2025
Hoffnung und Ernüchterung 2 - 3 Bewegte Zeiten 4 - 9 Ein herausforderndes Jahr 10 - 21 Standort Westmecklenburg 22 - 27 Weltweite Herausforderungen 28 - 30 Gute (Bildungs-)Grundlagen 31 – 41 Breites Aufgabenfeld 42 - 47 Jahresabschlüsse 48 - 53 Vollversammlung der IHK zu Schwerin im Jahr 2025 54 - 55 1 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
Hoffnung und Ernüchterung Matthias Belke Präsident Foto: info@paperheroes.de Lisa Haus Hauptgeschäftsführerin Bereits im Januar 2025 bezeichnete die IHK zu Schwerin in ihrer Bilanz zur Lage der Unternehmen in Westmecklenburg das Jahr 2024 als „verschenktes Wirtschaftsjahr“. Die stark gestiegenen Energiekosten, der anhaltende Kostendruck und die schwache Konsumnachfrage bringen viele Betriebe an ihre Grenzen. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen - das Rückgrat unserer Wirtschaft – stehen seit Jahren unter erheblichem Druck. Vorgezogene Bundestagswahl Die Chance für einen Neuanfang in der Wirtschaftspolitik besteht mit der vorgezogenen Bundestagwahl am 23.02.2025. Und tatsächlich stimmt der Koalitionsvertrages der neuen Bundesregierung hoffnungsvoll, dass die seit langem bestehenden Forderungen der Unternehmen endlich konkret und entscheidend angepackt werden. Die angekündigte spürbare und dauerhafte Senkung der Energiepreise ist dabei eines der dringend benötigten Zeichen. Weitere wichtige Themen zu dieser Zeit: Die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß senken und die Netzentgelte reduzieren. Beim Gaspreis darf die Streichung der Gasspeicherumlage aber nur der Anfang sein. Doch beim Ausbau des Wasserstoffkernnetzes droht Mecklenburg-Vorpommern weitgehend leer auszugehen. Hier erwartet die Wirtschaft eine klare Strategie, um die Erzeugung grüner Energien, deren Umwandlung, Speicherung und Anlandung an den LNG-Terminals eng im Land zu vernetzen. Eine Wertschöpfung darf sich nach Ansicht der IHK nicht auf bestehende Industriezentren beschränken. Deutschlandtempo ausweiten Beim Bekenntnis zum Abbau bürokratischer Hürden und der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sind Licht Foto: info@paperheroes.de 2 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
und Schatten eng beieinander. So begrüßt die Wirtschaft die geplante Abschaffung der Belegausgabepflicht. Allerdings gehen die Pläne bei der dringend notwendigen Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung nicht weit genug. Das ‚neue Deutschlandtempo‘ darf sich nicht nur auf Vorhaben beschränken, die aus dem Sondervermögen Infrastruktur finanziert werden. Hier bleibt der Koalitionsvertrag noch zu vage. Auch die Genehmigungsfiktion sollte als Grundsatz fest verankert werden. Kritisch ist der angesetzte Zeitrahmen für die Unternehmenssteuerreform zu sehen – diese ab 2028 umzusetzen, ist viel zu spät. Nachhaltige Ansätze zur dringend notwendigen Begrenzung der Kosten und Beiträge in den sozialen Sicherungssystemen vermisst die Wirtschaft. Auch die einfachere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und bessere Integration sind wichtige Bestandteile zur Sicherung von Arbeits- und Fachkräften für die Wirtschaft. Investitionsstau auflösen Die Idee zur Einrichtung eines Deutschlandfonds, um die öffentlichen und privaten Investitionen zu bündeln und damit innovative Zukunftsbranchen zu befördern, begrüßt die IHK zu Schwerin ausdrücklich. Dazu gehören umfassende Investitionen in Bildung, Kitas und Schulen genauso dazu wie eine konsequente Digitalisierung. Gerade der Infrastrukturausbau ist enorm wichtig angesichts des jahrelangen Investitionsstaus. Das Bekenntnis zum Ausbau der Häfen und deren Hinterland-Anbindung sowie zur nationalen Hafenstrategie als gesamtstaatliche Aufgabe nützen unserem Land. Konjunkturdaten weiterhin im Grippemodus Die wirtschaftliche Lage in Westmecklenburg bleibt auch im Herbst 2025 angespannt. Von einer nachhaltigen Erholung kann keine Rede sein – der regionale Konjunkturmotor läuft weiter auf Sparflamme. Der aktuelle IHKKonjunkturindex liegt mit 91,6 Punkten erneut deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 109 Punkten. Damit verharrt die regionale Wirtschaft bereits im dritten Jahr in Folge im negativen Bereich des Index. Besonders kritisch beurteilen die Unternehmen die Erhöhung des Mindestlohns: Rund die Hälfte der Betriebe sieht darin eine zusätzliche Kostenbelastung, die in vielen Fällen zu Preissteigerungen führen dürfte. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel für ein Drittel der Betriebe ein drängendes Problem. Reformzeit Die Unternehmen brauchen endlich eine Politik, die nicht bremst, sondern anschiebt. Bürokratie, hohe Kosten und fehlende Investitionsimpulse lähmen den Standort. Deutschland braucht eine Zeit der Reformen, denn jede Art von Entlastung der Wirtschaft ist dabei eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Sonst wird die regionale Wirtschaft den erhofften Aufschwung weiter vertagen müssen! Lisa Haus Hauptgeschäftsführerin Matthias Belke Präsident 3 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
Die IHK fungiert als maßgebliche Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft und gibt rund 24.000 Mitgliedsunternehmen eine starke Stimme gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. In engem Austausch mit Entscheidungsträgern auf kommunaler, Landes- und Bundesebene wirkt sie auf verlässliche und unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen hin. Dies erfolgt unter anderem durch Stellungnahmen, themenspezifische Veranstaltungen sowie einen kontinuierlichen politischen Dialog. Darüber hinaus sammelt und koordiniert die IHK die Anliegen ihrer Mitgliedsbetriebe und bringt diese aktiv in politische Entscheidungs- und Gesetzgebungsverfahren ein, um praxistaugliche Lösungen zu unterstützen. Auf diese Weise stärkt sie die regionale Wirtschaft und setzt wichtige Impulse für Zukunftsfähigkeit, Wachstum und Innovation. Wirtschaft braucht Richtung Das Jahr 2025 hat die Unternehmen in unserer Region vor außergewöhnliche Herausforderungen gestellt. Wirtschaftliches Handeln war geprägt von anhaltender Unsicherheit – verursacht durch geopolitische Spannungen, den fortdauernden Krieg in der Ukraine, schwer kalkulierbare Entwicklungen in den USA sowie eine insgesamt fragile weltpolitische Lage. Gleichzeitig standen viele Betriebe unter hohem wirtschaftlichem Druck: Stark gestiegene Energiekosten, eine wachsende Bürokratielast und komplexe regulatorische Anforderungen banden Ressourcen und erschwerten unternehmerische Entscheidungen. In diesen bewegten Zeiten wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen und eine starke Interessenvertretung für die Wirtschaft sind. Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin hat die Anliegen ihrer Mitgliedsunternehmen konsequent aufgegriffen und gegenüber Politik und Verwaltung klar adressiert. Der Anspruch besteht darin, Orientierung zu geben, Belastungen sichtbar zu machen und praktikable Lösungen einzufordern – im Dialog, mit Haltung und mit Nachdruck. Bewegte Zeiten Bild: Staatskanzlei MV Die Spitzen der Wirtschaftskammern in MecklenburgVorpommern suchen den ständigen Austausch mit der Landesregierung. So sind anlässlich eines Treffens in Göhren-Lebbin am 13. August 2025 für die Wirtschaft wichtige Themenfelder aufgerufen und abgesprochen worden. Dazu gehörten die Senkung der Energiekosten, die Umsetzung des Sondervermögens Infrastruktur und die damit nötige Vergabe von Aufträgen an die Wirtschaft in MV sowie die dringende Entlastung bürokratischer Hemmnisse und der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. 4 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
Podiumsdiskussionen zur Bundestagswahl: Wirtschaft im Dialog mit der Politik Im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 organisierte die IHK zu Schwerin am 27. und 28. Januar zwei Podiumsdiskussionen für die beiden regionalen Wahlkreise. Ziel der Veranstaltungen war es, den politischen Dialog zu stärken und wirtschaftsrelevante Themen frühzeitig in den Wahlkampf einzubringen. Vertreterinnen und Vertreter der zur Wahl stehenden Parteien diskutierten mit Unternehmerinnen und Unternehmern zentrale Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort, darunter Bürokratieabbau, Energiepreise, Fachkräftesicherung und die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands. Die Podiumsdiskussionen boten den Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, ihre Erwartungen und konkreten Anliegen direkt an die Politik zu adressieren und unterschiedliche politische Positionen zu vergleichen. Zugleich machte die IHK deutlich, welche Rahmenbedingungen aus Sicht der regionalen Wirtschaft erforderlich sind, um Investitionen, Innovationen und Beschäftigung langfristig zu sichern. Mit den Veranstaltungen unterstrich die IHK zu Schwerin ihre Rolle als neutrale Plattform für wirtschaftspolitischen Austausch und als Sprachrohr der Unternehmen in entscheidenden politischen Weichenstellungen. 5 IHK zu Schwerin | Bericht 2025 Neue Hauptgeschäftsführerin Am 1. Oktober 2025 nahm Lisa Haus ihre Tätigkeit als neue Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Schwerin auf. Zuvor war sie in der Sitzung der Vollversammlung am 11. Juni 2025 einstimmig in dieses Amt berufen worden. Mit dem Wechsel in der Hauptgeschäftsführung wurde ein wichtiger personeller Meilenstein gesetzt, der für Kontinuität ebenso wie für neue Impulse in der Arbeit der IHK steht. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der konsequenten Digitalisierung der IHK zu Schwerin. Ziel ist es, Strukturen, Prozesse und Angebote weiterzuentwickeln und die IHK zukunftsfähig, effizient und innovativ aufzustellen. Damit soll der Nutzen für die Mitgliedsunternehmen gestärkt und die IHK als moderner, verlässlicher Partner der regionalen Wirtschaft positioniert werden. Auch innerhalb der IHK war 2025 ein Jahr des Wandels. Der Wechsel in der Hauptgeschäftsführung sowie ein begonnener Generationswechsel in der Geschäftsführung markierten wichtige personelle Weichenstellungen für die Zukunft. Diese Veränderungen standen nicht nur für Kontinuität im Auftrag, sondern auch für neue Impulse, frische Perspektiven und die bewusste Weiterentwicklung unserer Organisation. Ein zentraler Schwerpunkt lag zudem auf der strategischen Ausrichtung der IHK im digitalen Bereich. Mit der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie wurden die Grundlage dafür gelegt, Dienstleistungen, Prozesse und Kommunikationswege der IHK zu Schwerin zukunftsfähig aufzustellen – effizienter, nutzerorientierter und näher an den Bedürfnissen der Mitgliedsunternehmen. Bild: IHK IHK-Hauptgeschäftsführerin Lisa Haus hat die Führungsaufgaben der IHK zu Schwerin am 1. Oktober 2025 übernommen. Rund 160 Besucher verfolgten vor Ort und 265 Interessierte über die Livestreams die IHK-Wahlforen. Insgesamt konnten wir über 770 Aufrufe der Aufzeichnungen bis zur Bundestagswahl verzeichnen. In den Sozialen Medien erreichten unsere Beiträge zu den Wahlforen rund 5.300 Menschen. Bild: IHK/info@paperheroes.de
Cybersicherheit als Standort- und Wettbewerbsfaktor Der Jahresempfang der IHK zu Schwerin am 7. November 2025 stand unter dem Leitthema „Erfolgsfaktor Cybersicherheit – Wirtschaftliche Stärke durch digitale Sicherheit“ und griff damit ein zentrales Zukunftsthema der regionalen Wirtschaft auf. Vor dem Hintergrund zunehmender digitaler Bedrohungen rückte die Veranstaltung die Frage in den Fokus, wie Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit stärken und zugleich ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können. Nach der Eröffnung durch IHK-Präsident Matthias Belke richtete die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, ein Grußwort an die Gäste und betonte die Bedeutung digitaler Sicherheit für wirtschaftliche Stabilität und Innovation. Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzte der Impulsvortrag von Linus Neumann, der eindrucksvoll aufzeigte, wie real Cyberangriffe für Unternehmen aller Größenordnungen sind und welche Risiken sich daraus für Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle ergeben. Auf dem sich anschließenden Podium diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und IT-Sicherheitsbehörden unter Moderation der IHK-Hauptgeschäftsführerin Lisa Haus praxisnahe Lösungsansätze für kleine und mittlere Unternehmen. Deutlich wurde dabei, dass Cybersicherheit nicht nur eine technische, sondern auch eine strategische und politische Aufgabe ist, die Kooperation, Sensibilisierung und verlässliche Rahmenbedingungen erfordert. Mit dem Jahresempfang 2025 unterstrich die IHK zu Schwerin ihren Anspruch, aktuelle wirtschaftspolitische Herausforderungen frühzeitig aufzugreifen, den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik zu fördern und ihren Mitgliedsunternehmen Orientierung in einem zunehmend digitalen und unsicheren Umfeld zu geben. Wirtschaftskammern im Austausch Am 7. Februar 2025 führten die fünf Wirtschaftskammern in Mecklenburg-Vorpommern ein gemeinsames Kammergespräch mit dem Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Wolfgang Blank, durch. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die aktuelle wirtschaftliche Lage im Land sowie die zunehmenden Belastungen für die Unternehmen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kammern machten insbesondere auf die angespannte Situation in der Ernährungswirtschaft aufmerksam, die durch steigende Produktionskosten, hohe Energiepreise und wachsende Matthias Belke, Präsident der IHK zu Schwerin Linus Neumann, IT-Sicherheitsexperte und Hacker Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes MV Bilder: IHK/info@paperheroes.de Bild: IHK/Fischer 6 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
