtiger sind in diesen Zeiten die engen Beziehungen beider Länder. Japan hat einen Selbstversorgungsgrad von 38 Prozent. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben auch in Japan mit gestiegenen Lebensmittelpreise zu kämpfen. Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat IHK UNTERSTÜTZT BEI KOOPERATIONEN Wenn Unternehmen aus Westmecklenburg Kooperationspartnern aus der Wissenschaft zu einem bestimmten Forschungsgebiet suchen, unterstützt die IHK zu Schwerin gerne mit ihrem regionalen und überregionalen Netzwerk. Kommen Sie auf uns zu! Existenzgründung & Unternehmensförderung 37 Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026
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