Nach zwei herausfordernden Jahren zeigt die österreichische Wirtschaft 2026 erste stabile Erholungssignale. Laut GTAI wird für 2026 ein BIP-Wachstum von rund 0,9 Prozent erwartet. Bereits 2025 wuchs das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) real um 0,6 Prozent, nachdem im 4. Quartal ein leichtes Plus von 0,2 Prozent verzeichnet wurde. Damit ist die heimische Wirtschaft wieder auf moderatem Wachstumskurs. Die Inflation lag 2025 im Jahresdurchschnitt bei 3,6 Prozent (Statistik Austria), sank jedoch im Jänner 2026 deutlich auf 2,0 Prozent. Im Vergleich dazu betrug die Inflationsrate in Deutschland 2025 durchschnittlich 2,2 Prozent (Destatis). Strukturell bleibt Österreich eine stark exportorientierte Volkswirtschaft. Rund 50 Prozent der Wirtschaftsleistung hängen vom Außenhandel ab. DEUTSCHLAND MIT ABSTAND WICHTIGSTER HANDELSPARTNER Etwa 30 Prozent der österreichischen Exporte gehen nach Deutschland, umgekehrt stammt rund ein Drittel der österreichischen Importe aus Deutschland. 2024 lag das bilaterale Handelsvolumen bei 128,7 Mrd. Euro (Statistik Austria). Trotz konjunkturellem Dämpfer bleibt Österreich für Deutschland das sieben wichtigste Exportland. KOOPERATIONSPOTENZIALE Wachstumssignale kommen 2026 insbesondere aus der industriellen Wertschöpfung und größeren Projekten in der Investitionsgüterindustrie. Auch die Bauwirtschaft bleibt international aktiv: Unternehmen wie Strabag SE, Porr AG oder Swietelsky AG sind europaweit in Infrastruktur-, Energie- und Hochbauprojekten engagiert. Hier eröffnen sich für deutsche Firmen Kooperationspotenziale, primär im nachhaltigen Bauen, im Holzbau sowie bei zirkulären Baustofflösungen. Weitere Chancen liegen in technologiegetriebenen Branchen wie Maschinenbau, Metalltechnik, Automotive, Elektro- und Elektronikindustrie sowie Life Sciences. Österreich zeichnet sich durch einen hohen KMU-Anteil, zahlreiche „Hidden Champions“ und eine innovationsfreundliche Struktur aus. UNKOMPLIZIERTER MARKTEINTRITT Der Markteintritt gilt für deutsche Unternehmen als vergleichsweise unkompliziert. Ähnliche Geschäftsmentalität, hohe Planungssicherheit und enge wirtschaftliche Verflechtungen erleichtern Kooperationen. Als Partner steht Ihnen die Auslandshandelskammer Österreich unter www.oesterreich.ahk.de zur Verfügung. Insgesamt zeigt sich, dass Österreich trotz gedämpfter Dynamik ein stabiler, innovationsorientierter Markt mit hoher Kaufkraft und enger struktureller Anbindung an Deutschland bleibt und damit weiterhin attraktive Perspektiven für deutsche Unternehmen bietet. SWOT-ANALYSE ÖSTERREICH STÄRKEN breit aufgestellte Industrie kulturelle Nähe/enge Verbundenheit zu Deutschland gesellschaftliche und makroökonomische Stabilität Brückenfunktion nach Osteuropa gute Infrastruktur SCHWÄCHEN kleiner Inlandsmarkt/Exportabhängigkeit Importabhängigkeit bei Rohstoffen und Energie Bürokratie/teilweise komplexe Zuständigkeiten geringer Anteil von Hochschulabsolventen wirtschaftliche Abhängigkeit von Deutschland CHANCEN EU-Gelder für Nachhaltigkeit und Digitalisierung Förderung von F&E, Mobility, erneuerbaren Energien und Wasserstoff gutes Image deutscher Produkte Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte aus Osteuropa Ausbau strategischer Kompetenzzentren vieler Konzerne RISIKEN alternde Gesellschaft seit Corona wenig Weiterentwicklung in der Digitalisierung politische Skandale/Intransparenz soziale Spannungen bei der Integration schwache Konjunktur im Land und auf Absatzmärkten EXPORTMARKT ÖSTERREICH Chancen in der Alpenrepublik Quellen: GTAI); Statistik Austria; WIFO; Destatis; BMEIA IHK ZU SCHWERIN Henrike Güdokeit 0385 5103-215 guedokeit@schwerin.ihk.de Informationsangebot für Unternehmen: IHK-Veranstaltung „Fokus Österreich – Marktpotenziale für deutsche Unternehmen“ am 11. Juni 2026, 10:00 – 12:00 Uhr in der IHK zu Schwerin. Weitere Informationen unter www.ihk.de/schwerin in der Veranstaltungsdatenbank. 36 International Wirtschaftskompass 03 | 04 | 2026
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