IHK zu Schwerin | Bericht 2025 regulatorische Anforderungen erheblich unter Druck steht. Darüber hinaus thematisierten sie die insgesamt hohen Belastungen der Wirtschaft, die Investitionsentscheidungen erschweren und die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe beeinträchtigen. Das Kammergespräch bot Raum für einen offenen und konstruktiven Dialog über notwendige politische Maßnahmen zur Entlastung der Unternehmen. Durch das gebündelte Auftreten der Wirtschaftskammern wurde deutlich, wie wichtig eine enge Abstimmung zwischen Wirtschaft und Landespolitik ist, um tragfähige Lösungen zu entwickeln und verlässliche Rahmenbedingungen für Wachstum und Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen. Strategische Weichenstellungen Im Januar 2025 konstituierte sich nach erfolgreich durchgeführter IHK-Wahl eine neue Vollversammlung für die Legislaturperiode 2025 bis 2029. Damit wurde die Grundlage für die inhaltliche und strategische Arbeit der IHK zu Schwerin in den kommenden Jahren gelegt. Das ehrenamtliche Engagement der Unternehmerinnen und Unternehmer bildet dabei weiterhin das zentrale Fundament der Kammerarbeit. Um gemeinsam mit dem Ehrenamt zentrale Zukunftsthemen und strategische Schwerpunkte zu definieren, fand am 4. März 2025 die Denkfabrik der IHK zu Schwerin statt. In diesem Format wurden aktuelle Herausforderungen für die regionale Wirtschaft analysiert und prioritäre Handlungsfelder für die neue Legislaturperiode herausgearbeitet. Im Fokus standen insbesondere die weitere Digitalisierung der IHK zu Schwerin, die erfolgreiche Gestaltung des Generationswechsels in Wirtschaft und Organisation, die Stärkung von Bildung und Fachkräftesicherung sowie die Sicherstellung von Energieversorgung und Energiesicherheit. Die Denkfabrik bot Raum für einen offenen, konstruktiven Austausch zwischen Haupt- und Ehrenamt und setzte wichtige Impulse für eine zukunftsorientierte Ausrichtung der IHK-Arbeit in bewegten wirtschaftlichen Zeiten. Bild unten links: Die Interessenvertretung der Wirtschaft gegenüber der Politik und Verwaltung findet in zahlreichen Gesprächen mit der Landesregierung statt. So auch mit dem Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Wolfgang Blank, im November 2025. Die sogenannte Denkfabrik, einem stategischen Format für die Mitglieder der Vollversammlung und der hauptamtlichen Leitung der IHK zu Schwerin, fand im März 2025 statt. Bild: IHK 7
Gemeinsam mehr bewegen Im Rahmen einer gemeinsamen Sommertour besuchten die Präsidenten der IHK zu Rostock und der IHK zu Schwerin am 16. und 22. Juli 2025 ausgewählte Unternehmen in der Region, um sich vor Ort ein Bild von aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen zu machen. Stationen der Sommertour waren das Schweriner Unternehmen YPSOMED, die August Hildebrandt GmbH und die Gründer Manufaktur Nööd Tied. In Rostock besuchten die Präsidenten die Warnow Metall GmbH sowie die Groth & Co. Bauunternehmung GmbH. Im Mittelpunkt der Unternehmensbesuche standen der persönliche Austausch mit der Geschäftsführung sowie Einblicke in betriebliche Abläufe, Investitionen und Zukunftsstrategien. Die Gespräche machten deutlich, mit welchen Rahmenbedingungen die Unternehmen aktuell konfrontiert sind – darunter Fachkräftebedarf, steigende Kosten und bürokratische Anforderungen – aber auch, welche Innovationskraft und Leistungsfähigkeit die regionale Wirtschaft auszeichnen. Mit der Sommertour unterstrichen die beiden IHKs die Bedeutung des direkten Dialogs mit den Betrieben vor Ort. Die Eindrücke aus den Unternehmen fließen in die wirtschaftspolitische Interessenvertretung ein und stärken die praxisnahe Ausrichtung der Kammerarbeit. Touren, Treffen und Klöntörn Eine Tour durch die Hansestadt Wismar eröffnete am 29. Oktober der IHK-Führungsspitze viele neue Erkenntnisse. Vor allem ging es für Präsident Matthias Belke und IHKHauptgeschäftsführerin Lisa Haus darum, Probleme zu erörtern und einzusammeln, bei deren Beseitigung die IHK im Interesse der Unternehmen helfen kann. Aber auch das Kennenlernen des wichtigen Standortes war an diesem Tag ein Grundanliegen für die Tour. Netzwerken in entspannter Atmosphäre und ein interessantes Unternehmen aus der Region kennenlernen, daraus bestand der sich am Abend anschließende IHK-Herbsttreff 2025. 120 interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer folgten der Einladung am 29. Oktober 2025. Die Schottel GmbH in Wismar war dabei das gastgebende Unternehmen und erzeugte sehr viel Neugierde. Das Unternehmen ist Weltmarktführer für die Entwicklung und Produktion von rundum steuerbaren Antriebs- und Manövriersystemen sowie kompletten Antriebsanlagen bis zu 30 MW Leistung für beispielsweise Schlepper aller Größen. Damit steht Schottel für die wichtige maritime Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern mit 2.000 Betrieben und 37.500 Beschäftigten. Bild oben rechts: Die Geschäftsführenden Gesellschafter Sabine von Köppen und Mathias Lohraff empfingen die beiden IHKPräsidenten am Standort der August Hildebrandt GmbH im Industriepark Schwerin. Zu Gast bei Ypsomed: Die beiden IHK-Präsidenten wurden durch René Buchholz, Head of Manufacturing, begrüßt und durch die Produktion geführt. Ausschließlich zertifizierte Zutaten sind für den Gründer Robert von Leesen bei seinen Nussprodukten wichtig. Bilder: IHK 8 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
