ders bei strategisch wichtigen Geschäftspartnern wie Großkunden oder staatlichen Auftraggebern ist Fingerspitzengefühl gefragt, um die Forderungsrealisierung voranzutreiben, ohne langfristige Geschäftsbeziehungen zu gefährden. 3. RISIKEN FRÜHZEITIG ABSICHERN Zahlungsausfälle entstehen in vielen Fällen bereits in der Anbahnungsphase. Fehlende Sicherheiten, unklare Vertragsklauseln oder informelle Zahlungspraktiken schwächen die Position des Gläubigers. In Märkten mit hoher Bargeldnutzung und begrenzter finanzieller Transparenz wird die Nachverfolgung von Zahlungsströmen zusätzlich erschwert. Gesamtwirtschaftliche Faktoren verstärken diese Risiken: In Ländern wie Angola, Äthiopien oder Nigeria lagen die Inflationsraten in den vergangenen Jahren häufig über 20 Prozent während die Quote notleidender Kredite in einigen Märkten über 10 Prozent beträgt. Daher sollten Risiken frühzeitig adressiert werden. Instrumente wie Anzahlungen, Kreditversicherungen oder Akkreditive sind zentrale Bausteine, um Zahlungsausfälle zu reduzieren und die Liquidität abzusichern. 4. ALTERNATIVE STREITLÖSUNGEN NUTZEN Kommt es zum Streitfall, stoßen gerichtliche Verfahren in vielen afrikanischen Ländern schnell an praktische Grenzen. Sie sind häufig langwierig und können sich über 12 bis 36 Monate hinziehen – bei gleichzeitig steigenden Kosten und unsicherer Durchsetzbarkeit von Ansprüchen. Besonders bei öffentlichen oder staatsnahen Schuldnern kann sich die Situation zusätzlich verkomplizieren. Internationale Schiedsverfahren und Mediationslösungen bieten hier eine effizientere Alternative. Sie ermöglichen oft schnellere Entscheidungen und erhöhen die Chancen, Forderungen auch grenzüberschreitend durchzusetzen. Voraussetzung ist jedoch, dass entsprechende Schieds- oder Mediationsklauseln bereits im Vertrag verankert sind, also frühzeitig die Basis für ein planbares und durchsetzbares Forderungsmanagement gelegt wird. LOKALE EXPERTISE ALS ERFOLGSFAKTOR Forderungsmanagement in Afrika erfordert tiefes lokales Know-how. Interne Teams verfügen oft nicht über die notwendigen Ressourcen oder Netzwerke, um in Märkten wie Nigeria, Ghana oder der Elfenbeinküste effizient zu agieren. Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern kann hier entscheidend sein. Coface beispielsweise realisiert offene Forderungen in über 190 Ländern, darunter rund 50 in Afrika, und nutzt dafür ein Netzwerk lokaler Experten und Partner. Diese kennen nicht nur die rechtlichen Gegebenheiten, sondern auch die informellen Mechanismen, die in vielen Märkten eine zentrale Rolle spielen. FAZIT: STRATEGIE STATT STANDARDLÖSUNGEN Forderungsmanagement in Afrika ist anspruchsvoll, aber beherrschbar. Entscheidend ist ein strukturierter, länderspezifischer Ansatz, der wirtschaftliche Kennzahlen, rechtliche Rahmenbedingungen und kulturelle Besonderheiten einbezieht. Wer frühzeitig absichert, Risiken kontinuierlich überwacht und bei Bedarf auf lokale Expertise zurückgreift, kann die hohen DSOWerte vieler Märkte aktiv steuern. Laura Pellegrino politische Instrumente und Zollerhöhungen gegen mutmaßlich unfaire Handelspraktiken einsetzen. Auch produktspezifische Maßnahmen bleiben grundsätzlich möglich. Die Vereinbarung schafft damit trotz asymmetrischer Ausgestaltung mehr Stabilität im transatlantischen Handel, ersetzt jedoch kein dauerhaftes Freihandelsabkommen. Unternehmen sollten die neuen Rahmenbedingungen nutzen, ihre Beschaffungs- und Exportstrategien zu überprüfen und gleichzeitig die weitere Entwicklung der internationalen Handelspolitik im Blick behalten. Sie haben Fragen zum US-Markt oder zu den handelspolitischen Rahmenbedingungen? Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie bei Ihrem Markteintritt oder der Weiterentwicklung Ihres US-Geschäfts. IHK ZU SCHWERIN Annett Reimer 0385 5103-213 reimer@schwerin.ihk.de International 43 COFACE Christian Pfab Head of Commercial Network 06131 323-510 christian.pfab@ coface.com Wirtschaftskompass 07 | 08 | 2026
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