IHK-Wirtschaftsmagazin WIKO - Ausgabe 09/10 2026

Die Unternehmen in Westmecklenburg investieren weiterhin engagiert in die Ausbildung ihres Fachkräftenachwuchses. Das zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin. Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass die Gewinnung geeigneter Auszubildender zunehmend schwieriger wird. Unbesetzte Ausbildungsplätze, Defizite bei der Ausbildungsreife sowie neue Anforderungen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz prägen die aktuelle Situation. Fast alle befragten Unternehmen bilden weiterhin aus – ein klares Bekenntnis zur dualen Berufsausbildung. Dennoch konnte mehr als jeder zweite Betrieb im vergangenen Ausbildungsjahr nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden, bleibt für viele Unternehmen die größte Herausforderung. Entsprechend plant die Mehrheit der Betriebe zwar, ihr Ausbildungsangebot stabil zu halten, ein Drittel rechnet jedoch mit einer Reduzierung der Ausbildungsplätze. Besonders deutlich fällt die Einschätzung zur Ausbildungsreife aus: 95 Prozent der Unternehmen sehen hier Verbesserungsbedarf. Gleichzeitig zeigen viele Betriebe großes Engagement, um auch leistungsschwächeren Jugendlichen den Einstieg in die Berufsausbildung zu ermöglichen. Neben betriebsinternen Unterstützungsangeboten setzen sie auf Einstiegsqualifizierungen, Praktika oder individuelle Fördermaßnahmen. Die Umfrage zeigt außerdem, dass Weiterbildung für Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Seminare, innerbetriebliche Qualifizierungen und Angebote der Höheren Berufsbildung gehören inzwischen vielerorts selbstverständlich zur Personalentwicklung. Damit investieren die Betriebe nicht nur in ihre Auszubildenden, sondern langfristig in die Sicherung ihrer Fachkräfte. Auch Zukunftsthemen gewinnen an Gewicht. Künstliche Intelligenz hält schrittweise Einzug in die Ausbildung, wird bislang jedoch vor allem punktuell eingesetzt – beispielsweise bei der Nachwuchsgewinnung oder zur Unterstützung von Lernprozessen. Gleichzeitig beschäftigen sich viele Unternehmen noch mit der Frage, wie KI sinnvoll in die betriebliche Ausbildung integriert werden kann. Neben der Fachkräftegewinnung rücken weitere Rahmenbedingungen stärker in den Fokus. So sehen viele Unternehmen Verbesserungsbedarf bei der Wohnraumsituation für Auszubildende und wünschen sich mehr Unterstützungsangebote, um jungen Menschen den Ausbildungsstart in der Region zu erleichtern. Auch internationale Auszubildende gewinnen für einen Teil der Betriebe zunehmend an Bedeutung und leisten bereits heute einen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Die Ergebnisse der Ausbildungsumfrage machen deutlich, dass die Unternehmen in Westmecklenburg ihrer Verantwortung für die berufliche Ausbildung weiterhin nachkommen. Gleichzeitig reichen betriebliche Anstrengungen allein nicht aus. Um die Fachkräftesicherung langfristig zu gewährleisten, sind attraktive Rahmenbedingungen, eine stärkere Berufsorientierung sowie eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Bildungseinrichtungen erforderlich. Die IHK zu Schwerin wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten und die Unternehmen bei der Gewinnung und Qualifizierung ihres Fachkräftenachwuchses unterstützen. IHK ZU SCHWERIN Peter Todt  0385 5103-401 todt@schwerin.ihk.de Bild: IHK 26  Aus- und Weiterbildung Wirtschaftskompass 09 | 10 | 2026  HERAUSFORDERUNGEN UND CHANCEN IN WESTMECKLENBURG IHK-Ausbildungsumfrage

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