Bereits der IHK-Sommertreff im Juli 2025 erzeugte große Aufmerksamkeit in der Mecklenburgischen Brauerei Lübzer GmbH. Fast 200 Gäste folgten Aufmerksam den Ausführungen des Geschäftsführers Bastian Pochstein und hinterfragten während der Betriebsführung viele Details zu den begehrten Produkten. Die Marke „Lübzer“ wird seit 1877 gebraut und ist heute auch in zahlreichen Ländern der Erde bekannt. Anlässlich des IHK-Wintertreffs am 18. Februar konnten die rund 150 Gäste in der Schoeller-Allibert GmbH netzwerken. Als europäischer Marktführer mit einer 65-jährigen Tradition hat sich die in Schwerin- Sacktannen ansässige SchoellerAllibert zum Ziel gesetzt, mit wiederverwendbaren Lösungen Unternehmen eine nachhaltigere Lieferkette zu ermöglichen. Bekannt ist die Schoeller-Allibert dabei besonders für ihre Transportbehälter. Das Format trifft den Nerv der Unternehmerinnen und Unternehmer. Klönen, stärken und einen Impuls fürs Geschäft mitnehmen: Das ist das bewährte Motto des IHK-Klöntörn. Als regionales Diskussionsformat bietet es die Möglichkeit Klartext zu sprechen und zu erfahren, was andere Unternehmer aktuell bewegt. Damit möchte die IHK Meinungen und Probleme von Mitgliedern einsammeln, die nicht im IHK-Ehrenamt aktiv sind. Am 4. April lud die IHK zum Klöntörn nach Neustadt-Glewe ein, am 25. Juni 2025 fand der Klöntörn zum ersten Mal in Neukloster statt. Zwei weitere Veranstaltungen dieser Art, bei der 25 bis zu 40 Teilnehmer, meist als Frühstücksformat begrüßt wurden, führten zu lebhaften Diskussionsrunden am 9. September in Schwerin und am 2. Dezember 2025 in Boizenburg. Die Vielfalt der Themen reichten bei allen Veranstaltungen von Aus- und Weiterbildung über Energiepreise bis zu Infrastruktur und Bürokratiehemmnisse. Mittagsgespräch zwischen der IHK-Spitze, dem Bürgermeister der Hansestadt Wismar, Thomas Beyer; dem Landrat des Landkreises Nordwestmecklenburg, Tino Schomann, und dem Vorsitzenden der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft, Jörg Denecke (v.l.). Die Schottel GmbH in Wismar öffnete anlässlich des IHK-Herbsttreffens 2025 ihre Hallentore. Bilder: IHK Bild: IHK 9 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
10 IHK zu Schwerin | Bericht 2024 Das Jahr 2025 war geprägt von großen Herausforderungen und großen Unsicherheiten. Der Bruch der Ampel-Koalition, Neuwahlen und die Findung einer neuen Bundesregierung kam nahezu zur Unzeit. Die Wirtschaft, auch in Mecklenburg-Vorpommern, hatte sich mit den Folgen der Energiekrise arrangiert und auf den allgemeinen Anstieg der Kosten auf nahezu allen Ebenen eingestellt. Die Wahlen in den USA und bedingt dadurch eine Ungewissheit der Ausrichtung auf die Exportmärkte blieben auch hier in Westmecklenburg nicht unbeachtet. Allgemeine Teuerungen und Ungewissheiten waren und sind schon immer ein schlechter Begleiter der Wirtschaft. Die Stimmungslage vor allem im produzierenden Gewerbe und auch bei den industrienahen Dienstleistern war somit nachvollziehbar verhalten. Allerdings zeigte sich die Wirtschaft insbesondere im Vergleich zu den industriestarken Regionen in Mittel- und Süddeutschland robusEin herausforderndes Jahr ter und ohne Anzeichen einer Rezession. Die Investitionszurückhaltung und auch das zurückhaltende Neuansiedlungsgeschäft war der vorherrschende Gesamteindruck im Jahr 2025. Bei zahlreichen Unternehmen wurden notwendige oder künftige Investitionen zeitlich verschoben. Regionale Wirtschaftsfördergesellschaften und auch die landeseigene Invest in MV GmbH verzeichneten einen deutlich höheren Aufwand, um Investitionen nach MV zu holen oder Erweiterungsinvestments in Gang zu setzen. Und auch die Bürgschaftsbank Mecklenburg- Vorpommern und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft mbH bekamen die Zurückhaltung zu spüren: Klassische Verbürgungen litten unter der Zurückhaltung im Kreditgeschäft, Beteiligungen konnten nur schwerlich am Markt platziert werden. Augenfällig war der Trend zu größeren Voluminas je Finanzierungsvorhaben. Damit zeigt sich ein Trend auch aus dem Vorjahr, was insbesondere für produzierende Unternehmen gilt: Bestandsunternehmen wachsen, wenngleich zuletzt eher zurückhaltend. Neuansiedlungen von außen und auch das Gründungsgeschäft begann sich erst im Jahresverlauf zu erholen, wenn auch auf einem geringeren Niveau. Flächenbevorratung Die Wirtschaftsdaten und die unklaren konjunkturellen Aussichten auf eine Erholung und einer in der Breite spürbaren VerbesseBild: IHK/info@paperheroes.de Erfolgreich seit 30 Jahren: Die VARIOVAC PS systempack GmbH in Zarrentin. Ein Bestandsunternehmen, das sich ständig erweitern konnte. Die Junge Fahrzeugbau GmbH aus Hamburg investiert in einen neuen Standort im Industriepark Schwerin und begrüßte zum Spatenstich im September 2025 ihre Gäste. Bild: Junge Fahrzeugbau
11 IHK zu Schwerin | Bericht 2024 rung der Rahmenbedingungen stellten eine Vielzahl der wirtschaftspolitischen Akteure vor Herausforderungen. In den IHK-Gremien vertieft diskutiert wurden dringend erforderliche Verbesserungen. Auf der Agenda war die zukunftsfähige Ausgestaltung der Raumplanung des Landes MV und für die Wirtschaftsregion Westmecklenburg. Der Bedarf an neuen Gewerbeflächen entlang der Hauptinfrastrukturachsen, aber auch die Ausweisung von mehr Flächen auch in den Teilregionen für Wohnraum wurden als dringlich benannt. Weitere GE- und Gl-Flächen sind zudem ein wichtiges Argument für Neuansiedlungen. Die Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften bedingt auch eine kostengünstige Unterbringung. Bundesweit sind Industrieflächen mit Abstand zur Wohnbebauung rar - ein erheblicher Standortvorteil für MV. Energieinfrastruktur Ständiger Diskussionspunkt bei zahlreichen Gremiensitzungen ist das Thema Ausbau der Erneuerbaren Energien, aber auch die Nutzung von Vorteilen hieraus. Kannten die Kosten für Strom, Gas und andere Energieträger lange Zeit nur eine Richtung, so entspannte sich der Markt zusehends. Aber durch den Ausbau der erneuerbaren Energien – Windenergie und Solarparks - steigen die Kosten zur Netzanbindung im Mittelspannungsbereich. Und diese sind umzulegen auf die Kilowattstunde verbrauchter Strom. Die Erzeugungsmenge und der Ist-Verbrauch in Westmecklenburg klaffen weit auseinander. Zwar erfolgte in der jüngeren Vergangenheit eine bundesweite neue Aufteilung. Aber die Kosten in MV sind zu hoch im EU-weiten Vergleich, eine deutliche Senkung der Stromsteuer auf den EU Durchschnitt liegt in weiter Ferne. Und auch der unmittelbare Nutzen in MV erzeugte Energie und Direktnutzung durch hiesige Unternehmen konnte auch in 2025 nicht erfolgversprechend umgesetzt werden. Wasserstoff Ebenfalls weit entfernt ist MV von einer Vorreiterstellung mit Wasserstofferzeugung und Nutzung. Viele Konzepte aus der Vergangenheit harren der tatsächlichen Umsetzung. Erst fehlt der Wasserstoff, dann fehlt die Abnahme und