IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 03/04 2026

Bilder: Pixabay/digeman Die Verzögerung bei der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin sorgte in den vergangenen Wochen für erhebliche Unruhe. Für MecklenburgVorpommern ist diese Achse eine zentrale Lebens- und Wirtschaftsader – für Pendlerinnen und Pendler ebenso wie für Unternehmen, Tourismus und Logistik. Jede weitere Verschiebung bedeutet vor allem eines: Fehlende Planungssicherheit. Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin hatte die Entwicklung frühzeitig und deutlich kritisiert. Präsident Matthias Belke erklärte: „Diese erneute Hiobsbotschaft ist ein massiver Schlag für unsere Wirtschaft. Mit Winter muss man im Winter rechnen. Wenn Witterung ein Projekt dieser Größenordnung aus dem Takt bringt, stellt das das gesamte Konzept der Generalsanierung infrage. Unsere Befürchtungen bewahrheiten sich – die Deutsche Bahn liefert eine schlechte Nachricht nach der nächsten.“ Die IHK unterstützte ausdrücklich die deutlichen Worte von Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank, der die Verzögerungen als „inakzeptabel“ bezeichnet hatte. Wenn selbst gegenüber der Landesregierung noch vor wenigen Tagen kein Wort über Probleme verloren worden sei, bedeute das einen erheblichen Vertrauensverlust. Zudem stand weiterhin die angekündigte Streichung von ICE-Verbindungen nach Abschluss der Sanierung im Raum – ein Szenario, das in der Wirtschaft auf großes Unverständnis stieß. „Es kann nicht sein, dass wir monatelang diese Zumutungen ertragen müssen und am Ende schlechter angebunden sind als zuvor. Die zusätzliche Zeit muss jetzt genutzt werden, um wenigstens bei der künftigen Angebotsstruktur nachzubessern. Die Hansestadt Rostock und die Landeshauptstadt Schwerin brauchen eine verlässliche morgendliche Schnellverbindung nach Hamburg. Hier sind nun auch Ministerpräsidentin Schwesig und Minister Dr. Blank in der Pflicht, den Druck gegenüber Bahn und Bundespolitik deutlich zu erhöhen “ In den darauffolgenden Wochen intensivierten sich die Gespräche zwischen Landesregierung und der Deutschen Bahn. Auch aus der Wirtschaft wurden die Erwartungen an eine tragfähige Lösung wiederholt und mit Nachdruck adressiert – öffentlich wie in direkten Gesprächen. Dieser kontinuierliche Austausch und der geschlossene Auftritt gegenüber der Bahn trugen dazu bei, dass die morgendliche ICE-Verbindung Rostock–Schwerin–Berlin nach Abschluss der Bauarbeiten wieder in Aussicht gestellt wurde. Unabhängig von dieser wichtigen Weichenstellung bleibt die zentrale Erwartung bestehen: Die Deutsche Bahn muss einen verbindlichen Zeitplan vorlegen und alle Ressourcen bündeln, um die Bauarbeiten schnellstmöglich zu beenden. Eine leistungsfähige und verlässliche Schienenanbindung ist Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in Mecklenburg-Vorpommern. IHK ZU SCHWERIN Hannes Schubert  0385 5103-209 schubert@schwerin.ihk.de  VERLÄSSLICHKEIT BLEIBT ENTSCHEIDEND Die Bahn kommt… später Existenzgründung & Unternehmensförderung  27 Wirtschaftskompass 03 | 04 | 2026

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