Nutzung. Es fehlen die Rahmenbedingungen für die Etablierung nachhaltiger Geschäftsmodelle, um den grünen Strom für die Elektrolyse zu nutzen und lokale Wertschöpfungsketten aufzubauen. Nach wie vor wird mit erheblichen Kostenaufwand abgeregelt und nicht die Umwandlung in speicherfähige Medien in Gang gesetzt. Die auch für MV gefertigten Studien zum Thema Wasserstoffanwendung in der Mobilität zeigten Chancen auf zum Markthochlauf bei flächendeckend rund sechs Wasserstofftankstellen. Umgesetzt wurde in 2025 Nichts. Weit entfernt ist MV auch beim beschlossenem Bau des Wasserstoffkernnetzes. Die nun geplanten Leitungen im östlichen Landesteil versorgen aber nicht den mittleren und westlichen Teil des Landes MV mit dem Speicher in Kraak mit anbinden. Die Wasserstofferzeugung und Verteilung in Westmecklenburg ist noch weiter in die Zukunft geschoben worden. Die Gesamtlänge des genehmigten Kernnetzes beträgt 9.040 km Die Investitionskosten belaufen sich auf 18,9 Milliarden Euro Die Einspeise- bzw. Ausspeisekapazitäten betragen rund 101 GW bzw. 87 GW Baubeginn: 2025 geplante Fertigstellung: 2032 Quelle: Bundesregierung
Bürokratieabbau Die Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen, DIN-Regelungen lassen eine Planung, Genehmigung und Umsetzung in überschaubaren Zeiträumen illusorisch sein. Weitere Vereinfachungen waren und sind im Gespräch. Und auf Bundesebene gab es wichtige Ansätze zur Umsetzung von Vorschlägen der Wirtschaft. Die IHKs in Deutschland hatten Synopsen erstellt und alle Landesbauordnungen abgeglichen. Neben den Fachregelungen wurde endlich die dringliche Notwendigkeit zur Verfahrensverkürzung aufgegriffen, Parallelverfahren bis hin zur Reduzierung der gerichtlichen Überprüfungsmöglichkeiten waren und sind probate Schritte zur Entlastung: Bei der Verwaltung, den Unternehmen und auch der Justiz! Industrieland MV Das Industriepolitische Konzept MV 2030 setzte ein Achtungssignal. Erstmalig wurden in zehn bedeutsamen Kapiteln fast 140 Handlungsempfehlungen formuliert. Kritisiert durch die Wirtschaft wird aber die schleppende Umsetzung. Seit der Veröffentlichung und der Verankerung der Industriestrategie in der Koalitionsvereinbarung im Jahr 2022 ist für die Wirtschaft kaum Nennenswertes passiert. Zugegeben: Zwei Jahre Pandemie gefolgt von der Energiekrise haben die Prioritäten verschoben. Aber erst nach einem Anstoß aus der Wirtschaft kam sprichwörtlich Fahrt auf: Die TOP-Handlungsempfehlungen wurden geclustert und in Expertenrunden wurden konkret umsetzbare Maßnahmen im Detail formuliert. Die Umsetzung obliegt aber nicht allein dem federführenden Wirtschaftsressort. Es sind viele Beteiligte und Ministerien einzubinden für erfolgreiche und in der Breite spürbare Umsetzungen. Die IHK hat diesen Prozess mit angestoßen und begleitet die notwendigen Maßnahmen eng. Tag der Industrie Den traditionell von den Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern (IHKs in MV) ausgerichteten Tag der Industrie im Rahmen der Hannover Messe konnten Studierende aus Wismar und Rostock am 2. April 2025 nutzen, um die Vielfalt der Unternehmenslandschaft in MV kennenzulernen. Die gemeinsame Busreise zur Hannover Messe bot den 45 Studierenden dabei die Gelegenheit, sich vorab mit den ausstellenden Unternehmen zu beschäftigen und im Anschluss die Eindrücke von der Messe auszuwerten. Im Rahmen von Informationen während der Busfahrt und eines Quiz über die ausstellenden Unternehmen bekamen die Studierenden einen niederschwelligen Zugang zu den regionalen Unternehmensvertretern. Zudem konnten sich die StudieBilder: IHK 12 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
renden und Dozenten vom industriellen Leistungsspektrum sowie der Innovationsstärke der Industrie in MV überzeugen. Industrie-Kongress 2025 Am 12. Dezember 2025 fand in der IHK zu Schwerin der Industrie-Kongress Mecklenburg- Vorpommern der IHKs statt. Unter dem Leitthema „Zeitenwende: Sicherheits- und Verteidigungsindustrie als Chance“ diskutierten rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft über industriepolitische Entwicklungen, neue Wertschöpfungsketten und unternehmerische Resilienz. Der Kongress betonte die zentrale Rolle der Industrie als Stabilitäts- und Zukunftsfaktor für das Land. Beiträge aus Politik und Bundeswehr hoben die Bedeutung von Sicherheits-, Verteidigungs- und Zivilschutzinvestitionen hervor und warben dafür, regionale Unternehmen stärker einzubinden. Fachvorträge und Praxisberichte informierten über öffentliche Beschaffungen, Vergabeverfahren und Erfahrungen regionaler Unternehmen. In der Podiumsdiskussion wurde insbesondere die mittelstandsfreundliche Ausgestaltung von Vergaben sowie der Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft als entscheidend für eine nachhaltige industrielle Entwicklung hervorgehoben. Innovationsagentur der Metropolregion Hamburg Die Landeshauptstadt Schwerin ist Teil der Metropolregion Hamburg (MRH). Diese Regionalkooperation wird getragen von den vier Bundesländern Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern, Niedersachsen und SchleswigHolstein, 17 Kreisen und drei kreisfreien Städten, den Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern sowie den Sozialpartnern. In ihrem Regionalbericht von 2019 attestierte die OECD der Metropolregion erhebliche Potenziale, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoff und nachhaltige Technologien, wies jedoch zugleich auf strukturelle Herausforderungen wie Innovationsschwäche und Fragmentierung hin. Sie empfahl einen grundlegenden Strategiewechsel („urgent shift‘) sowie eine stärkere, überregionale Zusammenarbeit. Darauf aufbauend wird eine norddeutsche Innovationsagentur als zentrales Instrument zur Förderung von Innovation sowie des Wissens- und Technologietransfers aufgebaut. Thematische Schwerpunkte sind nachhaltige Energiesysteme, neue Materialien und Produktionsprozesse, Life Science und Gesundheit, Bioökonomie, CO2-freie Mobilität sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Die Gründung der Innovationsagentur ist für das Jahr 2026 geplant. Die Forschungs-GmbH Wismar war maßgeblich im Projektteam beteiligt, welches die Gründung Der Industriekongress Mecklenburg-Vorpommern 2025 fand im Dezember 2025 in der IHK zu Schwerin statt und stand im Zeichen von Sicherheit und Verteidigung. IHK-Präsident Belke begrüßte die interessierten Teilnehmer. 13 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
vorbereitet hat. Der Prozess der Konzeptionierung der Innovationsagentur wird durch die IHK zu Schwerin als eine von drei Vertreterinnen für das Land MV aktiv begleitet. Das Gründungsteam der Innovationsagentur versteht die Metropolregion Hamburg als „atmende Region“, d.h., die Aktivitäten beziehen sich nicht nur auf Westmecklenburg, sondern bringen Kompetenzen aus allen Landesteilen ein. Die IHK zu Schwerin setzt sich gegenüber der Landesregierung MV dafür ein, eine landesseitige Verstärkung der Innovationsagentur als „Zwilling“ der Innovationsagentur der Metropolregion Hamburg. Dieser soll eng verzahnt mit dieser arbeiten und mit mehr Personalressource die Wirksamkeit der Innovationsagentur in alle Landesteile MVs multiplizieren. Präqualifizierung Wie der Abbau von Bürokratie zum Vorteil der Beteiligten erfolgen kann zeigt das Amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen (AVPQ). Wo vorher je Teilnahme an einer öffentlichen Ausschreibung eine Vielzahl von aktuellen Dokumenten einzureichen waren, genügt nun das AVPQ-Zertifikat. Für die Aufnahme in das Verzeichnis müssen Unternehmen sämtliche Nachweise und Eigenerklärungen vorlegen, die üblicherweise bei Vergabeverfahren erforderlich sind. Die freiwillige Eintragung gilt für ein Jahr und bietet Unternehmen neben Zeit- und Kostenvorteilen auch eine erhöhte Rechtssicherheit im Vergabeprozess. Dieser Nachweis der Eignung wird von den öffentlichen Auftraggebern anerkannt - die Vorlage des Zertifikats genügt. Die Präqualifizierung erfolgt durch die Auftragsberatungsstelle MecklenburgVorpommern e.V. (ABST), während die IHK zu Schwerin landesweit für die Eintragung zuständig ist. Digitales MV: Konkreter Nutzen für Unternehmen Digitalisierung, Innovation und Kooperation ohne zusätzlichen Aufwand, aber mit spürbarem Mehrwert voranbringen? Diese Frage stand im Zentrum der Arbeit des Innovation Ports Wismar sowie des Digitalen Innovationszentrums Schwerin. Die IHK zu Schwerin arbeitete auch 2025 zusammen mit beiden Partnern, um Unternehmen aus Westmecklenburg Möglichkeiten aufzuzeigen, konkrete Herausforderungen pragmatisch zu lösen. Im Fokus standen anwendungsnahe Formate, kurze Wege und individuelle Begleitung. Es ging um digitale Prozesse, neue Methoden und darum, wie Unternehmen Innovation strukturiert im Arbeitsalltag verankern können. Die Technologiekonferenz „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ gemeinsam mit dem InnovationPort und der Hochschule Wismar brachte am 27. Februar 2025 Unternehmen und Hochschulforschung gezielt zusammen. In kompakten Kurzvorträgen werden Projektideen, Forschungsansätze und konkrete Bedarfe vorgestellt — mit dem Ziel, Kooperationen anzubahnen, Entwicklungsprojekte zu starten und Innovationen schneller in die Praxis zu bringen. Die regionale Innovationskonferenz am 30. September 2025 zeigte eindrucksvoll, welche innovativen Technologien sich in unserem Bundesland im Bereich Luft- und Bild: Pixabay 14 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
Raumfahrt entwickeln. Die Konferenz war eine Kooperationsveranstaltung der IHK zu Schwerin mit dem InnovationPort Wismar und machte deutlich, dass nachhaltige technologische Entwicklung insbesondere durch enge Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gründungsszene gelingt. IHK-Direkt: Ausgebautes Webinarangebot Die IHKs in MV haben 2025 ihre Webinarreihen gezielt ausgebaut, um Unternehmen praxisnah zu digitalen und nachhaltigen Zukunftsthemen zu informieren. Die Reihe „Gut zu wissen“ richtet sich an interessierte KMU und beleuchtet niederschwellig Schwerpunkte der Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, wie z. B. Kl-geschützte Arbeitsräume für Unternehmen oder Digitale Instrumente speziell für Beherbergungsbetriebe. Ergänzt wird sie durch die Webinarreihe „Nachhaltig Wirtschaften“, die seit 2022 Best Practices, Fördermöglichkeiten und praxisnahe Strategien rund um Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit vermittelt. Ziel der Webinare ist es, Orientierung zu geben, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und den Transfer in die Praxis zu erleichtern. Sie fördern den Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen und vermitteln ihnen die fachlichen Ansprechpartner. Immobilienwirtschaft Der Branchentreff hat sich 20 Jahre nach seiner Premiere fest als Plattform für aktuelle Fragestellungen, Trends und die Weiterentwicklung der regionalen Immobilienwirtschaft etabliert. Ob Digitalisierung, Kl, rechtliche Rahmenbedingungen, politische Impulse oder nachhaltige Stadtentwicklung: Die Branche befindet sich im Wandel, und der Austausch zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik ist wichtiger denn je. Gemeinsam mit dem IVD Region Nord e. V. hat die IHK zu Schwerin am 25. November 2025 den 20. Branchentreff der Immobilienwirtschaft ausgerichtet. Zur Jubiläumsveranstaltung kamen über 70 Teilnehmende - Immobilienmaklerinnen und -makler, Wohnungsverwalter, Architektinnen, Ingenieure sowie Vertreterinnen und Vertreter regionaler Bauunternehmen - in der IHK zusammen. Der Treff bot eine Mischung aus Fachimpulsen, Praxisbeispielen, rechtlichen Updates und viel Raum zum Netzwerken. Zukunftskraft: Maritime Wirtschaft in MV Am 26. und 27. Juni 2025 trafen sich über 140 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zur 11. Zukunftskonferenz der Maritimen Wirtschaft der IHKs in MV. Im Fokus standen Transformation, internationale Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Technologien der Branche. Schwerpunkte bildeten die maritime Energiewende mit alternativen Antrieben und Wasserstofflogistik, maritime Sicherheit einschließlich Cyberresilienz und widerstandsfähiger Hafeninfrastrukturen sowie die moderne maritime Industrie mit automatisierten Fertigungsprozessen. Eine Fachausstellung bot Unternehmen eine Plattform für Austausch und Präsentation innovativer Lösungen. Die Konferenz verdeutlichte die hervorragenden Rahmenbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern für Forschung, Entwicklung und Green Shipping. Rund 2.000 Betriebe mit 37.500 Beschäftigten erwirtschafteten 2024 einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro bei einer Wertschöpfung von 2,7 Milliarden Euro. Die maritime Wirtschaft zeigte sich robust, zukunftsfähig und wachstumsorientiert. Allianz für nachhaltiges Bauen in MV Die Allianz für nachhaltiges Bauen Mecklenburg-Vorpommern trieb auch 2025 praxisnah die Bauwende im Land voran. Mitglieder aus Architektur, Ingenieurwesen, Handwerk, Verwaltung und Wissenschaft arbeiten in vier Projektgruppen zu Kreislaufwirtschaft, ökologischen Baustoffen, energetischer Sanierung sowie nachhaltigem Ingenieur- und Verkehrswegebau. Sie diskutieren politische Rahmenbedingungen, werben Drittmittel für konkrete Projekte ein, Bild: IHK zu Rostock Auf der Zukunftskonferenz der Maritimen Wirtschaft der IHKs in MV Ende Juni 2025 befassten sich 140 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit der Transformation, internationalen Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Technologien der Branche. 15 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
informieren und sensibilisieren Planende, Bauunternehmen, Studierende, Auszubildende sowie Vergabestellen, um nachhaltige Methoden in Ausbildung und Praxis zu verankern. Höhepunkte waren z. B. ein Workshop zu ökologischen Baustoffen, ein Baustellenbesuch beim REWE Green Farming-Markt in Berlin-Lankwitz und die Jahresversammlung im InnovationPort Wismar. Die Initiative fördert Vernetzung, Wissenstransfer, digitale Lösungen und praxisnahe Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft. Die IHK zu Schwerin ist Gründungsmitglied der Allianz und im Lenkungskreis aktiv vertreten. Transformationsreise Wirtschaft Mit dem Fachtag Nachhaltigkeit am 18. Oktober 2025 in der IHK zu Schwerin fand die Transformationsreise Wirtschaft 2025 ihren Abschluss. Seit 2022 entwickelten kleine und mittlere Unternehmen gemeinsam mit NGOs praxisnahe Lösungen für nachhaltige Wertschöpfung. Ziel war es, wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Anhand ausgewählter UnternehmensTandems wurde gezeigt, wie Nachhaltigkeit konkret umgesetzt werden kann — von strukturiertem Nachhaltigkeitsmanagement über emissionsarme Angebote bis hin zu gesteigerter Energieeffizienz. Die Projekte verdeutlichten, dass Transparenz, klare Kommunikation und die Einbindung von Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden zentrale Erfolgsfaktoren sind. Insgesamt zeigte die Transformationsreise, dass nachhaltige Transformation dann gelingt, wenn Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Arbeitskreis Ernährungswirtschaft Die Ernährungswirtschaft in MV ist weiterhin ein festes Fundament der gewerblichen Wirtschaft - gerade auch in Westmecklenburg und trotz der gesamtwirtschaftlichen Einflüsse auf die Branche. Im IHK-Arbeitskreis Ernährungswirtschaft finden sich Branchenvertreter und Gäste aus Wissenschaft, Verwaltung und Unternehmen der Wertschöpfungskette, diskutieren und bewerten die drängenden Branchenthemen. Das Gremium unter der Leitung von Armin Kremer als Vorsitzender befasste sich u. a. mit den massiven Herausforderungen der Branche vor dem Hintergrund der geplanten Erhöhung des Mindestlohns, der Sicherung von Wertschöpfungsketten in der Ernährungswirtschaft sowie Herausforderungen bei Tierwohl, Kosten und Bürokratie. Als Ergebnis der Diskussion formulierten die Gremienvertreter das Positionspapier „Ernährungswirtschaft stärken — Die Zeit des Zögerns ist vorbei“. Auch in der Vollversammlung am 11. Juni 2025 wurde dieses Branchenpapier diskutiert und als IHK-Forderung verabschiedet. Die IHK informierte Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung - in Westmecklenburg, 16 IHK zu Schwerin | Bericht 2024 Von strukturiertem Nachhaltigkeitsmanagement über emissionsarme Angebote bis hin zu gesteigerter Energieeffizienz reichten die Themen der Abschlussveranstaltung der „Transformationsreise Wirtschaft 2025“ im Oktober in der IHK zu Schwerin. Bild: IHK
im Landtag und der Landesregierung MV, im Bundestag sowie im Europaparlament - und lud zu Gesprächen ein. Bei weiteren Treffen werteten die Branchenvertreter die Entwicklung und Ergebnisse des Papiers und kritisierten eine ausgebliebene Reaktion der Landesregierung MV. Unternehmer der regionalen Ernährungswirtschaft diskutierten ferner die Themen und Forderungen der Branche auch mit Fachpolitikern aus Bundestag und Landtag MV. Dabei wurde insbesondere auch auf Schwierigkeiten der Branche mit mangelnder politischer Verlässlichkeit hingewiesen. Die IHK zu Schwerin betreut in der IHK Nord - dem Zusammenschluss von 13 Industrie- und Handelskammern in Norddeutschland - die Themen der Ernährungsbranche. Dabei sind insbesondere europäische Themen und Vorstöße von Relevanz für die norddeutsche Ernährungsbranche, aber auch aus Bundesregierung und Bundestag in Berlin. Informativ und inspirierend - Grüne Woche 2025 Die Internationale Grüne Woche 2025 fand vom 17. bis 26. Januar in Berlin statt und war wieder die weltweit wichtigste Plattform für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Mecklenburg-Vorpommern präsentierte sich mit einer vielfältigen Ausstellung regionaler Produkte und kultureller Highlights. Ausschuss für Industrie, Außenwirtschaft und Energie Im Jahr 2025 verschmolzen der Ausschuss für Industrie, Energie und Maritime Wirtschaft sowie der Außenwirtschaftsausschuss der IHK zu Schwerin miteinander. In mehreren Sitzungen und Austauschformaten standen Standortentwicklung, Energieversorgung, Innovationsfinanzierung und industriepolitische Rahmenbedingungen im Fokus. Betriebsbesuche bei Unternehmen wie der Geerds Metallbau GmbH in Schwerin und der Carl Kühne KG in Hagenow verdeutlichten die Bedeutung moderner Produktionsstrukturen, Investitionen und einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik. Diskutiert wurden insbesondere die regionale Nutzung erneuerbarer Energien, der Ausbau digitaler und energieintensiver Infrastrukturen wie Rechenzentren, die Dynamik in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie der Bedarf an mehr Risikokapital für Innovationen. Der landesweite Dialog mit den Industriegremien der IHKs in Rostock und Neubrandenburg sowie mit Politik und Verwaltung unterstrich die Erwartung der Unternehmen nach verlässlichen, mittelstandsfreundlichen Rahmenbedingungen und stärkerer regionaler Wertschöpfung. Einigkeit bestand darüber, dass der enge Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft entscheidend ist, um die industriellen Chancen Mecklenburg- Vorpommerns nachhaltig zu nutzen. IHK-Regionalausschuss Ludwigslust-Parchim Der IHK-Regionalausschuss Ludwigslust-Parchim ist das zentrale Gremium zur Interessenvertretung der Wirtschaft im Landkreis. Die Mitglieder kommen aus einer Vielzahl von Branchen, darunter Einzelhandel, 17 IHK zu Schwerin | Bericht 2024 Bilder: IHK Im Oktober 2025 waren die Mitglieder des Industrie- und Außenwirtschaftsausschusses der IHK zu Schwerin zu Gast bei der Geerds Metallbau GmbH in Schwerin.
produzierendes Gewerbe, Bildung und Finanzierung. Bei seiner ersten Sitzung des IHKGremiums war LUP-Landrat Stefan Sternberg zu Gast. Gremium und Gäste führten eine offene Aussprache zu MV-Konjunkturpaket, Bürokratieabbau, Digitalisierung, Fachkräftemarkt sowie Wohnungsbauförderung und der Berufsschulsituation. Zudem wurden Maßnahmen zur Personalentwicklung, Raumplanung und Finanzausgleich thematisiert, erläutert und diskutiert. Gründen und Nachfolge Die Zahl der Erstberatungen lag mit rund 300 auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der Interessenten für Nebenerwerbsgründungen blieb mit 20 Prozent des Gesamtvolumens auf Vorjahresniveau. Die Erstberatungen wurden durch fachspezifische Beratungssprechtage begleitet. Das erfolgreiche Gründungsformat „Uppstarten“ wurde mit der Neuauflage „Uppstarten on Tour“ in die Fläche gebracht. Mit Beratungstagen im InnovationPort Wismar und im DeveLUP ist die IHK zu Schwerin zusätzlich mit Beratungsangeboten im Kammerbezirks vertreten. Im Laufe des Jahres waren die Gründungsberater der IHK zu Schwerin als Jurymitglied, Fachreferent und Berater für den Innovationsport Wismar und das Robert-SchmidtInstitut der Hochschule Wismar bei verschiedenen Veranstaltungen tätig. Die IHKs aus MV beteiligten sich gemeinsam mit mehreren Webinaren an der bundesweiten IHK-Aktionswoche. Themen wie Steuern für Existenzgründer, Renten- und Krankenversicherung beim Start, Erstellung eines Businessplans, Datenschutz, Wahl der Rechtsformen sowie Nutzung von Social-Media-Kanälen standen im Mittelpunkt der Angebote. Bildungsscheckverfahren, Bafa-Beratungen und Stellungnahmen Weitere wesentliche Aufgaben um Existenzgründern und Selbständigen die Wege zu ebnen, sind die Beratung zu Bafa-Beratungsförderungen, Antragsaufnahme von Bildungsschecks der Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung (GSA) und die Abgabe von fachlichen Stellungnahmen zu Existenzgründerzuschüssen und Finanzierungsvorhaben. Bildungsschecks der GSA 59 Bafa-Beratungen „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ 15 Stellungnahmen für Bürgschaftsbank, LFI 9 Stellungnahmen Gründungszuschuss und Einstiegsgeld 38 IHK-Angebot: Die Unternehmenswerkstatt Deutschland (UWD) Seit April 2023 steht die UWD als Gemeinschaftsangebot zur Verfügung. Inzwischen beteiligen sich 66 IHKs an dem gemeinsamen Tool. Mit der „Unternehmenswerkstatt Deutschland“ (UWD) können die IHKs ihre besondere Stellung als erster Ansprechpartner für alle unternehmerischen Belange weiter ausbauen und Unternehmen über alle Phasen von Gründung, über Festigung, Wachstum, Unternehmenssicherung bis hin zur Nachfolge digital begleiten. In 2025 stieg die Zahl der Nutzer erheblich an, wobei insbesondere der hohe Anteil an aktiven Nutzern hervorzuheben ist, die den Austausch mit den IHK-Fachberatern über die Plattform suchen. In der UWD stehen neben dem Businessplantool zusätzlich Fachinformationen, Uppstarten on Tour im DevelUP Bild: IHK 18 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
Musterverträge, Videos und Checklisten zur Verfügung. Neu integriert worden ist ein spezifisch angepasstes Businessplantool aus der Sicht von Gründern, die einen Betrieb übernehmen möchten. Unternehmensnachfolge Im Rahmen der bundesweiten IHK-Aktionswoche Unternehmensnachfolge „Fortsetzung folgt!“ beteiligte sich die IHK zu Schwerin an der Organisation einer Webinar-Reihe der IHK-Unternehmenswerkstatt Deutschland. Das Angebot umfasste Erfahrungsberichte erfolgreicher Übernahmen, die erforderliche Notfallvorsorge, die Berechnung des Unternehmenswertes sowie Suchmöglichkeiten nach Nachfolgern. Darüber hinaus wirkte die IHK zu Schwerin innerhalb der Aktionswochen an einer Sonderausgabe der Veranstaltungsreihe „Fly & Surv“ im InnovationPort Wismar mit. Als Initiator, Partner und Unterstützer der NACHFOLGEZENTRALE MV war die IHK zu Schwerin auch im Jahr 2025 am Prozess der Optimierung der Vermittlungsprozesse beteiligt. Zum Jahresende verzeichnete das Portal rund 580 mit einem Suchauftrag registrierte Betriebe sowie rund 1600 Nachfolgeinteressierte. Am Jahresende verzeichnete die NACHFOLGEZENTRALE MV insgesamt 26 erfolgreiche Vermittlungen aus verschiedenen Branchen und allen Landesteilen. Finanzierungen Der konjunkturelle Verlauf hatte sich auch am Kapital- und Finanzierungsmarkt deutlich gezeigt. Schwächelnde Ertragsaussichten sind eine hohe Hürde für die Hereinnahme von Fremdkapital für anstehende Investments. Dieses wirkte sich auch auf das Bürgschafts- und Garantiegeschäft der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern GmbH und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mbH aus. An beiden Gesellschaften ist die IHK zu Schwerin beteiligt und wirkt in den Gremien mit, im Bewilligungsausschuss der BMV hatte die IHK den Vorsitz. Im Bereich der Start-Up‘s konnte die MBG erfolgreich die Risikokapitalfonds am Markt platzieren. Initiiert durch die IHK war der Schritt zur EFRE-finanzierten Fonds-Bildung rückblickend ein wichtiger Schritt zur Begleitung von Gründerinnen und Gründern im innovativen Bereich. Mit den Programmen BMV-Darlehen, ERLA- und mv-Darlehen bietet die BMV zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten im Hause der IHK zu Schwerin an, die insgesamt die unterschiedlichen Phasen der Unternehmungen und die unterschiedlichen Größen und Branchen adressieren. Hoheitliche Registerführung Das Vermittlerregister in Deutschland ist eine öffentlich zugängliche Datenbank, die von den IHKs verwaltet wird. Es enthält Informationen über sämtliche in Deutschland als Versicherungsvermittler tätigen Personen und Unternehmen und trägt durch Transparenz und Kontrollmechanismen zum Verbraucherschutz bei. Vor Aufnahme ihrer Tätigkeit sind Unternehmen, die als Vermittler agieren möchten, verpflichtet, eine Erlaubnis zu beantragen und sich registrieren zu lassen. Vor der Erteilung der Erlaubnis prüft die IHK, ob die Gewerbetreibenden die erforderliche Zuverlässigkeit und Sachkunde besitzen, in geordneten Vermögensverhältnissen leben und eine Berufshaftpflichtversicherung nachweisen können. Die IHK führte zudem die Fachaufsicht über ca. 900 Vermittler der Finanzbranche (Versicherungs-, Finanzanlegen- und Immobiliardarlehensvermittler) im Jahr 2025. Bild: Pixabay 19 IHK zu Schwerin | Bericht 2025
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